Bei Filmen aus Skandinavien bin ich mir manchmal nicht so ganz sicher, ob die nicht in einer langen Polarnacht und unter Beiziehung von guten Mengen Alkohols ersonnen wurden und ob ihnen dann bei der Morgendämmerung nicht irgendwie der Schwung ausging.
Diesem Film des Finnen Taneli Mustonen, der mit Aleksi Hyvrinen und Timo Parvela auch das Buch geschrieben hat, könnte es so ergangen sein. Er fängt mit überbordendem Erzählelan an; schildert mit massivem Vergnügen am Schildern mit vermutlich bescheidenem Budget und entsprechender Kompensation an Vivacité und Verrücktheit die Geschichte einer kleinen Schule irgendwo in Finnland. Es gibt nur wenige Schüler dort.
Diese Schule soll abgerissen werden, damit ein ehrgeiziger Papa für seinen Buben, den er zum Formel-1-Talent entwickeln möchte, eine Rennstrecke zum Üben bauen kann. Deshalb bedroht der Papa den Direktor der großen Schule, er solle alle kleinen Schulen im Umkreis schließen und die Schüler auf die große Schule schicken.
Die kleine, entzückend entrückte Schule oben am Berg ist uns da bereits vorgestellt worden. Eine Schule, in die die Kinder gerne gehen, denn der Lehrer ist hauptsächlich müde, verteilt die Eulenstempel ohne in die Hefte zu schauen und schaut auch ziemlich verrückt aus.
Vom Schulamt kommt nun ein Formular, das die kleine Schule im Hinblick auf den Umzug ausfüllen muss. Kommt für unseren Lehrer gar nicht in Frage. Er lässt einfach einen Aufsatz über Tiere von einer begabten Schülerin direkt in das Formular eintragen. Hier geht es um Käfighaltung und Verhaltensweisen, die, wenn man sie einer Schule zuschreibt, politisch nicht ganz korrekt sind. Wie nun das Schulamt pikiert und empört auf den Bericht reagiert und sofort sich aufmacht, die Schule zu inspizieren, da sitzen doch tatsächlich die Schüler in einer Art Käfig, der aus Bauzaungittern zusammengestellt wurde, an ihren alten Tischen, die zum Abtransport bereit stehen.
Nun müssen die Schüler in die große Schule. Da gibt es witzige Szenen, wie sie sich zurecht finden sollen. Schließlich kommen sie dahinter, weswegen ihre Schule geschlossen worden ist. Sie lernen auch den Rennfahrervater und den eingebildeten, blonden Rennfahrerbuben, der immer im roten Rennfahreranzug rumläuft, kennen. Jetzt wollen sie den Abriss verhindern. Vom Moment dieses rationalen Zieles an, versucht die Handlung, die auch schnell an Tempo verliert, vernünftelnd an ihr Ziel zu gelangen. Was nicht so leicht ist, denn die Entscheidung darüber, ob Schule oder Rennstrecke, soll ein Rennen auf einer bestehenden Strecke fällen. Da werden sich in einer an sich lustigen Szene ein alter VW-Bus ohne Motor und mit zwei Hunden davor an der Startlinie neben einem richtigen Boliden aus der Formel 1 gegenüberstehen. Die Schüler von der kleinen Schule gegen den Verwöhntbuben. Die Hase- und Igel-Erwartung wird allerdings unterlaufen.
Ein Wort verdient die deutsche Untertitelung. Sie scheint mit einer Übersetzungsmaschine aus dem Internet passiert zu sein, so heißt es beispielsweise statt unfair: unfähr.