Winter’s Tale

Nichts passiert ohne Vorsatz. Einer hat ein besondereres Schicksal als der andere und kann sogar ein Stern werden.

In diesem Film von Akiva Goldsman nach dem Roman von Mark Helprin dreht sich alles um das Schicksal, das wir nicht selbst in der Hand haben. Wir müssen schon dem Geheimnis verbunden sein. Es gibt geheime Kräfte, zu denen nicht jeder Zugang hat. Das Geheimnis von Licht und Strahlen. Vielleicht auch der Liebe? Das Geheimnis kann einem Auserwählten einen Schimmel schicken, der gegebenenfalls auch fliegen kann. Einem Menschen, der 2014 noch so alt ist wie 1916. Dumm nur, wenn sein Gegenspieler auch nicht altert und hinter ihm her ist.

Die Hauptfigur in dieser teils opernhaft-staatstheaterlichen Inszenierung auf höchstem Niveau ist Colin Farrell als der Klempner und Gauner Peter Lake. Er schaut gerne sinnlich und literarisch. Ihm haben sie ein Art Schmachtfrisur und überdimensional balkenhafte Augenbrauen verpasst.Sein Ziehvater war Pearl Soames. Russell Crowe spielt diesen mit z-förmiger Narbe auf der Wange so, dass man immer das Gefühl hat, er müsse sein Gesicht ruhig halten, damit das Maskenteil nicht runterfällt, das gibt der Figur eine leicht bedrohliche Statik. Peter Lake, das Waisenkind, erzählt in einer anrührenden Szene, wurde von Pearl aufgezogen und in seine verbrecherischen Dienste gestellt. Inzwischen ist Pearl allerdings hinter ihm her.

Lake ist eben bei einer reichen New Yorkerin eingestiegen, hat just den Tresor mit sensiblem Hinhorchen geöffnet; da kehrt die Klavierspielerin zurück. Ohne den Tresor zu öffnen geht er auf sie zu. Faktisch ist es bereits geschehen. Schon trinken sie ganz brav eine Tasse Tee. Das Schicksal hat zugeschlagen. Pearl will nun, um Peter habhaft zu werden, seine Freundin verschleppen. Gottseidank gibt’s den Schimmel, der fliegen kann. Die beiden landen auf dem Landgut ihres Vaters.

Und so weiter. Dazu gibt’s ständig wie eine Endlosschlaufe RoCo-Musik, auch sensibel. Die New Yorker Central Station spielt eine wichtige Rolle in den drei Phasen des Filmes, die erste spielt um 1895. Und ein Schild „City of justice“ ist auch in jeder Phase von präsentierter Wichtigkeit. Durch die gewisse Kostüm-und Ausstattungsstarre wirken computeranimierte Lichtstrahlen, die diese schicksalshaften Beziehungen symbolisieren, leichter und zauberhafter.

Ein schöner Effekt ist, wenn Pearl Peter sucht. Er lässt Licht auf einen Teller voller Juwelen scheinen, dieses wird über die Steine auf einen Tisch weitergeworfen und lässt dort 3dimensional das Gebäude entstehen, in dem Peter sich versteckt. Es ist die Central Station.

Eine Szene mit einem Optiker, auch da geht es um das Werfen des Lichtes. Und damit der Magie. Trockener Witz. Erste Begegnung von Peter und Beverley, so heißt seine Angebetete, die gerade Klavier spielt. Er macht einen Tritt auf dem Holzboden. Das hört sie. Sie wendet sich um und sagt: Sie haben eine Pistole. Er entschuldigt sich mit dem Satz, es knarzt, es scheint, er will sich dafür entschuldigen, dass er ihr Klavierspiel gestört habe.

Goldsman erzählt diesen Roman so gemütlich, als sitze man gemeinsam am Kamin vor einem Bilderbuch, bekomme die Geschichte vorgelesen, und blättert Seite um Seite um.

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