Cordelias Kinder (Vimeo on Demand)

Hier durchleuchtet Lars Kokemüller lustvoll und mit sicherer Cineastenhand und nicht weniger sicherem Musikscore, mit bewährtem Ensemble und der Kamera von Kathrin Enghusen ein spießiges Einfamilienhäuschen mit einer äußerlich ordentlichen, vierköpfigen Familie, Vater, Mutter, grad erwachsener Tochter und schwer pubertierendem Sohn mit großer Intellektuellenbrille von der ordentlichen Fassade bis tief in die inneren „Schweinereien“, vor keinen Schmutzigkeiten zurückschreckend und dabei verschiedene kinematographische Genres in Richtung Horror und Trash durchlaufend, je tiefer er ins Innere eindringt.

Eben ist der Vater gestorben, wohl ermordert worden, was keine weiteren Emotionen auslöst, außer dass ab und an die Polizei auftaucht und ein paar Fragen stellt. Mutter hat das Geschäft des Vaters längst übernommen, sie vermittelt junge, männliche Prostituierte; wir werden Zeuge des Castings von Robert. Den nimmt sich Sohn Max gleich zum spröden Freund, Szenen in wundervoll sprachlos pubertärer Verliebtheit, aber von ungestillter Liebessehnsucht und Neugier und der dermaßen Angehimmelte lässt es sich emotionslos gefallen. Während Töchterchen der Mutter bei der allfälligen Beseitigung von Zeugen behilflich ist. Die Dienste werden großzügig entlohnt.

Es gibt Szenen mit dem Callboy Caruso, den die Mutter ab und an ganz unsentimental bestellt und der dann auch verschwindet. Im Film wechseln Schwarz-Weiß und Farben, wechseln die Genres wie in einem Stream of Consciousness von Trash und Horror und Musical; Anna Berg ist die Schwester, die unverschämt einen Polizeibeamten bezirzt und ihm den Rest versetzt. Mutter Cordelia wird gespielt von Elena Meißner.

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