Heldenepos für kriegerische Buben, die die Familie zusammenführen und für den Frieden kämpfen wollen, die aber nicht vor pädagogisch fragwürdigen Vernichtungsparolen („Vernichte Alpha!“ oder „Wir haben gesiegt und jetzt vernichtet sie!“) zurückschrecken, gleichzeitig jedoch kleinen Zärtlichkeiten und erotischen Knutschereien wie Abgeschlabbertwerden von einer feuchten Drachenzunge nicht abhold sind.

Die Hauptfigur ist ein Bub, Hicks, obwohl er doch schon recht alt sein müsste, denn nach vollbrachten Heldentaten, es gibt wieder brutale Schlachten, hochgradig animiert, und nach dem lässlichen Tod seines Vaters wird er als der neue Chef des Stammes bejubelt.

Der Stamm, das sind alles fantasieschummrige Wurzel-Schrumpel-Hutzel-Figuren. Eine Wurzelschrumpelhutzelwelt wie in den Kinderbüchern für die ganz Kleinen. Diese Menschenwesen halten Drachen wie Haustiere. Es gibt aber nicht nur die braven, folgsamen Hausdrachen, es gibt auch böse Drachen, den Eisspeier, der will alle anderen Drachen einfangen lassen.

Unsere Hauptfigur Hicks, ein zuckersüß sexy gekleideter Püppchencowboy, der will Frieden schaffen. Seine Mutter hatte er nie gekannt. Die sei gestorben. Wie er mutig, kühn, das ist das Bemerkenswerte an seiner Animation, dass er ein Junge ist, der immer ganz ernsthaft seine Projekte verfolgt, gegen den Rat seines Vaters sich mit seinem Drachen Ohnezahn aufmacht, den Eisdrachen Drago zu treffen und mit ihm zu verhandeln statt ihn zu bekriegen, stößt er auf seine Mutter. Diese hatte ein Erbarmen mit den von Drago gefangenen und verletzten Drachen. Sie sorgt heimlich für diese. Eine Verletzung hat auch Hicks aufzuweisen, ihm fehlt das linke Bein. An der Stelle hat er eine Funktionsprothese.

Mit Verhandeln mit Drago ist allerdings nichts zu machen. Der hat sogar magische Kräfte, und verhext Ohnezahn, der sich plötzlich gegen Hicks wendet. Am Ende jedoch nach noch einem und noch einem Suspense-Moment siegt Hicks. Er wird der neue Stammesfürst. Alles huldigen ihm und jubeln ihm zu.

Warum müssen diese animierten Kinderfilme aus Hollywood immer so brutal sein, so wahnsinnig viel überbordende Action haben? Sicher sind es geile Bilder für Kinder, wenn sie mit Drachen die tollsten Kapriolen fliegen und durch die Luft jagen und rasen können wie auf einer hochmodernen Attraktion auf dem Rummelplatz.

Kriegsideologie: „so viele Verluste und wofür das?“, aber im Gegensatz dazu „ein großer Mann ist gefallen… ein Krieger“, groß, tapfer, selbstlos … Heroentum. Amerikanische Kriegsideologie. Dann folgt viel Siegesgegröle und tiefe Verneigung vor dem neuen Herren und Helden … der ja noch ein Bub ist.

Mit Krieg den Frieden wollen, das ist der krasseste Fehlschluss angesichts der neuesten Kriege und ihrer Folgen: Irak, Afghanistan und immer wieder Israel/Palästina.

Dean DeBlois hat das Drehbuch nach der Buchserie von Cressida Cowell geschrieben und auch die Regie geführt.

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