Mike Myers konfrontiert uns in diesem Film mit einer merkwürdig widersprüchlichen, in wenigen Szenen auch nachgestellten Hollywood-Realität; mit der kaputten Traumwelt der Erfolgreichen; es wird, obwohl nur 85 Minuten lang, fast unterträglich, das kaputte Hollywood von diesem einzigartigen Menschen Shep Gordon schwärmen zu hören, der offenbar die Menschlichkeit hat, die Hollywood fehlt, die die Kaputten zusammenhält, die ihnen Halt gibt.
Wobei Shep Gordon selber auch nur eine kaputte Kindheit zu kompensieren versucht; er litt unter seiner strengen, jüdischen Mutter, die seinen älteren Bruder gnadenlos bevorzugt hat, der war der Star, dessen Hund durfte in der Wohnung frei herumlaufen und den jüngeren Bruder beißen; wenn der mal ein Geld bekommen hatte, musste er es dem älteren Bruder geben. Shep scheint sein Leben lang versucht zu haben, eine heile Familie herzustellen. Aber er hatte Drogen, Alkohol, Frauen, Luxus; er ist mehr durch Zufall, so wie er es darstellt, zum Manager geworden, obwohl der Punkt, dass er sich in Hollywood ausgerechnet im berühmten Landmark Hotel aufgehalten hat, noch der Erhellung bedürfte.
Sie schwärmen von ihm als einem Menschen im jiddischen Sinne, einem absolut zuverlässigen und honorigen Menschen; andererseits erzählt er, wie skurpellos er vorgegangen ist, um seine Leute berühmt zu machen, um sie in die Schlagzeilen zu bringen; obwohl es doch vor allem Veaudeville-Effekte waren, also eher billige Show-Tricks, mit denen er arbeitete und dass er mit anderen Managern die Angst um den guten Ruf seiner Klienten nicht teilte; abgebrüht kalkuliert – dagegen diese unisono gerühmte Menschlichkeit, wie er viele Dinge ohne Gage getan hat.
Seine zuverlässigen Freundschaften mit den Stars, sein immer offenes Haus in Maui. Mit Menschlichkeit zum Ruhm? Gleichzeitig hat er aber seinen Klienten beim ersten Gespräch gesagt, er könne sie berühmt machen, aber wahrscheinlich würde er sie dadurch umbringen. Er wird als ein Mensch geschildert, der nie ein böses Wort verloren hat. Erst sehr spät hat er eine Rohkost-Apologetin geheiratet und er wollte Kinder, aber sie wollte sie nur natürlich gezeugt haben; das hat aber nicht funktioniert; also ging auch diese Geschichte auseinander; letztlich weiß er nicht, wem er sein offenbar beträchtliches Vermögen hinterlassen soll.
Eine für uns weit abgehobene Welt, eine fremde Welt, in der es offenbar nur um Geld und Reichtum geht – und in dieser einsamen Etage suchen sie unter sich etwas Menschlichkeit und finden sie beim Mephisto. Der das Gefühl hat, immer anderer Leute Leben gelebt zu haben, der sich im Rentenalter anfängt zu fragen, was er eigentlich wolle. Der sieht, dass es keinen Aspekt des Ruhmes gebe, der gesund sei.
Immerhin hat er oft ein erfrischendes Lachen, eine erstaunte Gackerlache, die sich unschuldig über sich selber wundern kann. Aus früheren Jahren gibt es Bilder, die wie ein Flash eine Teilmenge Ähnlichkeit mit dem russischen Oligarchen Fjodorowski suggerieren.
Hollywood hat viel Reichtum aber nicht mehr Menschlichkeit hervorgebracht, Quintessenz vielleicht dieses Filmes.