Hier wird in über zwei Stunden die Geschichte des berühmten französischen Pferdes Jappeloup erzählt, das mit seinem Reiter Pierre Durand (Guillaume Canet) 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul im Springen Gold für Frankreich geholt hat.
Die Geschichte wird chronologisch erzählt. Wir erfahren, wie schwierig und temperamentvoll das relativ kleinwüchsige Pferd von Anfang an war. Wir lernen den Reiter kennen, der zwischen Reiten und Anwaltsberuf schwankt. Der erst dem Vater zuliebe reitet. Es dann aber zugunsten der Anwaltsexistenz wieder aufgibt. Dann sieht er, wie es dem Vater schlecht geht. So reitet er wieder. Hat auch Erfolge. Aber auch Misserfolge. Denn so richtig interessiert er sich nicht für sein Pferd Jappeloup. Das wird ihm später die Pferdepflegerin beibringen. Nachdem er das Pferd verkaufen wollte (ein Lieblingsmotiv jüngerer Pferdefilme) und sie aus Wut darüber abgehauen ist. Aber sie kommen wieder zusammen.
Pierre nimmt jetzt das Reiten ernst. Es gibt jedoch Auseinandersetzungen mit dem National-Trainer. Auch das regelt sich. Privat wird Pierre Vater. All diese Geschichten werden mit einer schnellen, beweglichen Kamera erzählt, pseudodokumentarisch, oft die Hintergründe verschwommen, auch um die Mischung aus Spielfilm und dokumentarischem Material von Rennanlässen elegant zu verschmelzen.
Es gibt viele dokumentarische Bilder vom Springreiten. Wer einen Bezug zu diesem Sport hat, erst recht, wer sich in der Geschichte dieses französischen Erfolgspaares aus Pferd und Reiter auskennt, wer schon davon gehört hat, es bewundert, der wird von diesem Film sicher viel haben.
Wem aber der Bezug zur Reiterei und speziell zu dieser Mannschaft fehlt, der bleibt außen vor, weil die Kenntnis der Geschichte vorausgesetzt wird und nur als diese individuelle Geschichte nacherzählt wird und nicht auf die universellen Komponenten hin abgeklopft worden ist, weil die Hauptfigur quasi nur der Chronik dienend, nicht aber als filminteressante Figur mit einem die Dramaturgie antreibenden Konflikt vorgestellt worden ist. Sie wird als bekannt vorausgesetzt. Das ist oft ein erfolgseinengendes Handicap solcher Filme, die glauben, alle Welt kenne ihren Stoff. Insofern in gewisser Weise ein Insiderfilm. Ständig legt der Regisseur Guillaume Canet, der nach einem Buch von Christian Duguay gedreht hat, eine wenig differenzierende, voluminöse Musik darüber, als ginge es andauernd darum, die Olympiade zu gewinnen.
Die deutsche Synchro ist lieblos runtergerotzt.
Nahaufnahmen aus einem Pferdeleben.