The Night Before

Keine Sorge, dieser Film läuft nicht gerade im Kino an. Doch manchmal tut es ganz gut, eine plumpe Komödie wie diese außer der Reihe zu sehen, denn: The Night Before ist eine Mischung aus ein ganz klein bisschen „A Christmas Carol“ und recht viel „The Hangover“. Die Geschichte, und das finde ich eben das sympathische, zeigt drei den Drogen nicht abgeneigten Freunde bei ihrem Versuch, mit dem Leben fertig zu werden. Seit Ethan seine Eltern bei einem Unfall verloren hat, verbringen seine beiden besten Kumpels Isaac und und Chris jedes Weihnachten mit ihm, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt. Nach über zehn Jahren ist die Tradition eine beliebte, doch die Leben der Freunde haben sich weiterentwickelt. Chris ist ein berühmter Sportler, Isaac wird bald Vater. Für diese letzte Weihnachtstour der Freunde drückt ihnen Betsy, die hochschwangere Frau von Isaac, noch selbst eine Auswahl an Drogen in die Hand, damit die Jungs einen echt schönen Abend haben werden. Nur Marihuana fehlt, das kaufen sie dann eben bei ihrem Dealer aus Schultagen, Mr. Green! Hätten sie das mal lieber selber angepflanzt – Hanfsamen kann man ja heute sogar online kaufen – denn nun beginnt die Angelegenheit erst aus dem Ruder zu laufen!

Zum einen gibt es da die mysteriöse Superparty „The Nutcracker Ball“, zu der man nur auf Einladung gelangt, und deren Ort man erst ab einer gewissen Uhrzeit über eine Telefonhotline abfragen kann. Zum anderen wirken die Drogen stärker, als die Jungs es gewohnt sind, man wird halt alt. Dazu kommt noch eine Reihe von aufgestauten Konflikten, die sich langsam Bahn brechen, und obendrauf hat Ethan nach dem Verlust seiner Eltern nie so recht wieder Fuß gefasst im Leben. Er jobbt in einem Hotel und musste sich zuletzt als Weihnachtself verkleiden und gerieren, um auf einer Party Snacks zu servieren, ein erniedrigender Job.

Das schöne an diesem Film ist, dass er eben nicht den klassischen Spannungsbogen hat, die klassische dramaturgische Entwicklung, die man so gewohnt ist, und nicht die geschliffenen Übergänge von einem Handlungsfaden in den anderen, nein. Dieser Film ist genauso bekifft wie seine Hauptfiguren. Nichts läuft rund, alles ist ein bisschen aus dem Takt, die Figuren und die Leute sind ebenfalls ein wenig schräg gezeichnet. Was den nüchternen Zuschauer wie mich leicht stört, mag den angezwitscherten jedoch umso positiver reizen. Daher halte ich „The Night Before“ für einen netten Geheimtipp, wenn man mal eine etwas flachere Komödie sehen will, die aber nicht gleich Schenkelklopferniveau hat. Eine interessante Mischung, irgendwo dazwischen eben.

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