Hauptfigur ist Max Riemelt. Drehbuchbeschreibung dürfte gewesen sein: junger Mann, nett und sympathisch wie Max Riemelt, keine weiteren Eigenschaften oder Konflikte. Er spielt einen Versicherungsvertreter, der auf dem Weg zu einer Vertretermotivationsveranstaltung im bayerischen Hinterland erst einem späteren Flinten- und Mörderweib begegnet und beinah dessen Ferkel überfährt; dann bekommt er es mit einem halbschlauen Polizisten zu tun.
Dieses Weib haben die Autoren aus einem x-beliebigen billigen Horrorstreifen in ihr Machwerk nach Hinterbayern importiert. Es bringt den Running Gag des Ferkels mit sich, das ohne weitere Logik immer wieder auftaucht und einem Darsteller in den Arm gedrückt wird. Riemelt fährt es an. Daraufhin ist die Windschutzscheibe mit roter Farbe bedeckt. Der tumbe Polizist tunkt einen Finger darin, leckt daran und spricht ein Wort aus, das er gleichzeitig verschluckt, so dass es nicht zu verstehen war.
Als Vertreter ist Riemelt zuerst das schwarze Schaf in der Gruppe, der nichts verkauft. Dann läuft er mit purem Massel in erfolgreiche Verträge hinein, einer ist sogar ein sogenannter Hauptgewinn. Just vom Flintenweib. Das ist haarsträubend. Und deshalb wird aus der angeblichen Versicherungsstory eine entsprechende Kriminalstory, mit wenig Logik.
Der nette, sympathische Max Riemelt kämpft sich durch eine Welt bayerischer Zombies und Deppen, die in unglaubwürdigen, unrealistischen Situationen gefangen sind. Das fahrlässig zusammgestoppelte Drehbuch stammt von Georg Ludy und Nils-Morten Osburg und löst den Zorn des Zwangsgebührenzahlers aus, der sich bescheuert vorkommt, für so billigen, schnoddrigen Humbug von Gesetzes wegen zur Kasse gebeten zu werden. Für ihre unreife Kindereien werden die Autoren aus den Zwangsgebührengeldern entlohnt wie anständige, erwachsene Menschen. Der Zwangsgebührenzahler besteht darauf, ein Recht zu haben, zu erfahren, wieviel, wieso und was daran im Sinne des demokratischen Grundauftrages des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes sei.
In seinem Film „Schartl“ hätte ein Sigi Zimmerschied die Fernsehredakteurinnen Bettina Ricklefs und Amke Ferlemann, die hier den Kopf hinhalten müssen, für diesen Schmarren noch an einem Balken aufgehängt und baumeln lassen. Heute findet er es wohl apart und für seine Kasse günstiger, selbst mitzumachen und vom Gebührenkuchen dafür ein nettes Stück abschneiden zu können. Auch hier möchte der rechnen müssende Zwangsgebührenzahler erfahren, wie viel bittschön, zweitausend Euro am Tag, dreitausend, viertausend, fünftausend gar?
Wenige der Zombiefiguren in diesem Machwerk hätten wohl ein Chance, im normalen Leben außerhalb dieses Filmes als Menschen durchzugehen: Axel Stein als Leiter der Versicherungsvertreter, David Zimmerschied als Jungpolizist.
Dieser Fernsehfilm ist eine einzige Ansammlung von krampfig um Originalität bemühten Einfällen, statt dass er ernsthaft (oder auch witzig) eine Story mit Hand und Fuß liefert: das überfahrene Schwein, das nur in Stockstarre und nicht tot ist, der einfältige Polizist, der am vermeintlichen Blut auf dem Wagen leckt, ein sinnloser Kanarienvogel, eine Kalbsgeburt, ein Bahnübergang der ständig auf Rot ist, ein einarmiger Schankwirt, Plumprasur des Alten, aufgesetzter Rülpser des Alten, spontaner, wenig motivierter Mord mit Kofferraumdeckel, dummer Polizist, der, wenn ihm auf der Landstraße ein Auto entgegenkommt, das Blaulicht einstellt, und aus einem Stoffsack mit dem Kopf eines Ermordeten drin fällt das Gebiss des noch recht jungen Opfers raus und zum Schluss gibt’s noch eine depperte TüV-Pointe.
Der Titel suggeriert zwar einen der üblichen TV-Themenfilme; taugt aber nicht mal dazu, weil selbst das Aufhängerthema nicht ernst genommen wird, nur als Vorwand für die Kriminalklamotte, die so gar nicht lustig ist. „ Die verrückte Mörderin mit der Flinte“, ok, mit so einem Titel könnte man vielleicht leben, dann könnte man sich wenigstens auf Trash einstellen; müsste dann aber erst recht die Frage nach der Berechtigung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellen.
„Du lässt dauernd die Gläser fallen, weil du bloß einen Arm hast, der andere ist nämlich ab.“
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers. So ein Drehbuch zu bezahlen und auch noch zu verfilmen ist Verarsche des Zwangsgebührenzahlers.