Was tut der Mensch nicht alles für Geld. Der früher gefürchtete Kämpfer und Killer der Shogun Elitekräfte Jubee Kamata, eindrücklich dargestellt von Ken Watanabe, hat eine Frau von den Ainu, den Ureinwohnern Japans geheiratet, hat seinem Töthandwerk auf ihren Wunsch abgeschworen und lebt in einer einsamen Gegend mit den beiden Kindern allein, da seine Frau vor drei Jahren gestorben ist. Sie liegt in der Nähe der einfachen Behausung begraben.
Eines Tages taucht sein früherer Kriegs-Freund Kingo Babata auf, Akira Emoto, ein nicht minder eindrücklicher ältere Darsteller. Er möchte Jubee für einen besonderen Auftrag gewinnen. In einem Bordell wurde einer Frau von zwei Übeltätern das Gesicht mit Narben entstellt. Die Huren haben enorm viel Geld zusammengelegt, um Killer anzuheuern, die die beiden miesen Typen umbringen sollen. Dafür will Kingo Jubee nun gewinnen. Der lehnt erst ab. Er fühlt sich an das Versprechen gebunden, das er seiner Frau gegeben hatte. Wie aber eines der Kinder ungenießbare Wurzeln aus der Erde zieht, wie Jubee sich die wirtschaftliche Not, in der er steckt, bewusst macht, versucht er in elegisch breiter Zwiesprache am Grab seiner Frau die Sache mit seinem Gewissen zu vereinbaren.
Schließlich holt er seine Kampfausrüstung hervor und begibt sich mit Kingo auf den Weg. Zu den beiden gesellt sich bald noch ein Ainu, der etwas undurchsichtig, aber auch veinnahmbar erscheint.
All das erzählt San Il-Lee, der sich auf das Drehbuch des Filmes von David Webb Peoples von 1992 mit Clint Eastwood als Regisseur und Hauptdarsteller beruft und es für Japan abgewandelt hat, in episch-elegischer Breite mit wunderschönen, kargen weiten Landschaften und die Reiter wirken darin wie aus einer Ewigkeit, wie aus einer vergangenen Zeit, einer vergangenen Kinozeit.
Es ist, als wolle Sang Il-Lee mit einer kopierten Antiquität ein Museum bestücken. So besehen, ist ihm das großartig gelungen. Der Film spielt anfangs 1869 im 2. Jahre der Meiji-Dynastie und dann 1880 im 13. Jahr der Meiji-Dynastie.
Es gibt Hinweise auf die Behandlung der Ainu durch das Militär. Das war nicht minder brutal als die Amis es mit den Indianern hielten. Als großes Leinwandwerk versteht und realisiert Sang Il-Lee dieses Remake, das er auf Japan übertragen hat, ohne Spezialeffekte und mit harten Kämpfen; den Helden geht’s heftig rein.
Mit großem musikalischem Pathos wird die Endabrechnung zelebriert. Und der Dokumentarist dieser Geschichte, die doch bittschön nicht vergessen werden soll, der kommt darin auch vor. Er ist beim Militär und rettet sein Leben dadurch, dass er sagt, er schreibe. Der Held fordert ihn auf, eben diese Geschichte für die Nachwelt zu überliefern.