Nachts im Museum – Das geheimnisvolle Grabmal

Die Belustigung des Publikums, die die Filmemacher mit diesem Streifen bezwecken, ist das Prinzip einer verkehrten Welt, einer Knopfdruckwelt wie bei einem mechanischen Kabinett oder Glockenspiel, dass Totes lebendig wird, dass das tagsüber tote Museum nachts zu Leben erwacht; ist die Katz oder sind die Besucher aus dem Haus, tanzt die Maus.

Dazu kommen viele Jokes, die ich mir alle nicht merken kann und an denen Heerscharen von Autoren gewerkelt haben, so da sind: David Guion, Michael Handelman (beide Drehbuch und Story), Mark Friedman (story), Thomas Lennon und Robert Ben Garant (letztere beiden für die Charaktere zuständig), dazu hat Shawn Levy eine quicklebendige Regie geführt, lässt die Darsteller lieber einen Tick zu viel machen, Diskretion als Spielprinzip würde als Schwäche ausgelegt.

Protagonist ist Ben Stiller, der richtigerweise immer todernst bleibt, lachen soll schließlich das Publikum, und der, das ist mehr formelhaft und garantiert nicht gravierend eingeführt, Probleme mit seinem Sohn hat, welcher durch diesen Film und alptraumhafte Kämpfe, die er im Britischen Museum zu bestehen hat, einen Schritt in Richtung Erwachsenheit tut.

Auch eine Familienzusammenführung kommt skizzenhaft vor: ein ägyptischer Pharaonensohn, der in New York im Museum aufbewahrt wird, findet in London seine Eltern wieder. Somit sind menschlich-existentielle Themen in das Menue eingebracht.

Auch das hochaktuelle Thema mit den Alten wird gestreift. Um das Problem zu lösen, das sich im Naturhistorischen Museum in New York mit einer korrodierenden Goldplatte aus einem ägyptischen Grab (der Vorspann zeigt, wie diese 1938 entdeckt wurde) ergibt, muss Ben Stiller eine Residenz wohlbestallter Senioren aufsuchen, die gerade munter am Tanzen sind.

Ein reines Klischeevergnügen stellt die Pförtnerin des Naturhistorischen Museums in London dar; so rund und einfältig wie es gerade noch auf eine Leinwand passt. Sie wird später mit dem Steinzeitmenschen turteln, der auf Styroporpocorn steht.

Die Expedition, die sich von New York nach London aufmacht, ist ein bunt historisch gemischter Haufen aus Indianer, Kapuzineräffchen, Ben Stiller und seinem Sohn, letztere beiden für die Realität stehend, dem Steinzeitmenschen, einem Mongolen sowie zwei Minifiguren aus dem Westerngenre und bald gesellt sich noch Lanzelot dazu, dessen Ritterrüstung auch für einige Action gut ist. Denn nachts tobt das Museum.

Erstarrte gusseiserne Löwenwächterfiguren kommen zu Leben und gehen die nächtlichen Besucher bedrohlich an. Sie sind leicht an der Nase herumzuführen mit einem Lichtstrahl aus einer Taschenlampe, der auf den nass reflektierenden Boden gerichtet wird. Da tobt nicht nur der Bär einer kunterbunt zusammengestiefelten Story, denn so kunterbunt so ein Museum ein Sammelsurium an Exponaten ist, so kunterbunt sind die Aktionen, die sich nächtens im Naturhistorischen Museum in London abspielen, zu schweigen vom revitalisierten, furchterregenden Dinosaurierskelett, aber auch ein kleiner, vergoldeter Buddha aus Tibet kann zum ernsten Hindernis für ein nächtliches Eindringerteam werden.

Ziel des New Yorker Teams mit seiner Expedition nach London soll die Reparatur der schadhaften Goldtafel aus dem Pharaonengrab sein; denn ihre Dysfunktion, sie hat angefangen zu korrodieren, und deren Wirkungen haben eine Sponsorenparty in New York ruiniert, indem die wiederbelebten Exponate und die Special Effects der nächtlichen Show plötzlich Eigenleben bekommen haben. Ben Stiller ist darin als Security-Man mit der Abendregie betraut und insofern persönlich involviert, wodurch das Desaster zu seinem persönlichen Makel wird, welchen er mit der London-Tour wieder gut machen will.

Im Londoner Museum gerät der Pompej-Effekt außer Kontrolle und das ist allerdings nicht darauf zurückzuführen, dass der amerikanische Cowboy und der Miniritter in Miniausgabe, der mit seinem Begleiter da hineingerät, den Namen nur von hinten lesen und sich fragen, was ist das: Jepmop?

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