Ritter Trenk

Ein richtig schöne Geschichte, wie ein Junge die Ungerechtigkeit der Welt mitbekommt, wie der böse Ritter Berthold ungerecht und grausam ist, wie er nie zufrieden ist mit dem Zehnten, den die armen Bauern abliefern, die selbst doch so großzügig den nicht ganz geheuern Köhlern aus dem Wald gegenüber sind. Wie der Junge sich aufmacht, ein Ritter zu werden, wie er zäh und mit Glücksfällen dran bleibt und sogar ohne Drachentöten aber mit Drachentmystifizieren es schafft, zum Ritter geschlagen zu werden. Dabei spielt eine Truppe von Gauklern eine Rolle und das taffe, mit der Steinschleuder Erbsen schießende Töchterchen von Ritter Hans, bei dem Trenk bald an Stelle von dessen Neffen Zenk, der keine Lust zum Rittertum, umsomehr aber zum Gauklertum hat, anheuert.

Diese deutsche Animation ist bunt, kindgerecht mit wunderbaren Sprechern für die Kinderrollen nach einem Buch von Gerrit Hermans und in der Regie von Anthony Power. Der Traum, aus der Leibeigenschaft auszubrechen und zum vorbildlichen Ritter zu werden ist gut nachvollziehbar genauso wie der Gedanke vom Rittertum, was Ritterlichkeit und Mut sind und dass Betrügen und Tricksen (allenfalls für einen guten Zweck, wenn der Köhlerbub nur als Ritter die Chance sieht, seinen Vater aus dem Kerker und seine Familie aus der Leibeigenschaft zu befreien) und Lügen und Prahlen keine guten Eigenschaften sind.

Der diesen Traum hat, ist Trenk, Sohn von Leibeigenen, die im Wald leben und vor lauter Abgaben an den Herren kaum etwas zu Essen haben. Dennoch sind Trenk und seine Mutter ritterlich genug, Köhlern, die im Wald mit dem Drachen wohnen und die ein krankes Kind haben, zu helfen. Logisch, dass sich das in der kurzen und kurzweiligen Geschichte noch auszahlen wird.

Wie der grimmige Herrscher wieder die Ernte abholt und sich unflätig aufführt, reift in Trenk der Wunsch, aus dem Elend herauszukommen und selbst ein Ritter zu werden. Dass es diese Möglichkeit geben soll, davon hat er gehört. Er unternimmt nun viele Dinge, die sonst erst Erwachsene tun würden, er nimmt an einem Ritterkampf teil, denn der wiederum ist die Voraussetzung dafür, den Kampf mit dem Drachen im Wald aufzunehmen, um einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Der Wunsch wird bald Thekla sein, die Tochter des Ritters aus dem Schloss.

Das führt mithin zu komischen Situationen aber auch zu gefährlichen, umso mehr, als er immer seinen kleinen Glücksbringer, ein kleines Schwein, mit sich führt, das im Schloss bei der Ritterrunde kein Essen unberührt lässt.

Oder wie der Knirps in eine erwachsene Ritterrüstung gesteckt am Turnier teilnimmt. Voher noch ist er einen Identitätstausch mit einem jungen Knappen, der beim Onkel in die Ritterlehrer gehen soll, eingegangen, denn Zink, wie der andere heißt, will lieber beim fahrenden Künstlervolk mittun als das Ritterhandwerk erlernen.

Auch mit den Künstlern entwickelt Trenk Beziehungen, die ihm noch zugute kommen sollen; genauso wie mit Thekla, der Tochter des Ritters, zu dem er in die Lehre gehen möchte. Sein rotschopfiges Schwesterchen, was vorerst auf die Mutter aufpassen muss, denn der Vater sitzt im Kerker vom Schloss, wird sich beim Happy End auch sehr freuen, den Bruder wiederzusehen und wie er tatsächlich zum Ritter geschlagen wird. Der Ritter zeigt Herz, das ist ritterlich, versteht sich.

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