The best exotic Marigold Hotel 2

The Best Exotic Marigold Hotel vom gleichen Regisseur, John Madden, und vom gleichen Drehbuchautor, Ol Parker, mit einem Verweis auf den Roman von Deborah Moggach war enorm erfolgreich.

Zwei Komponente dürfte dafür entscheidend gewesen sein. Zum einen die exzellente Schauspielerriege (Juldi Dench, Maggie Smith, Bill Nighy und und und) und zum anderen die grundlegende dramaturgische Konstruktion, die den Gegensatz England /Indien unterhaltsam auf den engen Fokus reduziert nutzte, dass eine Gruppe von Senioren sich mit ihrer britischen Rente in Indien ein großzügigeres Leben versprach als in England.

Die Folgen dieser individuellen Kalküle waren umwerfend. Das Hotel entsprach nicht den erwarteten Vorstellungen eines Maharadscha-Palastes. Wie die Senioren und Seniorinnen sich in diesem Konflikt zwischen Erwartung und Realität mit britischem Humor und mehr oder weniger stoisch zurechtbuddeln, das bleibt unvergesslich.

Leider hat der Erfolg die Produzenten nun bewogen, ein Sequel zu produzieren. Hier taucht die Romanautorin Deborah Moggach nicht mehr auf unter Drehbuch bei IMDb, hier muss sich Ol Parker etwas aus den Fingern gesaugt haben. Das hat er unter dem unglücklichen, wenn auch zutreffenden Titel „das zweitbeste exotische Marigold Hotel“ in die Welt gesetzt hat (vorläufiger Titel zum Zeitpunkt der Pressevorführung). Inzwischen scheint der Titel abgeändert worden zu sein in „Best Exotic Marigold Hotel 2“.

Der Film beginnt, und da erinnert er an den Filmbeginn von „Ziemlich beste Freunde“, mit einer rasenden Fahrt von Dev Patel als Sonny, dem indischen Hoteldirektor, mit Maggie Smith, inzwischen Vizedirektorin Donnelly, in L.A. Sie sind auf Investorensuche, denn sie wollen ihr Hotel in Indien um eine Dependence erweitern.

Schon die Autofahrt wirkt gezwungen lustig. Bei der anschließenden Investorenpräsentation macht Maggie Smith für den Tee, der mit siedendem Wasser aufgebrüht werden muss, ein viel zu dickes Fass auf und dramaturgisch ist so eine Investorensuche in L.A. für ein gut gehendes Hotel in Indien bei weitem nicht so spannungserzeugend wie das Abenteuerprojekt eine Gruppe unternehmungslustiger Senioren im unbekannten Indien, wo der Culture Clash heftig rumort und einfährt.

Diese Spontaneität und das Provisorische des ersten Teils ist weg. Das Hotel ist eingerichtet. Die Alten haben es sich gemütlich gemacht, teils haben sie Jobs angenommen. So fällt dem Autor als Spannungserzeugungsversuch nicht viel mehr ein als die Drohung mit dem anonymen Hotelinspektor, den der Investor in L.A. ankündigt und der dramaturgisch wenig ausgereift und mit einer plumpen Naivität von Sonny gekontert wird. Was bleibt, ist die Hochzeit von Sonny als Zielpunkt und diverse Liebesverhältnisse der Alten, die von Buch und Regie lediglich groschenromanhaft abgehandelt, von den großen Stars immerhin mit Würde gespielt werden.

Im zweitbesten exotischen Marigold-Hotel wird Culture-Clash und Abenteuer durch Herz-Schmerz ersetzt. Aber die beiden Hotels sollen sich ja unterscheiden. Sonnys Tanznummer anlässlich seiner Hochzeit ist großartig, die ist schön zu schauen, indisch wie wir es uns vorstellen von Bollywood.

Die bissigste Pointe liefert Maggie Smith, die nach ihrer Rückkehr aus Amerika nach ihren Eindrücken befragt wird: jetzt sei der Tod verlockender.

Ein Hochzeitsfilm, der auf eine Hochzeit zusteuert.

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