Herbe Mischung (ARD, Mittwoch, 4. November 2015, 20.15 Uhr)

Komödienabsicht heißt noch lange nicht Komödienkönnen.

Gut gemeint ist es: eine Komödie, ein Kommödchen zum Thema religiöser Rassismus, religiöse Vorurteile und Intoleranz fürs Zwangsgebührenfernsehen zu produzieren.

Ein gemischtes Paar zu erfinden, sie eine Deutsche mit ägyptischem Vater, deutscher Mutter, Christin und mit arabischem Namen: Zarah Abdullah und er ein Israeli deutscher Abstammung, Jude, der in Deutschland lebt, Botanik studiert hat und kurz davor ist, einen guten Job zu bekommen, Benni Goldfein.

Sie kennen sich ein Dreivierteljahr und sind verlobt. Sie leben in München. Er ist besonders vernarrt und verliebt in sie, wie die erste Szene, die eine Bettszene vor dem Aufstehen ist, zeigt, er kann kaum lassen von ihr.

Kurz vor seinem wichtigen Vorstellungsgespräch in München kommt der Anruf, dass Bennis Opa in Tel Aviv gestorben sei. Ihn jetzt mit seiner Freundin für einen Kurztrip zur Beerdigung nach Israel fliegen lassen zwecks Zusammenpralls rassistisch-religiöser Positionen: der zionistische Rassismus in Form von Tante Edna, einer schrägen Komikerin und nächtens wie Witwe Bolte im Nachthemd im Garten herumirrend, die Position des Kämpfers, der Israel von lauter Feinden umzingelt sieht, der Papa, der bald geehrt werden soll und die Position des Weiberers, der Bruder von Benni, jetzt Rabbi, der alles, was bei drei nicht auf den Bäumen war, flach gelegt habe und das Problem der Christin arabischen Namens und deutscher Nationalität, wobei sie in Verdacht gerät vom jüdischen Freund schwanger zu sein, die nach Eskalation der familiär-rassistischen Auseinandersetzungen provokativ arabische Hassparolen von sich gibt. Symbol für die intendierte Lustigkeit ist Bennis Wecker, der leicht los geht, wenn er im Gepäck Erschütterungen erfährt, der Allahu Akbar als Weckruf hat und an Flughäfen zuverlässig Alarm auslöst. Wobei Benni keine weitere Charakterisierung erhält, die diesen Gag plausibilisierte.

Das hört sich in der Nachrefletkion ganz gut an. Warum es aber doch furchtbar schief geht, das dürfte an der konkreten Ausformung des Drehbuches von Annabel Wahba und Barry Thomson liegen und daran, dass Dror Zahavi mit der Regie nicht retten konnte, was im Drehbuch schon verschenkt worden ist.

Info in den ersten zehn Minuten ist lediglich, dass das Paar gerne länger im Bett liegen bleibt, dass seine Eltern in Israel leben, dass ihr Vater Ägypter und ihre Mutter Deutsche ist, dass sie jetzt Hals über Kopf für zwei Tage nach Israel reisen, weil der Opa gestorben ist und am Flughafen wird die Szene mit der separaten Sicherheitskontrolle für Israelis und für andere Staatsbürger ausgedehnt gezeigt, wobei die Szene die Info bringt, dass er wohl Israeli ist. Sein Wecker löst wegen des Weckrufes mit überdeutlicher Komödienabsicht einen Fehlalarm aus. Für zehn Minuten Film ist das nicht gerade viel, was Interesse wecken könnte; es fehlt an einer klaren Charakterisierung der Hauptfiguren.

Jetzt trifft Edna im Trauerhaus in Israel ein, sie hat ein Hörgerät und wird hundsmiserabel auf Deutsch nachsynchronisiert. Benni und seine Freundin haben Verspätung wegen des Fehlalarms in München. Von der fülligen Edna ist bereits der Kommentar „furchtbares Land“ zu Deutschland gefallen. Nach 12 Minuten sind Benni und Zahra in Israel gelandet und stehen an der Gepäckausgabe. Ja, reisen nach Israel ist schwierig, da kann wegen einer Terrorwarnung schon mal ein Koffer in München stecken bleiben. Nach 14 Minuten meint Zahra in der Taxe in Israel „Oh, ist es schön hier“.

Nach einer Viertelstunde erfahren wir, dass der Opa wenigstens nicht leiden musste.
Umso mehr leidet das Buch. Es stammt von Annabel Wahba und Barry Thomson.
Mamma will etwas über eine Medaille wissen. Bennis Eltern igeln sich ein.
Nach 16 Minuten bereitet Tante Edna Benni einen überschwänglichen Empfang.
Die jüdische Familie von Benni freut sich zu früh über den Namen Zarah.

Nach 18 Minuten sind sich Benni und Zarah einig, dass sie sich lieben.
Die Familie versammelt sich zur Beerdigung.
Nach 19 Minuten erfahren wir, dass Opa ein guter Kämpfer war.
Wir lernen Cousin Raffi und seine Frau kennen. Der ist Leutnant.
Es werden pausenlos Klischeestatments abgegeben.
Ein Verwandter ist Rabbi geworden. Der hat alles flach gelegt, was bei drei nicht auf einem Baum war.

Nach 21 Minuten setzt Tante Edna Benni die Kippa auf.
Nach 22 Minuten bricht die Gesellschaft auf. Benni und Zarah fahren im Bus, um die Verwandtschaft kennenzulernen – was sie dann faktisch doch nicht tun.
Nach 24 ½ Minuten gibt es ein unerklärliches Entsetzen am Grab ( bei Minute 30 werden wir erfahren, dass Zarah sich bekreuzigt hat; womit auch ihre Religion verraten wäre); der Schrecklaut der Begräbnisgesellschaft im Chor gibt zu verstehen, dass alle das mitbekommen haben.
Nach 25 Minuten ist Opa beerdigt.

Jetzt fängt die Auseinandersetzung darüber an, dass Zahra keine Jüdin ist.
Es bricht ein Streit über das Dritte Reich und den Widerstand aus.
Bei Minute 26 zwingt ein Raketenalarm die Familienmitglieder aus dem Familienwagen auszusteigen und sich zu Boden zu werfen. Nur die stumme Oma bleibt im Auto sitzen.
Bei Minute 27 singt auf der Tonspur eine Frauenstimme etwas von yesterday.
Minute 28 beschwört Tante Edna Benni, Zahra nicht zu heiraten; sie behauptet damit streng jüdisch zu sein, vertritt reinrassig-jüdische Theorien, wie Benni meint.
Gegen Minute 30 sind die Frauen in der Küche zugange, Bennis Mutter nimmt Zahra ins Gebet und Zahra findet, dass die tägliche Bedrohung schrecklich sein müsse. Daraufhin antwortet Bennis Mama, dass die Araber die Juden vernichten wollen.

Minute 30 ½ ist Zarah schlecht auf dem Klo. Mutter fragt, ob alles in Ordnung sei und empfiehlt, sie solle sich vielleicht einen Tee machen, darauf findet Mutter einen Schwangerschaftstest im Toilettenmüll, nach welchem sie offenbar gesucht hat.
Papa ist bei Minute 33 der Meinung, dass die Deutschen hervorragende Kriegsführer seien.
Benni unterhält sich jetzt mit dem verrückten Rabbi. Thema Kinder. Rabbi: Beschneidung 2.0 wird mit Scherzintention vorgebracht.

Bei Minute 34 zeigt Papa Zarah den von ihm selbst gebauten Luftschutzkeller.
Eine merkwürdige Familie, die nur in religiös-rassistisch-nationalistischen Klischees denkt, und das öd-routiniert nachsynchronisiert.
Papa gibt Kämpferethos von sich und dass die Juden ringsum von Feinden umgeben seien.
Papa führt Zarah in die Gasmaskenhandhabung ein.
Zarah führt eine sonderbare Spelastiknummer mit der Gasmaske auf. Hyperventilation.

Minute 37 sitzen Benni und Zarah nebeneinander und reden über den Tag.
Vor lauter Vorurteilen und Klischees sind die Menschen gar nicht zu sehen und ihre Probleme, also das, was sie interessant macht.
Minute 38: dramaturgischer Cliff-Hänger: der Koffer mit dem Namensschild kommt morgen an.
Minute 39: die immer karikaturhafter werdende Tante Edna schimpft über die Araber.
Minute 40: Papa und Mama diskutieren im Bett. Mama verrät Papa, dass sie Großeltern werden. Sie umarmen sich.

Der neue Tag bricht an. Papa übt seine Rede. Benni und Zarah liegen im Bett.
Minaute 41: Gepäckservice bringt den Koffer. Im Liebesnest heißt es: Scheiße.
Minute 42: höchst unglaubwürdige Szene mit dem Gepäckboten wegen dem Namen Abdullah.
Zarah ist sauer.

Tante Edna hat etwas vor. Sie schleicht wie im schlechten Kindertheater herum und belauscht das Abdullah-Telefon von Zarah. Wie die Hexe im Märchen wiederholt sie den Namen Abdullah: „Jetzt hab ich dich, Abdullah“.
Minute 45 sind alle beim Frühstück vereint. Tante Edna schaut ganz böse. Zarah sagt, sie heiße Feucht.
Minute 46 passiert ein eigenartiger Technosketch mit dem Hörgerät von Tante Edna auf der Soundspur als Rückkoppelung im Quadrat. Um den Frühstückstisch glucksen/gackern sie alle.

Minute 47 zeigt Tante Edna der Oma den Pass, den sie beim Durchwühlen in der Tasche von Zarah gefunden hat. Der fliegt in einer Trickanimation in den Garten. Dort bellt ein Hund, fasst ihn und läuft mit ihm davon.
Minute 48: jetzt spielen Benni und Zarah, dass sie Krach haben. Sie muss hier raus, meint sie, wühlt in der Tasche, findet den Pass nicht, auf die Frage von ihm, was sei. Sie braucht einige Sekunden, bis sie weiß, dass der Pass weg ist.
Benni meint, sie solle cool bleiben und einfach nochmal in der Tasche suchen. Jetzt werden die beiden aufgeregter, Kamera, Schnitt und Musik auch. Aber wo kann er denn sein, fragt sich Zarah und kommt auf die Lösung: Edna! Durch die Jalousie beobachtet das Liebespaar die im Garten herumhühnernde Edna. Die Musik erzählt nach wie vor, dass sie alles total lustig finde, was hier gespielt wird.

Minute 50 telefoniert Zarah mit der deutschen Botschaft, die einen dialektschwer Deutsch sprechenden nicht allzu hellen Mitarbeiter antworten lässt.
Benni telefoniert nach Deutschland, weil er am Montag aufgrund familiärer Probleme einen Termin nicht wahrnehmen könne.
Minute 51: Benni und Zarah haben sich mit dem Verschwinden des Passes abgefunden und ohne jede Reflektion entschieden, dass sie länger bleiben.
Minute 51: Papa freut sich, dass die beiden zur Verleihung mitkommen können; aber Benni meint, er wolle Zarah die Stadt zeigen und ein paar Klamotten kaufen.

Minute 53 sind wir in der Synagoge.
Mutter besucht den Rabbi. Sie behauptet, Zarah interessiere sich für das Judentum. Thema Konvertierung. Kind. Ihr Name lautet Feucht.

Bei Minute 55 ist wieder Nacht. Edna mit Taschenlampe wie Witwe Bolte von Max und Moritz im Garten. Die Musik findet das wieder sehr lustig und lüpfig.
Zarah und Benni liegen Rücken an Rücken im Bett.

Minute 56 ist wieder Tag. Papa und Sohn fahren in die Stadt. Der Professor ruft Benni an. Dieser hängt hier fest. Professor macht ein Problem aus der Verzögerung und legt auf. Benni findet, dieser sei ein Arschloch und gibt den Job sofort als verloren auf. Hier erfahren wir erst, dass Benni am Montag diesen eminent wichtigen Termin in München gehabt hätte – wie gewonnen so zerronnen im Kopf des Zuschauers.

Minute 57: Vater ist besorgt, weil Benni den Job verloren hat. Hat eine Idee mit einem Alpengarten an der Uni in Tel Aviv. Benni ist Botaniker in München. Vater kümmert sich um Sohn.
Minute 58 will sich der Rabbi um Zarah kümmern. Zarah fragt, ob Hannah ihn auf sie angesetzt habe.
Rabbi findet, sie müsse sich nicht für ihren Namen schämen.

Tante Edna spioniert den beiden nach und schießt Fotos. Rabbi schlägt Stadtbummel vor. Edna fotografiert wie ein Detektiv.

Minute 60: Papa und Sohn kehren zurück. Benni sucht Zarah. Mama informiert ihn, dass sie mit dem Rabbi in die Stadt gefahren ist. Zarah beim Shoppen. Ihre Karte funktioniert nicht. Der Name Abdullah schafft Probleme. Eine Frau regt sich auf: blöde Kuh: Scharmuta. Arabische Hure.
Krach der beiden Frauen, Handgreiflichkeiten.

Minute 62 meint der Rabbi, ich dachte dein Name sei Feucht. Sie sagt: Abdullah. Der Rabbi meint: eine herbe Mischung. Titel des Filmes geht auf einer Bank über seine Lippen. Zarah klärt den Rabbi über ihr Problem auf.
Minute 63: Der Rabbi reibt Zarah den Rücken auf der öffentlichen Bank, auf der sie nebeneinander sitzen. Sie legt ihren Kopf an seinen Hals. Tante Edna fotografiert. Detektivstory.

Minute 64: Benni mies drauf, wie sie zurückkommt, sauer.
Die schwerfällige Tante Edna kann offenbar fliegen und ist auch schon wieder zuhause am Nachspionieren.
Minute 65: Krach zwischen Zarah und Benni. Lass uns reingehen, bevor das hier eskaliert.
Nachbar mit Hund bringt Pass zurück. Edna begrüßt ihn am Tor.
Familie drinnen am Küchentisch.
Minute 66: Papa plant die Zukunft der beiden in Israel. Benni widerspricht nicht, lässt sich das gefallen.

Minute 67: platzt Tante Edna mit dem Pass in das Familientreffen.
Mama ist schockiert. Jetzt sind alle irritiert. Gott bewahre, eine Araberin. So sind die Araber. Die lügen alle. Auseinandersetzung über Zarah als Araberin. Zarah fragt Benni, auf wessen Seite er stehe.
Minute 68 zeigt Edna die Bilder. Es ist so gar nichts glaubwürdig und auch nicht lustig. Thematischer Abstecher zu Monika Lewinsky (wer war das nochmal?).

Minute 69: jetzt ruft Zarah aus, man sollte alle Juden ins Meer treiben, ihr Opa habe recht gehabt, Allahu Akbar. Zarah fährt mit Taxe weg. Spielt im Fond eine kurze Wut und Gram und noch etwas Undefinierbares. Sie steigt auf offenem Feld aus, hält ihre Hände hinter den Kopf. Familie im Familienauto hinterher.
Minute71: Familie diskutiert den Vorfall im Auto.
Minute 72: Zarah steht noch immer am freien Feld, legt nochmal ihre Hände hinter den Kopf.
Und schon steigt sie am Flughafen aus. Die Musik legt eine Notbremsung ein. Zarah möchte den Koffer abholen.
Kann nicht ausgeliefert werden. Zarah sitzt auf einer Wartebank vor dem Wort Tel Aviv.

Minute 73: die Familie sitzt in einem Kino oder einem Theater mit patriotischen Bildern auf einer Leinwand. Der Rabbi vermisst Zarah.
Minute 74: Zarah wird ungeduldig und fragt harsch, was denn jetzt mit ihrem Koffer sei. Sie solle sich wieder hinsetzen, heißt es. Im Theater wird applaudiert und geehrt. Soldat Ephraim Goldfein. Auf die Bühne.
Minute 75: Verhandlung hinter der Theke: ein Mann flüstert, er führe eine Sicherheitsprüfung durch.
Minute 76: Papa dankt für die Ehre für seinen Kampf gegen den Terrorismus. Zarah versucht sich am Flughafen zu erklären, aber die wissen eh schon alles. Bitte geben Sie mir meinen Koffer wieder, ich will einfach nur weg aus diesem Land. Zarah ist bereit, ohne Koffer zu fliegen. Sie soll der Security die Telefonnummer der Familie Goldfein bekannt geben.

Minute 77: während der Zeremonie klingelt ein Handy: wird weggedrückt. Papa spricht patriotisch. Unruhe im Saal wegen Handy. Die Polizei will mit Benni sprechen. Er verlässt die Zeremonie. Zuerst schießen wir und erst danach wird verhandelt. Ich meine es anderherum.
Minute 79: Unruhe im Zeremoniensaal. Zarah will nicht mit Benni sprechen.
Das ist alles so wenig plausibel. Die halbe Verwandtschaft hat jetzt den Saal verlassen. Hör zu, diese Schickse wird dich weichklopfen wollen.
Papa hat Rednerbühne und Saal ebenfalls verlassen: das ist mein gesellschaftliches Todesurteil Benni, wenn du jetzt gehst, hast du ein Problem, ein gewaltiges Problem. Mama plaudert die Babygeschichte aus. Oh, der Test war gar nicht von Zarah.

Minute 80: Rabbi eröffnet, dass er sterilisiert sei. Handgemenge im Vorraum zur Zeremonie. Krach, Familienkrach, Ohrfeigen, Rabbi mimt Schmerz von Ohrfeige. Papa will Benni zur Vernunft bringen. Es hat bis jetzt noch nicht ein plausibler Dialog stattgefunden, es wurden ständig nur die Vorurteilstexte abgeliefert. So werden die nie zusammenkommen, wenn die Figuren nur Klischeesätze sprechen. Oma spricht wieder. Ein Wunder. Oma meint, dieses Theater habe ein Ende, sie sei auch Deutsche.

Minute 82: auf die Äußerung von Oma, dass sie als sie Opa kennen gelernt hatte, keine Jüdin gewesen sei, antworten die Umstehenden wie eingeübt im Chor: Was?
Minute 82 ist der große Auftritt mit Erklärmonolog der bisher stummen Oma. Jetzt kommt alles an den Tag. Du warst nie ein Jude Ephraim und du Edna, bist eine Schickse. Diese jammert total übertrieben nachsynchronisiert „Ums Himmels willen“.

Minute 83: Benni küsst Oma. Es gibt vernehmbar rausgedrückte Stöhner von Edna.
Minute 85: Benni will am Flughafen alles mit Zarah aufklären. Zarah guckt wie weltfremd. Jetzt neigt sie leicht den Kopf, geht ausdruckslos auf Benni zu, jetzt ist sie nur von hinten im Anschnitt zu sehen, während hinter Benni Papa auftaucht. Sie entscheiden, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen und die bilaterale Annäherung zu praktizieren mittels Umarmung. Papa schlägt vor, einen Waffenstillstand zu erklären.

Jetzt, wo das Stück fast aus ist, kann man sich noch ein bisschen umarmen, über die Absprerrung hechten und den Anfangsgag aus München mit dem Wecker der „Allahu Akbar“ ruft, wiederholen. Die Wirkung ist dieselbe. Alles geht in Deckung. Die beiden Protagonisten erstarren mit aufgerissenen Augen und leicht geöffneten Mündern; darüber läuft der Abspann. War das jetzt lustig? War das inspirierend?

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers an Hubert von Spreti, BR, und an Christine Strobl, Degeto.

6 Gedanken zu „Herbe Mischung (ARD, Mittwoch, 4. November 2015, 20.15 Uhr)“

  1. Vielen Dank, Sandra Tim, für Ihren Versuch, dieser nicht gründlich gearbeiteten Komödie gegen Einwände beizuspringen.

    In meiner Review habe ich differenziert zwischen Idee und Realisierung. Die Idee fand ich ja auch ganz ok. Aber selbst eine Ponkie in der AZ hat geschrieben, die erschöpfe sich.

    An vielen Einzelpunkten habe ich versucht klar zu machen, warum ich die Umsetzung der Idee für mangelhaft halte und sie es also nicht verdiene in einem Rahmen, der mit Zwangsgebührengeldern finanziert wird, wohldotiert produziert und an so einem prominenten Sendeplatz gesendet zu werden.

    Bei den vergleichenden Reviews, die Sie anführen, denke ich, ist es auch vor allem die Idee, die für gut befunden wird. Wobei die aus dem Quotenmeter in sich widersprüchlich ist wenn sie einerseits von feinfühlig und leichtfüßig schreibt, andererseits von Charakteren, die oftmals eher Karikaturen seien. Hm, ein leichtfüßiger Film mit feinfühligen Karikaturen?

  2. Ich finde den Film super lustig!! Ich finde super, dass man mal sieht wie die Leute in Israel leben und ticken.
    Es ist im ganzen Leben und auch in unserer Deutsch/Israelischen Geschichte und unserer Politik nicht alles so wie es scheint!!
    Das wird in diesem Film wunderbar leicht auf die Schippe genommen.
    Danke, dass dieser Film nicht wieder nur von Nazis und Holocaust handelt. Man kann es nicht mehr sehen und hören!!!!!!

  3. Hallo Thea, vielen Dank für Ihr Feedback.
    Von der Ideenlage her stimme ich Ihnen voll zu; allerdings ändert das wenig an den gravierenden handwerklichen Mängeln bei der Umsetzung, die sich auf einen breiten Erfolg der honorigen Idee kontraproduktiv auswirken.

  4. Vielen Dank, B.W.-Stetic, für Ihr Feedback. Dem kann ich mich nur anschließen, besonders wenn die Lehrkräfte dann noch auf die Differenz zwischen Idee und Realisierung hinweisen würden. Dann schafften sie zwei Fliegen mit in einer Klappe, einmal zum Rassismusthema und außerdem eine treffliche Lektion in Kinematographie, womit sie das Urteilsvermögen der Schüler schärfen könnten.

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