Sin City 2: A Dame to kill for

Eine Überdosis an kunstvoll gemachtem Comic über genderbedingte Obsessionen, Mann („das Feuer in sich fühlen“, „never let the monster out“), Frau (Engel und Hure bis hin zur Selbstverstümmelung), Macht mit den Insignien Geld, Frauen, Waffen und Gewalt und so was wie Liebe dabei, bei dem sich die Geschichte für den nicht Sin-City-Kundigen allerdings in dem langen Tunnel von über 100 Minuten in Schwarz-Weiß noch verdüsterndem 3D verunklart. So dass der Spaß an der schönen Machart bleibt, an hart herausgearbeiteten Männergesichtern, an nicht-humanem Chauffeur mit zerquetschtem Auge, an Fingerbrechen und rasanten Köpfungen, an brillanten Kartenspielereien, an die Haarfarbe pausenlos wechselnden, attraktiven Frauen und Gogo-Girls und an mit Pfeil und Bogen präzise schießenden Amazonen.

3D immer noch mit Schwierigkeiten, es verschwimmen die Bilder ineinander bei manchen Kämpfen, wenn die Kamera sich über lichtreflektierende Wasserlachen bewegt oder wenn massenhaft Geld aus dem Spielautomaten quillt.

Was machtbewusste Männer gar nicht ertragen können; wenn ein anderer ihn zum Narren macht, beim Spielen zum Beispiel.
Nach dem Einstecken von Schlägen: was du eben erlebt hast, das ist Macht, du wirst dich an mich erinnern. Show me who is the boss. You’d better be off dead Johnny, all you need is money. Something comes behind u, it smells all weary.

Hier geht es nicht um den Spaß an Individualität und Erotik. Hier geht es nur ums Gewinnen und Verlieren, um das Haben von Geld, Frauen, Macht, Waffen. Um ständigen Überlegbenskampf auf dem Hochseil der Macht gegen all die Angreifer. Eine gekonnte graphic Fotoshow, die durch 3D allerdings nicht gewinnt.

Und dann noch eine Träne für die Familie: but he was my son.
Dazu viele schöne, altbewährte Effekte von zersplitterndem, zersplittertem Glas und Spiegeln. Wobei, nicht alle Bilder haben die gleichreichhaltige Qualität an Lebendigkeit von Hintergrund und Struktur. Aber die Kolorierungen, die sind reizvoll und erinnerin an die Anfänge der Filmgeschichte, die rote Fahne in Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin. Insofern ist die Filmgeschichte heute nicht weiter als vor 100 Jahren.

Buch: Frank Miller. Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez

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