Step Up: All In

Tanzkonfektionsfilm fürs Zielpublikum mit stereotyper, ausgewalzter Story zwischen den Tanznummern mit wenig inspirierter Choreographie und einer Tanzweisheit, die krass im Gegensatz zur Machart des Filmes steht, der im Finale alles Dagewesene übertrumphen möchte.

Erst wird anhand der Truppe „Mob“ aus Miami gezeigt, wie schwer es ist, als Casting-Tingel-Tänzer Jobs zu bekommen, dann resigniert „Mob“ und kehrt nach Miami zurückkehrt, unseren Haupthelden Jean allein in L.A. zurücklassend samt gebrochener Freundschaft mit dem besten Kumpel Eddy; das Thema „einen Freund hängen lassen“ ist damit eingeführt, dann endlich wird das Hauptziel des Filmes eingebracht, der Vortex-Wettbewerb in Las Vegas, der der besten Truppe einen Dreijahresvertrag verspricht, wobei hier noch keiner weiß, dass alles getürkt ist, wie halt so üblich im Showbiz, siehe ZDF-Bestenlisten.

Jetzt ist Jean elektrisiert. Er muss eine neue Truppe zusammenstellen – die werden LMNTRX heißen. Das und das übrige Narrative erzählt der Film in der Regie von Trish Sie, die ein Buch von Johan Swetnam und Duane Adler zum Leitfaden hatte, mit statisch inszenierten Dialogen, die jedes Tanzfeeling zu Boden drücken wie eine Industriearbeiter-Pflichtübung.

Dann muss die Liebesgechichte des Haupthelden eingeführt, ihm eine Unterkunfts- und Übungsmöglichkeit gefunden werden, das Tanzstudio „Cha Cha Dance“ der Großeltern des süßen Freundes Moose; das Storybuilding kommt einem vor wie der Zusammenbau eines Ikea-Systemschrankes., Ikea-Dramaturgie, vielleicht kein schlechter Begriff.

Dazu zählt auch die Vorgabe eines Zeitrahmens: 3 Wochen bis zum Wettbewerb, 4 Stunden an der Arbeitsstelle von Moose, um das Bewerbungsvideo zu drehen während einer geplanten Abwesenheit des Chefs.

Es folgen Einladung durch ein Wunderpäckchen zum Wettbewerb und die Fahrt in einem altmodischen Bus nach Las Vegas (immer alles in Geld abzockendem, lichtfressendem 3D). Hier muss die Dramaturgie die Zeit nun strecken bis zum Finale im Caesars Palace über die K.o.-Vorrunden und Rolltreppenfahren, über Liebe und Enttäuschung, das Thema Vertrauen und was heißt „zuhause sein“, Ausgehen in Vegas und Abreisewunsch/Aufgebenwollen und doch Nicht-Aufgeben und Vorbereiten der unglaubwürdigen Moral des Filmes, dass Tanzen Spaß bereiten soll und dass nicht Gewinnen zählt – wobei der Film genau das Gegenteil praktiziert.
Beim Nicht-Zielpublikum dürften sich Spaß, Überraschung und Empathie in engen Grenzen halten.

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