Escobar Paradise Lost (Filmfest München)

Film aus dem Dunstkreis des kolumbianischen Volkshelden, Drogendealers, Milliardärs, Politikers, Drahtziehers und Sammlers exotischer Tiere, des Aufrührers, Mord- und Chaosanstifters Pablo Escobar (so stefe anlässlich des Dokumentarfilmes des Sohnes von Escobar); hier ein fiktionaler Stoff, der einen jungen, braven, nicht näher charakterisierten Kanadier zu einem Gewissenskonflikt führen möchte.

Nick (Josh Hutcherson), so heißt unser Protagonist, will seinem Bruder Dylen beim Aufbau einer Surf-Station am Meer irgendwo im dschungelhaften Lateinamerika helfen. Dabei verliebt er sich in Maria (Claudia Traisac). Dieser Vorgang wird schablonenhaft unpersönlich aber mit Seifenoperngeschmeidigkeit wie vieles andere in diesem Film von Andrea di Stefan, der mit Francesca Marciano auch das Drehbuch geschrieben hat, aufgezeigt.

Dumm nur, dass Maria die Nichte von Pablo Escobar ist. Das scheint Nick nicht weiter zu stören. Er lässt sich widerstandslos in die gigantische Finca des Drogenhändlers und in seinen Clan einführen. Er bekommt sogar einen Posten in dem Anwesen. Wofür er sofort seinen Bruder fallen lässt. Etwas Kopfschmerzen verursacht ihm lediglich die mögliche, unbeabsichtigte Wirkung einiger Worte an Escobar. Ihm erzählt Nick von den Jungs am Meer, die ihn belästigt und mit einem Hund angegriffen hätten. Bald darauf sind diese tot. Ein Stirnrunzeln vielleicht, ein dunkler Verdacht, der kurz über das Hirn huscht, mehr bewirkt diese Info nicht.

Escobar war bis dahin Politiker. Inzwischen ist aufgeflogen, dass er in den Drogenhandel verwickelt ist. Eine landesweite Jagd nach ihm beginnt. Er will sich der Polizei stellen. Vorher aber möchte er seine Milliarden an Kokain, Bargeld und Diamanten an sicheren Orten verstecken. Auch Nick soll für einen Transport eingesetzt werden. Er erhält detaillierte Angaben zu den Vorgängen und dass er den Bauern, der ihn zum Versteck führt, erschießen soll. Somit ist die Grundlage für den Gewissenskonflikt, von dem nie klar wird, warum der Filmemacher ihn ausgerechnet in so eine Story und ausgerechnet mit diesem Protagonisten verpacken will, gelegt.

Die Angelegenheit läuft aus dem Ruder. Nick wird nun damit konfrontiert, die Schusswaffe real einzusetzen, um die eigene Haut zu retten. Das tut er mit irre viel Hyperventilation und Gesichtsverziehen. Immerhin gibt der Film einen Schlüssellochblick in das Leben der Legende Escobar frei.

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