Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Pfadfinderfilme sind nicht unbedingt in. Zombiefilm dagegen überschwemmen den Markt. Die Mischung machts. Ein Pfadfinderfilm der in Zombiegefahr gerät und dabei vor allem beweist, dass er Zombies for Fun mag, diese aber auf die fast braven, minderjährigen Knaben loslässt, die schon recht versiert sind in zotigen Texten und in der Lebensphase vor dem ersten Kuss stehen, und die dank der Fähigkeiten, für die sie jeweilen an ihr Hemd annähbare Abzeichen erhalten, gegen alle Fährnisse des Lebens gewappnet sind, so einen Pfadfinderfilm haben wir hier, temporeich und rhythmussicher angerichtet von Christopher Landon nach einem Drehbuch von Emi Mochizuki, Carrie Lee Wilson, Christopher Landon basierend auf einer Geschichte von Lona Williams.

Die Pfadfindergruppe, die unter Scout Leader Rogers zum Zelten fährt, ist ungewöhnlich klein, Ben, Carter und der rundliche Augie, was sich erzählttechnisch als smarter Vorteil erweist. Zu ihnen stößt die extra sexy Blondinen-Biene Denise, die ein Kopf größer ist als die Teens.

Den Scout Leader setzt das Drehbuch bald außer Gefecht, zumindest wird er von der Gruppe abgesondert (und dann doch noch für einige Zwischenauftritte zwecks einer kleinen Ganz-am-Schluss-Pointe aufbewahrt).

So sind die Jungs auf sich allein gestellt und werden erleben, dass nichts mehr ist, wie es in ihrem kurzen Leben einmal war, dass Vorgänge und Mutationen passieren, die ihr Menschenbild im Innersten durcheinanderbringen müssen – auch ein schönes Symbol für die Umwandlungen, die die Pubertät mit einem Menschen anzurichten vermag.

Bei aller Erzählrasanz wählt Regisseur Landon wenige gezielte Momente von Verschnaufpausen für kurze Gespräche über die Themen Liebe, Solidarität, Treue und Verrat wie Salzkörner in dem turbulenten Hit-and-Run-Spektakel, das dadurch wiederum sich gegen den Einwand sichern kann, es würde nur sinnlos Zombieszenen aneinanderreihen.

Die deutsche Routinesynchro verspielt sich vor lauter Tempo und Action und Zombieepidemie und Massenpaniken, die sich zum Mega-Abenteuer Minderjähriger entwickeln. Dass sie Spaß an der Chose haben, lassen die Macher keinen Moment bezweifeln, dass sie diesen Spaß ernst nehmen ebensowenig. Man verlässt das Kino gut durchgeschüttelt wie nach einer abwechslungsreichen Geisterbahnfahrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert