Der Filmemacher und Drehbuch-Autor Andrew Bujalski illustriert mit diesem Film möglicherweise seine ihm nicht bewusste Unentschiedenheit, ob er lieber filmen oder fummeln möchte; oder gar am liebsten beides zusammen. Allerdings ist so ein Problem nicht von öffentlicher Relevanz – so lange mindestens der Autor nicht von solcher ist.
Meine Hauptbeschäftigung während der Eingangsphase dieses Filmes war die Frage, ist das echt oder fake? Denn es fängt durchaus glaubwürdig an mit Dokumaterial über ein Computer-Schachturnier von 1984 mit der Zusatzinfo, dass der erste Schachcomputer schon im 18. Jahrhundert erfunden worden sei, gegen den habe sogar Napoleon verloren; aber in dem Gerät sei ein menschlicher Schachspieler versteckt gewesen.
Jetzt ist man auf dem Wege zur künstlichen Intelligenz. Das Turnier findet statt im Hinblick auf die WM ein halbes Jahr später in Lissabon. Vor dem Turnier gibt es eine Expertenrunde, die sich über den Stand der Entwicklung dieser Computer unterhält. Die kommt glaubwürdig rüber, weil es vielleicht doch zwei Experten sind oder die sich, falls Schauspieler, super auf das Gespräch vorbereitet haben. Gelungener Fake auf jeden Fall.
Bald aber fängt die Doku-Glaubwürdigkeit drastisch an nachzulassen. Es gibt plötzlich im sterilen Schuss-Gegenschuss-Verfahren aufgenommene Szenen. Die Spielhandlung konzentriert auf Dinge, die mit dem anfangs angeschlagenen Thema nichts mehr zu tun haben, denn es geht dem Filmemacher offenbar doch nicht nur um Computer, er könnte er seinen Film jetzt auch „Von Computern und vom Fummeln“ bezeichnen. Denn die Teilnehmer wohnen auch im dem Hotel, in welchem das Turnier stattfindet – zudem entschuldigt sich am Ende der Manager dafür, dass es sich um ein Katzenhotel handelt. Ein Teilnehmer hat kein Zimmer und sucht bei anderen Unterkunft; das wird so inszeniert, wie die Besuche im Sinne fleischlicher Kontaktaufnahme im Schullandheim verlaufen mögen und Zimmeranklopfspiele.
Außerdem ist in dem Hotel eine Therapiegruppe untergebracht; auch die üben sich im gegenseitigen Befummeln bis zur Rekonstruktion eines Geburtsvorganges aus deren Mitte heraus. Zu guter letzt ist noch der verklemmte Computerfreak Peter da, der Assistent des berühmten Dr. Schoesser. Er fühlt sich zu einer der wenigen Frauen hingezogen, die in einem der Computerteams sind und versucht in deren Zimmer ihren und seinen Computer gegeneinander antreten zu lassen. Am nächsten Morgen wird er dem Dr. Schoesser das Problem ihres Computers auseinandersetzen, dass dieser offenbar nur gegen Menschen, nicht aber gegen Computer spielen möchte.
Als Höhepunkt zum Thema Turnier und Fummeln hat der Filmemacher eine Szene erfunden, in der der verklemmte Peter von einem Ehepaar aufs Zimmer eingeladen wird, das ihm eindeutige Avancen macht.