Kiss the Cook – So schmeckt das Leben!

Nicht nach meinem Geschmack; dieses Menü aus Facelilift- und Botox-Gesichtern schmeckt mir nicht, schmeckt wie Gen-Food.

Das Thema „gute und schlechte Ernährung“ wird in dieser Kochsendung, pardon, in diesem Koch-Film der noch eine dünne Familiengeschichte als Einlage hat, nicht behandelt.

Der Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in einem, Jon Favreau als Carl Casper, betreibt ein Sternelokal. Als Regisseur lässt er den Kameramann Kramer Morgenthau die Leinwand fugendicht mit Essensbildern vollklatschen, wie dick Ketchup über alles. Als Darsteller bekommt er vom Restaurant-Kritiker eine schlechte Kritik, was in einen handfesten Krach mündet. Dieser findet per Handyfilm seinen Weg ins Internet und löst einen Shitstorm aus. Er bricht die Zelte ab. Der Ex seiner Exfrau in Miami ist ihm behilflich dabei, einen Imbisswagen zu erstehen. Er bringt ihn mit seinem Buben Percy, einem roboterhaften Jungdarsteller, der prima ins fade Menü passt, wieder auf Vordermann, das wird ellenlang im Film gezeigt.

Und die Ex schaut wohlwollend zu. Sein früherer Souschef schließt sich ihm an, um das Geschäft mit dem Imbisswagen in Gang zu setzen. Da ihm hier nicht mehr der Restaurant-Besitzer wie in L.A. dreinredet, kann er das Futter nach seinem Gusto anrichten. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten unter taträftigem Twitterwirbel, den Percy auslöst.

Den Regisseur Favreau scheinen an diesem Filmgemälde lediglich die Kinobilder zu interessieren, die er drauf hat wie ein Sternekoch, aber die Konflikte unter den Figuren, die führen das Leben von Statisterie, werden dramaturgisch nicht zur Spannungserzeugung eingesetzt, weshalb die mangelnde Würze dieses Null-Sterne-Gerichtes besonders auffällt.

Das Publikum wird es mögen, dass viele bekannte Schauspieler mitspielen und die Rumba-Musik auf der Tonspur, gegen die ist nichts einzuwenden. Der Film disloziert erst nach Miami, dann nach New Orleans.

Vielleicht sollte der Regisseur auch nur seine Hits spielen, so wie er es im Film dem Koch raten lässt, Iron Man und so weiter. Die Bildersosße ist wenig sämig, wirkt abehackt wie aus der Systemgastronomie. Ist auch vom Narrativen her wenig nahrhaft, erzählt die einfachsten Vorgänge viel zu kompliziert und ausführlich. Bis nur schon die Pleite in L.A. endlich da ist. Flächendeckender Bildbefall.

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