Um jeden Preis

Monster, die Monsanto schuf. Nein, sie sind natürlich keine Monster. Und es ist auch nicht Monsanto, die sie geschaffen hat. Es ist die fiktive Firma „Liberty“, die Freiheit, die ich meine, die des Kapitalismus oder der rauen Methoden der genmanipulierenden, Pflanzen und Leben patentierenden Agrarindustrie.

In sie, mitten ins Herzland von Amerika, hat sich Ramin Bahrani, der mit Hallie Elizabeth Newton auch das Drehbuch geschrieben hat, vertieft, hat Feldforschung betrieben, da, wo das Motto gilt, „expandier‘ oder stirb“, „wachs oder geh zugrunde!“, Lebensdevisen im Sinne der rücksichtslosen Gewinnsteigerung der Agrarindustrie.

Nach diesem Motto lebt auch Henry Whipple, vom Urgesteinsschauspieler Dennis Quaid glaubhaft agrarisch, mittelamerikanisch dargestellt, der Familienvater, der nicht nur seinen industriellen Hof mit Hunderten von „acres“ hochmodern mit GPS-gesteuerten Erntemaschinen bewirtschaftet, sondern auch eine Spitzenposition im Handel mit genmanipuliertem Saatgut einnimmt. Auch da ist er ehrgeizig, will wachsen und nicht stehen bleiben; er ist ein Spitzenverkäufer.

Aber ein Konkurrent ist dabei, ihm den Sprengel Decatur abspenstig zu machen mit nicht ganz lauteren Methoden. Um seinem Motto noch mehr nachzukommen, trickst Whipple den Konzern aus, indem er genmanipuliertes Getreide aus eigenem Anbau selbst reproduziert und verkauft, so den Ausbeutungsmechanismus der Agrarindustrie selbst ausbeutend.

Sein Sohn Grant, der den Hof übernehmen soll, besteigt lieber den Aconcagua in Lateinamerika und schickt ab und an eine Ansichtskarte. Während der vom Vater als untauglich angesehene Dean, den Zac Efron erstaunlich schön spielt, lieber Autorennen auf Sand- und Kiespisten fährt. Hat aber nicht das Talent, was der Vater ihm eh abspricht und wie er das selber einsieht, macht er eine selbstmörderische Wahnsinnsfahrt durch ein Maisfeld mit Crash in Baum. Das scheint ihn zur Besinnung zu bringen, während der Vater inzwischen einen Schwenk gemacht hat und ihm sogar ein neues Auto schenkt.

Ab da macht Dean das Programm vom Vater mit. Eine Frauengeschichte kommt dazu, sowohl beim Vater neben der Ehe als von Dean, altersangemessen. Irgendwann beunruhigen Detectives von „Liberty“ die fast schon gerettete Familienidylle und da der Kampf ums Wachsen weitergeht, haben Vater und Sohn bald schon eine gemeinsame Leiche in einem Brunnen auf dem Felde versenkt. Das Geschäft blüht. Bald kann Henry seinen 12. jährlichen Kunden“appreciation“-Day zelebrieren. – Das sind nun wirklich keine Monster alle diese glücklichen Menschen, denn auch die Kirche ist in diesem Film im Dorf geblieben. Und wir haben inzwischen gelernt, was es bedeutet, die Nummer 1 zu werden.

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