Katakomben

Verwirrend an diesem Horrorstreifen von John Erick Dowdle, der mit seinem Bruder Drew Dowdle auch das Drehbuch geschrieben hat, ist einerseits die elaboriert gepflegte schwarz-weiße Bildfolge mit grafischen Einschlüssen über dem Abspann und andererseits, das ist wirklich verblüffend, wohin die kleine Gruppe von Schatzsuchern gelangt, nachdem sie immer tiefer und immer tiefer in den Untergrund von Paris vorgestoßen ist.

Der Schluss wirkt direkt witzig. Vielleicht haben sich die Gebrüder Dowdle einfach einen Horrorspaß machen wollen. Allerdings droht die ganze Aktion der kleinen Gruppe, die sich von der Idee einer jungen Archäologin hat vereinnahmen und überzeugen lassen, dass tief unter Paris ein ganz besonderer Schatz verborgen liege, im Unscharf der chronischen Wackelkamera und flackernden Lichtes unterzugehen.

Die Herleitung zur Begründung des Vorhandenseins des Schatzes wird obskur vorgetragen mit einem Vorspiel einer Untertageforschung in Teheran. Bildtafeln und Inschriften und selbstverständlich Aramäisch sind Wegbereiter und Hinweisgeber, denn in Paris soll es einen Stein geben, der jedes Metall in reines Gold verwandeln könne.

Wobei die Gruppe keinerlei wirtschaftliche Interessen an ihrem Fund zu haben scheint. Sie macht die Expedition offenbar doch vor allem, um die Gebrüder Dowdle bis zum Umkippen unscharfe Wackelkameraufnahmen aus Stollen und Höhlen und Kavernen und Kanälen und Gängen und Totengebeinen und dann noch wie auf der Gespensterbahn auf dem Rummel mit unverhofften ängstigen sollenden Geisterscheinungen schießen und aneinanderreihen zu lassen. Logik des Fortgganges der Handlung ist ebensowenig gefragt, wie Logik des Weges. Immer weiß irgendwer, wie es weiter geht, so ist das halt in unterirdischen Spielereien.

Damit der Horror wirklich glaubwürdig wird, müssen die Akteure viel Hysterie spielen und Verzweiflung. Und zwischendrin, der Gag ist nicht neu, in der größten Gefahr, darf George, der gar nicht mit wollte, Scarlett daran erinnern, dass die zwei Wochen mit ihr in der Türkei das schönste gewesen sei, was er erlebt habe.

Chaos plus Wackelunscharf plus unscharfe Begründung gleich Horror.

Schön, der Typ, der in alte Gebäude einbricht, um Dinge zu reparieren, eben ist er auf dem Glockenturm und da schlägt die Glocke seit ewig zum ersten Mal, den Sound hauen die einem fast wie original um die Ohren.
Die Leute wissen immer im richtigen Moment: halt Stop, das ist eine Falle.
Und ein paar Bewusstseinsirritationen mit Versatzstücken aus der Oben-Welt bauen die Filmemacher unter Paris schon ein.
Dabei ist deutsche Synchro direkt passabel.

Gute Frage: Sind wir tot?
Zum nie vorher erwähnten und plötzlich als Gehängtem auftauchenden toten Dad: Dad, es tut mir so leid, dasss ich an dem Abend nicht ans Telefon bin. Es kann sich nur um einen Versuch von Horrorparodie handeln. Verstärkt mit wasserdichter Gruselsounddecke darüber.

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