In Danny Trejo, der Machete spielt, stecken laut IMDb 256 Film- und Fernsehrollen. Sein Gesicht hat also viele Rollen zu erzählen. Die Machete-Figur hat er auch schon gespielt. Das ist ein Sequel, welches gleich zu Beginn auch als Prequel zum nächsten Machete-Film angepriesen wird. Denn der Bösewicht des Filmes, das ist Mel Gibson als Voz, ein Bösewicht mit Allmachtphantasien wie ehedem die Bösewichte bei James Bond, wird am Schluss mit seiner in lächerliche, blaue Raumnegligés gekleideten Sekte in den Weltraum abheben.
Für dieses Sequel wird Machete ohne zu zögern am Ende des Filmes auf Bitte des amerikanischen Präsidenten hin zusagen. Das war anfangs des Filmes, als der Präsident ihn ins Weiße Haus hat holen lassen und für die Mission gegen Voz begeistern wollte, noch anders, da hat der Präsident noch Überredungskunst anwenden müssen. Aber es geht doch. Denn Machete ist der Stärkste. Und er liebt, wie sein Name sagt, die Machete, es kann aber ruhig eine modernere Variante mit Raffinessen wie ein Schweizer Taschenmesser sein. Er wird so nur noch stärker. Er ist ein Koloss, eine Kampfmaschine, er ist der Stärkste, der einzige, der für die Mission gegen Voz in Frage kommt. Um an Voz ranzukommen, muss er erst in Mexiko Mendez auffinden und diesen in die USA schaffen. Da steht dann immer mal in gelber Farbe die noch verbleibende Meilenzahl eingeblendet, die „Gialli“ lassen grüßen.
Es wird hier bildfreudig auf die Leinwand gemalt, was der Stoff hergibt, das Puff Desdemona in Mexiko darf nicht fehlen noch die Misswahl in San Antonio. Die dürftige Ausstattung der Damen ist vor allem kampf- und filmfreundlich. Selbstschießende BHs, aber auch Pants können sich zu gefährlichen Waffen entwickeln.
Diese ganzen Abenteuer-, Kampf- und Verfolgungsgeschichten werden auf einer soliden, filmischen Schiene vorangebracht, richtig gekonnt. Aber merkwürdigerweise stellt sich der Eindruck ein, man fährt in eine leere Gegend, will fragen, was an diesem Film spricht mich heute Lebenden an? Ich komme mir vor, wie per Timemachine in ein Bahnhofskino der 70er transportiert (auch wenn im Film Handys mitspielen und moderne Technik). Dies scheint mir ein Film wie für ein vergangenes Publikum gemacht. Er wirkt wir aus der Zeit gefallen. Wobei den Machern, das ist Robert Rodriguez als Regisseur, der mit Kyle Ward auch das Drehbuch geschrieben hat, auch ein kinointerner Gag einfällt, wie Machete mit einer Nutte zur Sache kommt, da wird das Bild völlig unscharf und der Text eingeblendet, man möge bitte die 3D-Brillen aufsetzen – hatten wir leider nicht dabei.
Mendez, der beigeschafft werden soll, ist so was wie eine Operettenfigur, allein schon die schnörkelige Uniform, die er anfangs trägt. Und trotzdem Pointen zu Bin Laden oder seinen Nachfolgern: America anyway needs its spooky man. So nett gemeint, so müde wirkt das. Der Überbösewicht, der sich seine eigenen Clowns bildet, seine eigenen Klons, darum ist er scharf auf Machete; vielleicht wird ja das Sequel im Weltraum von einem dieser Klons gespielt. Stellenweise stellt sich aber auch der Verdacht ein, die Geschichte als solche sei wenig durchdacht, sie bediene sich lediglich aus der Abenteuerfilmgeschichte erfolgreicher Elemente. Einzig die Nabelschnur als Referenz an einen harten Gag aus dem Vorgängerfilm, wird hier in neuer, auch ganz neckischer Variante zitiert. Sind Weihnachtsverächter als Zielpublikum erhofft?