Bad Neighbors

Pointe – Lacher – Pointe – Lacher – Pointe … das ist das Funktionsprinzip dieser Art von Ventilkomödie, mit der die Autoren Andrew J. Cohen und Brendan O’Brien für die Regie von Nicholas Stoller uns vielleicht weniger, umso mehr möglicherweise die Zielgruppe in der Zielgegend beglücken.

Die Zielgruppe dürften die sein, die im Film hauptsächlich vorkommen: Studenten und junge Ehepaare, die gerade ihr erstes Kind haben, Menschen in der kniffligen Übergangsphase vom Freibeutertum zum Babywickeln.

Die Zielgegend dürfte die Lendengegen sein, das Ablachen auf Lendenniveau, Ablachen über die lächerlich-tierische Verfasstheit des Menschen entweder als Milch spendende Kuh oder als von Erektionen oder deren Ausbleiben geplagtem Gegenstück.

Der Zusammenprall dieser zwei sich doch so nahen Welten passiert in einer ruhigen Wohnstraße mit Einfamilienhäuschen in einem amerikanischen Ort namens Ardendale.

Für die junge Familie stehen Seth Rogen, der hier Marc Radner heißt, und mit Rose Byrne, die hier Kelly Radner heißt, verheiratet ist und die bereits eine süße kleine Stella ihr eigen nennen. Komik bedeutet in diesem Fall beispielweise, dass die Eltern sich in einem Geschlechtsakt abmühen und die Kleine quietschvergnügt zuschaut. Disput unter den Eltern darüber, die könne ja noch gar nicht richtig sehen oder nur so runde sich bewegende Dinger, da meint er, ja eben seine „balls“ – die Erziehungskorrektheit in die Pfanne gehauen.

In dieser Art dialogmechanischer Komödie muss es Zack auf Zack gehen, Zeit für ein Atemholen oder gar Sich-Distanzieren würde das Spiel verderben. Und Zack, schon zieht Zac Efron als Teddy Sanders mit seiner Studentenverbindung in das Nachbarhaus. Die Einweihungsparty, die wird von den Radners noch toleriert. Man möchte in der Nachbarschaft Weltoffenheit demonstrieren und nicht gleich spießig die Polizei alarmieren. Aber schon bei der Party der zweiten Nacht ist es soweit.

Der Nachbarschafts-Krieg ist eröffnet. Der Nachbarschaftskrieg und der Pointenkrieg. Es wird mit allen Mitteln und Listen gearbeitet in so einen Film, der keinen höheren Anspruch hat, als zu unterhalten wie das Vereinstheater am Vereinsabend und mit einer Stimmung, bei der man am besten schon einen gezwitschert hat, damit das Feuerwerk an Zoten auch als entsprechend zündend empfunden wird. Die Filmemacher wollen weder die Welt verbessern noch verändern auch nicht das Kino oder die Kinowelt. Sie wollen sich einen Spaß machen und damit ein Geld verdienen, indem sie Dinge äußern, die der kultivierte Mensch so nicht unbedingt äußern würde. Und das geballt auf eine Filmlänge. Eine Rechnung, die wohl aufgehen dürfte. A gaudi muas sein, würde es in Bayern heißen. Aber hier machen die Amerikaner das Geschäft damit.

Wichtige Themen: Erektion durch meditative Konzentration, Schwertkampf beim Pinkeln, Dildos aus Schwanzabdrücken der Studenten (zur Finanzierung der Reparatur eines vom bösen Nachbarn verursachten Wasserschadens, der cleverste holt sich seinen Dildo aus dem 3D-Drucker), De Niro-Imitationen, schmerzhaftes in die Eier greifen, das Thema Mutter, Muttermilch und Kuh, lass uns Sex auf dem Küchenboden machen, Modelabel-Parodie mit nackten, männlichen Oberkörpern, wenn die Mutter Alkohol getrunken hat, spricht der Mann von Schnaps in den Brüsten = weiß Russian, Air-Bag-Gags, Einblicke in erniedrigende studentische Rituale, uns ist ganz kannibalisch wohl, als wie fünfhundert Säuen (oh, dies letztere Zitat hat sich jetzt aber versehentlich-kulturassoziativ von einer anderen Baustelle hier eingeschlichen und hat nichts mit diesem Film zu tun, wohl aber mit deutscher Hochkultur; Goethe, Faust, Auerbachs Keller). Mehr soll hier auch nicht ausgeplaudert werden aus dem Schmutzkästchen. Deine Brüste sehen aus, wie die Beine meiner Großmutter.

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