Die Wonnen des Klischees im Ruhestand eines Killers.

Keanu Reeves spielt den Ruheständler John Wick in diesem Film von Chard Stahelski nach dem Drehbuch von Derek Kolstad.

John hat seinen Beruf ad acta gelegt: er hat die Überbleibsel, das ist ein schwerer Koffer mit einem Arsenal von Waffen und auch von Goldmünzen, in seiner Wohnung in den Boden einbetoniert. Er wohnt in New York, das die Kamera immer wieder auf der Höhe von hohen Etagen von Hochhäusern nächtens durchfliegt.

John fährt einen romantisch schönen Mustang aus den 60ern. Er hat einen Schicksalsschlag zu verkraften. Seine Freundin ist gestorben. Sie hinterlässt ihm einen süßen, kleinen Hund. Das zeigt, was für eine Seele von Mensch er ist, auch wenn Keeanu Reeves doch oft recht tumb wirkt, besonders wenn die Dinge nicht so laufen, wie er es gerne hätte, dann scheint es, als wolle er keine Energie in Regungen des Gesichtes investieren, sondern alle darin, sich und der Welt zu beweisen, dass ein Held wie er immer überleben wird, da können seine Gegner Schützen noch und nöcher mobilisieren, mehr als auf einer Kuhhaut Platz haben, er killt sie alle.

Allerdings gehört heute auch dazu, dass der Held angeschlagen wird, dass er später sogar in die Hände seines Gegners fallen wird und auch, dass er sich selbst verarzten muss. Das wollte er nicht mehr. Er wollte ein hundefreundlicher Mensch mit einem Oldtimer sein, nichts anderes. Die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen.

Dummerweise ist sein schwarzer Mustang bei einem Tankstopp dem milchbärtigen, russischen Bürschen Josef aufgefallen. Der wollte den Mustang gleich kaufen. Stößt bei John auf taube Ohren. Das kann sich Söhnchen vom Underground-Boss Viggo nicht bieten lassen. Er probt den Überfall auf die Villa von John, tötet den Hund, klaut den Wagen. Das kann sich wiederum der nur leicht lädierte John nicht bieten lassen. Jetzt kommt das Klischee der Abrechnung so richtig schön in Gang.

Das haben die Filmemacher auch tempo- und schallreich inszeniert und zusammengeschnitten, das Auge bleibt gut beschäftigt, obwohl der Geist sich am Schluss fragt, oh, war da was? Sogar ein Kunsthinweis findet sich im Film: auf Johns Bett liegt ein Buch über den Architekten Alvaro Siza, was immer das für die inhaltliche Interpretation des Filmes bedeuten mag.

In den Verbrecherkreisen hat John den gefürchteten Namen „the Boogey-Man“, Baba Jega. Und ganz böse, russische Verbrecher singen an einer Stelle ein traurig-russisches Schlaflied; der Film versteht sich vielleicht sogar als eine Ballade von der empfindsamen Seele eines Killers im Ruhestand mit einem Augenzwinkern zum Zuschauer und zum Genre.

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