Daddy’s home – Ein Vater zuviel

Okai, okai, okai, Familie ist nun mal das A und das O, besonders in Amerika, in unendlich vielen Filmen das Familienglück, die Familienintaktheit beschworen und gelobt oder als spannungserzeugender Rahmen eingesetzt; nicht anders in der Kunst der Comedy, der Film-Comedy, hier wie im Rahmen einer Sitcom eingesetzt, ein Dialog-Gefetze, geschliffen, Pointe, Lacher, Pointe, Lacher und gekonnt gespielt dazu, sie können es einfach die Amerikaner, hier nach dem Buch von Brian Burns, Sean Anders, John Morris und in der Regie von Sean Anders, das Tempo stimmt, die Situationskomik, und wenn man im amerikanischen Orignal mal einen Satz nicht versteht, geschenkt, es geht um das Ausmalen der Grundsituation von Familie als Ort, der alles auffängt, der Schwäche auffängt, der aber ohne männliche Stärke auch nicht auskommt, der das Obszöne und Pikante nicht auslässt, es aber auch gleich rüffelt, man sagt nicht „bitch“ und auch gleich wieder weiterschwenkt, wenn die beiden Protagonisten beim Arzt Dr. Francisco (Bobby Cannavale spielt ihn, als spiele er den Arzt der Ärzte) in Anwesenheit der gemeinsamen Frau, der Ex, Mark Wahlberg als Dusty, und der aktuelle, Will Ferrell als Brad, auf ihre Geschlechtsteile untersucht werden.

Denn die Sache ist die, dass Brad mit Sara, Linda Cardellini, zusammen ist, die beiden Kinder aber stammen aus ihrer Beziehung zu Dusty, einem auf Macho machenden Unzuverlässigen, der sich nicht gerne an Regeln hält oder sich mit dem Auto in die Abholerline für Schüler einreiht, dafür mächtig mit dem Motorrad aufschneidet.

Brad dagegen ist ein Pechvogel, er hält sich für zeugunsunfähig, nachdem ihm beim Zahnarzt ein bestimmt äußerst seltenes Missgeschick passiert ist, dass nämlich der Arm des Gerätes mit dem Röntgenstrahl sich von seinem Unterkiefer auf seine Unterpartie gesenkt hat. Kein Grund also, für großes Selbstbewusstsein, männliches, und nichts macht ihn glücklicher, wie seine Stiefkinder zart anfangen, ihn Dad zu nennen – Ferrell spielt das wie eine Trance von Eingebung und Erweckung.

Just in dem Augenblick platzt der Ex ins traute, typisch amerikanische Sit-Com-Heim und setzt die turbulenten Ereignisse in Gang, denn so schnell ist der Ex nicht mehr loszuwerden.

Über allem schwebt die Frage, was macht einen Mann stark, was macht ihn zum Vater, was macht ihn schwach und die Frage, ob Brads Konfliktlösungstheorie mit dem Tanzen realistische Chancen hat.

Brad arbeitet bei einer Radiostation, die Radio Panda, Smooth Jazz Radio, heißt; sein Chef ist wie ein Vertrauter zu ihm und bringt weiteren, thematischen Input in den Film.

Ferrell gegen Wahlberg antreten zu lassen, ist durchaus reizvoll, ihre Rollen sind so gearbeitet, dass jeder den Reiz des anderen nur noch mehr hervorstechen lässt, insobesondere Ferrell mit seinem feinen Haar wie ein Beet frischer Kresse in mattglänzendem Kastanienbraun und sein Lächeln und seine häufige Hilflosigkeit, wobei die sich auch in unkontrolliertem Erhgeiz kompensatorisch äußern kann, wenn er aus Konkurrenzgründen gegen Wahlberg mit dem Rollbrett vom Hausdach auf die Halfpipe runterspringt, ein waghalsiger Stunt mit gravierenden Folgen, die von der Wahlbergfigur noch vor der Ersten Hilfe für das Opfer zur Eigenprofilierung ausgenutzt wird.

Vor auf die Spitze getriebenen Gags schreckt so eine Komödie nicht zurück zwischen all dem Dialog, wenn Brad zeigen will, dass er Motorradfahren kann, so hat auch das höcht komische Folgen, die dazu dienen, eine weitere Figur, den Handwerker Griff, Hannibal Buress, einzuführen und ihn zum Anlass für eine merkwürdig verquer-rassistische Diskussion zu nehmen, weil eingefleischte Vorurteile und Minderwertigskeitsgefühle aufeinander treffen, die von einander nicht unbedingt wissen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert