Grinsend verzettelt sich George Clooney, der nicht nur einer der Produzenten dieses Filmes ist, die Regie führt, mit Grant Heslov nach Robert M. Edsel und Bret Witter am Drehbuch mitgeschrieben hat und eine der Hauptrollen spielt, grinsend also verzettelt sich Clooney mit Sprüchen und Jokes an einem durchaus bedenkswerten Thema: Rettung von Beutekunst in der Nazizeit.
Offenbar war Clooney mit dem Schnellkochtopf-Drehbuch-Rezept bald zufrieden: die US-Armee will möglichst viele der von Hitler und seinen Mordgenossen erbeuteten Kunst retten und sicherstellen. Also muss ein Trüpplein kunstnaher Soldaten zusammengestellt werden, die diesen Auftrag zu erfüllen haben. Das wird mehr skizzenhaft vorgetragen. Die Eigenschaften der Figuren beschränken sich auf ihre Typenhaftigkeit, Komiker qua Typecast nebst dem braven Matt Damon und dem Clooney, der gerne grinst.
Aber die Berliner Filmwelt geht in die Knie, wenn Clooney kommt und bereitet ihm einen goldenen Förderteppich, er wäre schön blöd, wenn er nicht zugriffe. Vor lauter Kniefall hat vermutlich niemand das Drehbuch richtig gelesen. Das Thema als solches noch dazu im Starduft von Clooney hat betört und geblendet. So ist denn niemanden richtig aufgefallen, dass das Drehbuch ruckzuck geschrieben worden sein muss, dass es sich gar nicht erst die Mühe macht, eine erzählerische Rahmenhandlung zu erfinden, die der Angelegenheit den richtigen Stellenwert gibt, da gibt’s einzig einige voice-over von Clooney gesprochene Texte, die auf die Relation von Kunst und Menschenleben hinweisen.
Zu diesem strukturellen Mangel an Rahmengeschichte kommt als weiteres strukturelles Manko hinzu der komplette Verzicht auf einen die Erzähldynamik antreibenden persönlichen Konflikt oder Einzelfall, wie es der amerikanische Film doch sonst ganz gut beherrscht.
So wirkt denn der Film auf mich eher wie eine Art Power-Point-Präsentation zum Thema und wie man daraus eventuell einen spannenden Film machen könnte. Diese Präsentation wiederum wirkt so, als entstamme sie aus einem kinematografischen Pendant zum Nespresso-Pad.
Clooney muss nur noch auf den Knopf drücken. Erst muss schnell das Trüpplein zusammen gesucht werden, mehr kursorisch, mit dem einen und anderen Joke, dann müssen die einen Schnellkurs zum Soldaten durchmachen, auch das husch-husch. Dann fangen sie an, die Bilder zu suchen. Und weil Matt Damon so eine Figur ohne Eigenschaften ist, weil er mit seinem zurechtgestupsten Näschen so fad geworden ist, wird er zuerst mit einem ziemlich einfältigen Jobverständnis präsentiert: er will ein Bild, ein einziges aus einer Riesenanzahl dem Eigentümer an die Pariser Adresse zurückgeben, persönlich zurückbringen, restituieren, denn so lautete sein Auftrag. Die Wohnung ist natürlich leer. Logo. Du liebe Einfalt. Also braucht er zur Aufpeppung der Figur den Ansatz zu einer Liaison mit der Pariser Museums-Angstellten Claire, auch so husch-husch skizziert, projekthaft mehr denn ausgeführt, ein kleines Techtelmechtel. Das ist doch toll, mitten im Krieg oder kurz darnach eine Soiree zu zweit im langen Schwarzen und im Anzug. Aber im Zusammenhang mit dem Thema völlig nichtssagend. Deshalb vernachlässigenswert, da auch nicht aus sich heraus bestechend.
Die Power-Point-Präsentation verweist darauf, wie man mit wenigen Mitteln viel Film-Krieg herstellen kann, wie man mit einer einzigen Kulisse mehrere Minen in Deutschland simulieren kann (Siegen, Merker, Heilbronn, Bad Ausssee etc.), wo die Nazis eine Million oder mehr gestohlene und requirierte Kunstwerke versteckt hatten. Und die unser braven Mannen finden.
Zwei Kunstwerke, die besonders wertvoll sind, werden hervorgehoben: eine Madonna von Michelangelo und ein Genter Altar-Triptichon. Das läuft wie eine Pfadfinderübung ab, wie diese braven Soldaten diese Kunstschätze in den Minen mit glücklichen Mienen finden.
Da Glück und Erfolg im Film allein langweilig sind, muss zur Erheiterung des Unternehmens ein kleiner, breit ausgewalzter Joke her mit einer Tretmine, auf die sich Matt Damon unglücklicherweise gestellt hat. Das gibt einen weiteren Anlass für ein paar flapsige Sprüche und für ein kompliziertes technisches Konstrukt, um sein Gewicht zu entlasten, was aber letztlich nicht richtig nachvollziehbar und einsichtig hergestellt und gezeigt wird.
Ebenso locker geht die Befragung eines Nazi-Offiziers vonstatten, der mit der Raubkunst befasst war. Sprüche über Sprüche geklopft von Clooney. Insgesamt wirkt der Film wenig homogen. Sowohl sprachlich (gelegentlich kommt der Wunsch nach Oropax auf) auch bildfolgenmäßig, wenig Interesse an Farbabgleich oder an einem suggestiven Schnitt, der eine Art von Continuity der Erzählung zumindest suggerierte. Das Produkt wirkt insofern stilunsicher oder stilunentschlossen, die Flapsigkeit scheint über allem zu herrschen, Hauptsache, wir haben Szenen zum joken und Sprüchereißen. Das Kino müssen wir ja sowieso nicht neu erfinden, wenn uns der Fundus so viele Versatzstücke zur Verfügung stellt, auch wenn einige arg abgewetzt wirken, wie die ganzen Kriegs – und Trümmerszenen; was solls, egal, solange uns die deutsche Filmförderung das Geld nachschmeißt.
Merkwürdiger Kitsch ist die Weihnachtsszene mit der Schallplatte, die per Feldpost von Verwandten angekommen ist, ellenlang diese nette Frauenstimme und dazu Stilllebenimpressionen von den Soldaten. Cui bono? Oder eine veräppelte Zahnarztszene, die irgendwann mit einem Schrei im Off einfach abgebrochen wird. Insofern ergeben sich erzählerisch andauernd gravierende Rhythmusprobleme. Oder wollte Clooney einen realistischen Eindruck des Chaos in der Übergangszeit vom Krieg zum Frieden darstellen? Das dürfte ihm irgendwie dann doch gelungen sein – oder wollte er gar sich selbst einen Spiegel seiner eigenen Verzettelung präsentieren?
Dieser Film scheint eher die krude Formulierung eines Traumes von Clooney von sinnvollem Friendship und Statement pro Kunst zu sein denn irgendwas sonst, ein nicht so ganz richtig aus- und durchgeführter Film.
Sehr geehrte Damen & Herrn
Anfrage von einem Erfinder, haben Sie Interesse an eine * KINO-SHOW * die ich mir erarbeitet habe ?.
Sie könnte in jedem KINO gestaltet werden , denn mein KONZEPT ist so ausgelegt . Bei Interesse werde ich Ihnen mein KONZEPT gerne mitteilen , Danke für Ihre Zeit .
Ihr Hans van Dorn
Hallo Herr Dorn,
bitte entschuldigen Sie die lange Wartezeit, aber bei uns sind Sie mit einem Konzept dieser Art falsch. Ich denke, Sie sollten sich an einen TV-Sender oder über ein Gründernetzwerk an einen Investor wenden.
Mit freundlichen Grüßen,
Julian Reischl
Danke für Ihre Nachricht , die mir vielleicht helfen könnte , die TV-SENDER sind heute nicht sehr angetan von unbekannten AUTOREN ,IDEE`n aufzugreifen , denn sie bleiben bei deren ALTEN HUT , ist er auch abgenutzt , er passt aber immer noch , oder ? . TV-SHOW´s wo Fragen gestellt werden , wie im KINDERGARTEN FÜR ERWACHSENE ,
das geht mir und meinen Bekannten schon lange auf die NERVEN , oder ? .
* NEUE TV-SHOW´S BRAUCHT DASS LAND , ODER ? ? ? .
Ihr FILM-FAN Hans van Dorn
Mich finden Sie unter: http://www.werbetyp.de , wer will kann mir mailen , Danke .