A Bigger Splash

Eine neckische, lustvoll und appettitlich mit einem blendend aufgelegten Ensemble gefilmte Varation zum Thema Happy-Mittelmeerfilm mit dem dunklen Akkord „Waßerleiche“, angeschwemmte Flüchtlinge bei Lampedusa, eine Poolleiche auf der Nachbarinsel Pantelleria, über die man aber nonchalant hinwegsehen und hinweggehen kann, klar dass die Polizei dabei einen Auftritt braucht, aber das reicht denn auch, etwa Absperrband um den Pool und das mit dem Dolmetschen ist in Italien auch nicht leicht, wenn Engländer sich dort vom Stress aus dem Musikbusiness erholen wollen.

Tilda Swinton spielt den Rockstar Marianne Lane, die die Stimme verloren hat; mit ihrem Freund Paul, Matthias Schoenarts, verlustiert sie sich abseits der Öffentlichkeit im Sand am Meer oder am Pool in der etwas in die Berge zurückversetzten Villa; es macht ihnen Spaß sich im Sand zu wälzen, das kommt einer Gesundheitskur gleich, wenn der am Körper trocknet.

Dann klingelt das Telefon. Ein weiteres Ass aus der Musikbranche, Ralph Fieness als Harry Hawkes, ist im Anflug und begehrt Gastrecht für sich und seine von Sinnlichkeit schier platzende, attraktive Tochter Penelope, Dakota Johson.

So ist das aufgeräumte Ensemble zusammen, die Funken können sprühen, die Funken der Erotik nach dem Drehbuch von David Kajganich nach dem Roman von Alan Page in der Regie von Luca Guadagnino.

Marianne hat ein gemeinsames Stückchen Geschichte mit Harry und Paul wird Penelope nicht widerstehen können. Die Stimmlosigkeit von Marianne trägt das ihre zur Regheit und Belebtheit der gemeinsamen Unternehmungen, des Rumhängens am Pool bei.

Kurze Rückblenden erzählen aus den Vorgeschichten, Auftritte von Marianne in riesigen Rockarenen, Studioaufnahmen mit Harry oder Harry, der Paul an Marianne verkuppelt.

Das Einkaufsbedürfnis auf der paradiesische Insel nimmt eine Umgruppierung vor, Harry mit Marianne und Paul mit Dakota; es sind nur Menschen, triebhafte Männer, sinnliche Frauen, keiner und keine kann widerstehen, was ist schon dabei, dazu wird das noch mit schier erotischer Kamera aufgenommen, die sowieso den ganzen Reiz des Südens samt dunkler Akkorde einfängt und bei Schwimm- und Poolaufnahmen zu Hochform aufläuft.

Der Überkreuzverkehr bleibt bei den misstrauischen Männern nicht ohne nächtliche Folgen.

Die Putzfrau singt beim Bodenfegen das Partisanenlied „O Bella ciao“ (una mattina, mi son svegliato…). Einstimmend auf den dunklen Gehalt der Geschichte wirkt der Besuch von Mireille, die mit den gigantischen Halsgehängen, und Sylvie mit der Erzählung einer düsteren Geschichte. Aber es wird auch getanzt und Karaoke gesungen, als würde der Film kein Ende haben wollen.

Brillantes Kontraststück zum Berlinalesieger 2016 „Fuoccoammare“.

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