Mühlheim – Texas. Helge Schneider hier und dort.

Auch drei Cutter, Bernd Euscher (BFS), Natalie Barrey /BFS) und Julia Karg können diese unbedarfte Dokumentation nicht retten, diesen Versuch von Andrea Roggon, einen Dokumentarfilm herzustellen und die für ihre Unbedarftheit auch noch Geld bekommen hat, Zwangsgebührengeld vom ZDF, Kleines Fernsehspiel, Intendant Dr. Thomas Bellut, und Filmfördergeld von Frau Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderung Baden-Württemberg , Prof. Carl Bergengruen, Film- und Medienstiftung NRW, Geschäftsführerin Petra Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrates, Prof. Dr. Werner Schwaderlapp und der Deutsche Filmförderfonds, auch Staatsministerin Frau Monika Grütters. Diese genannten Gremien und Personen müssen sich bei so einem von ihnen geförderten Projekt ernsthaft die Frage nach ihrer Kompetenz stellen lassen.

Helge Schneider ist ein großartiger, ja genialer Musikentertainer und Musiker am Klavier, an der Gitarre, am Saxophon. Das belegen Ausschnitte aus Filmen und von Auftritten. Er verdiente eine qualifiziertere Kinohommage. Die Archiv-Ausschnitte wirken in dem Dokubad, was die Dokumentaristin anrichtet, allerdings wie verunreinigt durch Ausfällungen mit den von der Filmemacherin, man traut sich gar nicht das Wort in diesem Zusammenhang in den Mund zu nehmen, „inszenierten“ Szenen.

Da ist eine Interviewszene vor schwarzem Hintergrund theatral eingerichtet, wo die Dokumentaristin ihre Fragen nach der Freiheit und der Inspiration stellt. Und die entsprechenden Abfuhren erhält. Gleich nach der Frage nach der Freiheit, der ersten nach der komplizierten Einrichtung der Szene, nimmt sich Schneider diese, steht auf und verlässt die peinliche Interviewsituation. Wie im Poesiealbum hat die Dokumentaristin Zwischentitel eingeblendet STUDIOLAND, SPONTAN, NEW YORK, UNTERWEGS, FLASH, 10 VOR 11, RUHR.

Allerdings ergibt sich keine Haltung von ihr zu ihrem Filmprojekt. Es wirkt ständig so, als wolle sie einfach einen Film über Helge Schneider machen und habe keine Ahnung, was sie an ihm interessiert. Wohl kaum eine Doku, die es schafft, so wenig informativ zu sein, so wenig über das Objekt ihres Interesses rauszuholen. Es fehlt an allem, was zur Herstellung eines aussagekräftigen Dokumentarfilmes nötig ist. Ein Bewusstsein für das Interesse am zu Dokumentierenden, an der Faszination darüber.

Eindrücklich ist, wie bei einem Auftritt von Schneider ein Weile lang nur Publikumsreaktionen zu sehen sind. Solche Überraschungen in den Gesichtern, die sind nicht gespielt, die entstehen nur durch Situationen auf der Bühne, die weit von Eingeübtem und Runtergleiertem abweichen.

Trotzdem: Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.

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