Der Drehbuchautor Nick Hornby (Der große Trip) hat hier nach dem Roman von Colm Toibin eine mustergültige Vorlage für die Regie von John Crowley geliefert, die dieser auch clean umgesetzt hat, so dass dem Zuschauer etwas geboten wird für das Eintrittsgeld, dass er dieser Liebesgeschichte, die sich vielleicht eher an eine Jugend von gestern wendet, als es noch die Fremde mit kaum Kontakt zur Heimat gab, da man noch nicht dauernd mit Freunden und Verwandten vernetzt war, wunderschön nachvollziehen kann.
Sie fängt in Irland an. Die Hauptfigur Ellis Lacey, Saoirse Ronan, reist als reines, unschuldiges Mädchen nach New York, um dort zu arbeiten und Geld zu verdienen. Ihre Schwester Rose, die einen festen Job hatte in Irland, hat das für sie organisiert. Sie kümmert sich um die Mutter zuhause.
Als wunderschöne Bildergeschichte, fotoromanzenhaft aufgelöst, folgen wir Ellis nach New York, wie sie fremdelt dort, wie sie das Heimweh packt, wie sie anfangs kaum sich traut, mit den Kunden des feinen Kaufhauses Bartocci zu reden. Wie sie auch in der Pension von Mrs. Kehoe unter all den jungen Frauen sich nicht wohl fühlt, wie ein irischer Pfarrer sich ihres Heimwehs annimmt, wie sie in der irischen Gemeinde aufgenommen wird, auftaut, einen jungen, italienischstämmigen Klempner kennenlernt, wie die Liebesgefühle langsam sich entwickeln, keusch und rein erst; aber ganz diskret zeigt sie, wo es lang geht, bis zur standesamtlichen Heirat.
Der Zuschauer spürt, zu diesem Gefühl wird auch er sachte hingeführt, dass jetzt ein dunkler Ton in all dies reine, makellose Glück kommen muss. Ein Todesfall ruft Ellis zurück in die irische Heimat. Sie wirkt dort jetzt wie eine Dame von der Stadt, während sie bei der Ankunft in New York noch als Unschuld vom Lande einwandfrei durchging.
Die Heimat versucht, die erblühte, junge Frau zu ergreifen, bei sich zu behalten; ein ehemaliger Schulfreund macht ihr Avancen – sie traut sich nicht zu erzählen, dass sie verheiratet ist. Derweil schreibt ihr Ehemann Tony, Emory Cohen, sehnsüchtige Liebesbriefe wie in guten alten Zeiten.
Dieser Liebesfilm ragt heraus unter vielen Romantic Comedies, in gewisser Weise ist es ja auch ein Hochzeitsfilm, durch seine kompromisslos gradlinige Erzählung, die allmählich zu einem großen Konflikt der Protagonistin führt, die aber auch Ellis‘ Entwicklung vom Mädchen vom Lande zur jungen Frau einer Weltstadt greifbar nachvollziehbar macht.
Der Film spielt in den frühen 50ern und auch diese werden als schönes, sauberes Museum präsentiert. Bemerkenswert im Kaufhaus: die Rohrpost im Haus, mit der die Geldscheine der Kundinnen zur Zentralkasse geschickt werden und die dann im Gegenverkehr, das Herausgeld ausspucken.