Dracula Untold

Hochprofessionel eignet Hollywood der Dracula-Figur von Bram Stoker eine Vorgeschichte zu. Das Buch stammt von Matt Sazama und Burk Sharpless, die Regie hatte Gary Shore. Man könnte das ganze weitere Team anführen, es scheint der Film ist in allen Abteilungen vom Buch über die Regie zu den Schauspielern über die Ausstattung, die Kostüme, die Musik, die Animation, den Schnitt, exzellent und sorgfältig besetzt, so dass wir spannende 90 Minuten lang unbekannte Einblicke in die Historie von Dracula gewinnen und damit vielelicht dem Thema Vampirismus („eine Seele verzehrt sich nach der anderen“) eine neue Facette abgewinnen können.

Fürst Vlad, der britische Schauspieler Luke Evans, ist anfangs des Filmes noch ein ganz normaler Held, ein markantes Gesicht, nicht unnötig pathetisch, vertrauenerweckend und verantwortungsbewusst. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Der Held im Status von einem wie Du und Ich. Er selbst hat einen Teil seiner Jugend am türkischen Hof verbracht, weil der das von seinem Vater verlangt hatte. Denn der türkische Hof war der mächtige. Vlad stammt aus der transsilvanischen Provinz.

Wie Vlad jetzt in seiner Provinz an der Macht ist, verlangt der türkische Sultan von ihm tausend Jünglinge und einen dazu, seinen Sohn Ingeras, noch halb ein Milchbub. Das wird für Vlad zum großen Konflikt, denn seiner Frau hatte er hoch und heilig versprochen, das nicht zu tun. In letzter Sekunde löst er diesen Konflikt unerwartet mutig, indem er eigenhändig die osmanische Gesandtschaft, die die Forderung einziehen will, umlegt. Den Ruf des „Pfählers“ hat er da schon lange weg. Damit bringt er aber sich und die Seinen in akute Gefahr, denn das kann Sultan Mehmed nicht auf sich sitzen lassen. Es geht jetzt um den Preis der Sicherheit der Familie.

In der Eingangssequenz des Filmes haben er und seine Soldaten den Helm eines türkischen Kämpfers entdeckt, aber keiner von ihnen hatte Feindkontakt. Das führt zur Erkenntnis, das es da noch einen Mitspieler gebe. Es handelt sich um den Master Vampire, der mit seinen unheimlichen Kräften im Inneren eines Berges haust. Wer da hineingegangen ist, ist nie wieder herausgekommen. Dort spürt Vlad, könne er ein Mittel zur Lösung seines Konfliktes finden.

Vlad macht sich in einer waghalsig-malerischen Szene auf den Weg zu dieser Höhle, die mitten in einer steilen Felswand den Eingang zum Berg markiert, trifft auf den Master Vampire und trinkt dessen Blut, was ihm gewaltige, übermenschliche Kräfte verleiht, ihn aber auch auf den Tabubereich für Vampire einschränkt: Schwäche für Silber und Licht. Das ist der Preis für den Erhalt der Liebe und der Sicherheit der Familie. Dank dieser Kräfte zerstört Vlad eine erste Streitmacht des Sultans von 1000 Mann im Handstreich.

Das stachelt den Sultan nur noch mehr an. Vlad lässt sein Volk sich in eine Burg von Mönchen tief im Inneren des Landes zurückziehen, um vor den Türken zu fliehen. So wird sich die sich anbahnende Kampfsituation unter erschwerten Bedingungen zusätzlich zuspitzen. Je heißer der Kampf tobt, desto mehr bedienen sich die Filmemacher der Computeranimation, mit der sie sich bis dahin angenehm und wohldosiert zurückgehalten haben, was sich für die Kämpfe als durchaus vorteilhaft erwiesen hat. Mit der Animation bekommt die Geschichte allerdings auch mehr Spukhaftigkeit.

Wilde Schwärme von Fledermäusen greifen in den Kampf ein, fast wie eine Tanzchoreographie mutet das Dirigat von Vlad an, hoch auf einem Felsvorsprung, ein Urtraum des Menschen mit wenigen Dirigierbewegungen so viel Wirkung auszulösen, denn so ein Fledermausschwarm kann ein rieisiges, osmanische Heer durcheinander bringen. Allerdings ist ein Vampir nicht gefeit gegen die Kriegslisten seines Gegners. Der Sultan dringt in die Festung ein, was zu noch prekäreren, atemberaubenderen Situationen führt, seine Frau wird in die Enge getrieben, hält sich nur noch mit den beiden Händen am Felsvorsprung fest und wie sie loslässt …
Man wünschte sich solche Zaubermittel gegen das aufkommende Kalifat im Irak und überhaupt gegen den Terror auf der Welt.

Die deutsche Synchro braucht sich vor der Qualität des Filmes nicht zu verstecken.

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