Dieser Film von Olivier Baroux, der mit Eric Besnard und Richard Grandpierre auch das Buch geschrieben hat, erzählt vom fröhlichen Untergehen einiger Freunde, denen es im Leben immerhin so gut geht, dass Richard, Daniel Auteil, mit seiner neuen Freundin Daphnée, Mélanie Doutey, zwei Freunde mit ihren Frauen auf einen Segeltörn ins Mittelmeer einladen kann.
Die Begrüßung in einem schönen Hafen ist sarkastisch. Richard steht neben einem Schrottkahn, hat sein Gepäck drauf. Astrid, Zabou Breitman, weigert sich, auf so einem Seelenverkäufer mitzufahren.
Gegenüber steht eine stolze Segelyacht und die älteren Herren, es sind dies noch Gérard Jugnot als Gilles und Francois Berleand als Philippe, sehen gebannt und lüsternen Blickes auf deren Deck, wo eine attraktive Dame sich gerade über etwas beugt, eine aufregende Hinternpartie präsentierend.
Nun ja, jenes ist die „Scholapasta“. Es ist die Yacht, die Richard gechartert hat; aber es ist nicht der erwartete Skipper drauf, sondern ein nicht gerade Sympathie erweckender Schrank von Mann, eher einem Horrorfilm entliehen.
Im Gänsemarsch geht die Gutelaune-Gesellschaft, noch nicht erwähnt wurde Isabelle Gélinas als Carole, über die Pier zur Yacht der Träume. Die Crew bestehend aus Battistu, Jean-Philipp Ricci, und Cathalin, Justine Bruneau, will Vertrauen erwecken. Mit merkwürdigem Akkzent erzählen sie, dass sie vor kurzem Gogol geschippert hätten. Nach langem Nachfragen stellt sich heraus, dass es sich um den Chef von Google gehandelt habe – aber um eine andere Yacht, eine von über 80 Metern, die hier ist nur 36.
So werden unter Kommentaren und Smalltalk die Kajütten bezogen, paarweise, man mäkelt, man ist glücklich, es wird Abend gegessen, Hummer und derlei. Die Gespräche gehen von A nach B, versuchen die unsichtbare 7. Passagierin zu übergehen, die Frau von Richard, denn mit der viel jüngeren Daphnée ist er grad mal ein halbes Jahr zusammen; keiner weiß so recht, was los war und Richard erklärt das Thema zum Tabu. So einigt man sich nonverbal auf Ersatzthemen. Macht sich einen Scherz daraus, die Mayo zu vestecken.
Eine Stunde lang geht alles gut. Nachts singt Battistu für Cathilin herzzerreißende Liebeslieder zur Gitarre in einer fremden Sprache. In einer der Kabinen ist ein Paar heftig physisch zugange, während die Nachbarskabine darunter leidet. In der letzten halben Stunde kommt ein Sturm und gibt der Wohlstandidylle mächtig zu schaffen. Wobei im Kampf gegen die Naturgewalt und die menschlichen Defizite der Eindruck entsteht, die Darsteller würden das eher als ein Survival-Camp betrachten.
Bei aller Apokylpse bleibt mir unklar, wo der bittere Kern der Sache ist, bei all den Sabotagen, die passieren. Vielleicht kam ja nach dem Abspann noch eine Erklärung, eine Begründung, die ich leider verpasst habe. Eine launische Eskapade des franzöischen Kinos?
Vom Regisseur stammt die Klamotte Fasten auf Italienisch.
Eine Art schwarzen Humors, was Baroux, der viel als Schauspieler arbeitet, hier rabaukt, eine Art Zelebrieren von Sorglosigkeit und Wohlstand trotz nahenden Untergangs, Spaß am Titanic-Gefühl, auch wenn der Regisseur oder der Drehbuchautor selbst die Harpune aufs Gummiboot mit den Geretteten, den Überlebenden, richten muss. Dazu ist wohl eine spezielle Humorresonanzlage erforderlich.