The World’s End

Eine wüste Sauftour. Britische Bierparty wie in echt, fängt trocken und stimmungslos an und geht in einen never ending, ausdauernden Zustand über, Imagination von Kämpfen der Betrunkenen gegen Robotermenschen in Endlos-Schlaufen.

Anlass für diese Party ist die Erinnerung an das Abi vor 20 Jahren. Oliver, Pete, Steve, Andy und Gary hatten anlässlich des Abiturs die „goldene Meile“ nicht zu Ende getrunken, sie hatten das Besäufnis von dem Dutzend abzugrasender Kneipen, wobei in jeder mindestens eine Halbe gekippt werden muss, nicht mehr geschafft. Diese letzte Kneipe, die ihnen noch fehlt, sie heißt „The World’s End“.

Weil sie dieses Werk unvollendet zurückgelassen haben; und weil Gary sowieso ein Sonderfall ist und verschuldet dazu, hat er 20 Jahre später die Idee, aus der Laune des Hallodris heraus, der er ist, die Sauftour mit seinen Kumpeln von damals von Anfang an und dann wirklich bis zum Ende durchzuziehen, die Scharte auszuwetzen.

Es artet aus wie erwartet und drüber hinaus. Ort des Geschehens ist Newton Heaven. Die ersten zwei Kneipen gleichen sich aufs Haar. Mit dem steigenden Alkoholpegel gedeihen Halluzinationen und Verschwörungstheorien – als Ausdruck reduzierter Wahrnehmung, in welcher unbeteiligte Figuren in Kneipen wie zu Wachsfiguren erstarren. Randale können dabei nicht ausbleiben. Die Angelegenheit artet auch filmisch aus in Erfahrungssimulationskino, der Zuschauer erlebt selbst eine Sauftour wie in echt, die Macher, Edgar Wright als Regisseur, der mit Simon Pegg auch das Buch geschrieben hat, verlieren sich im erfundenen Rausch, verlieren das Gefühl für die Zuschauer und für die Zeit und für Spannung. Sie hatten noch die brillante Idee, die Bürger von Newton Heaven als Robotermenschen zu inszenieren, denen bei Kämpfen Extremitäten abfallen können und dann fließt blaues Blut, Blaublütler, richtig, kleiner Joke am Rande.

Macht Bierdunst hellsichtig? Eher nicht.
Werbung für „ampera, driving electricity further“.
Zu Beginn ihrer Tour fahren Sauffreunde über Britains First Roundabout.
Film fängt an wie ein Sprung ins Kalte Wasser. Die Musik baut langsam eine Stimmung auf, zum Beispiel „Show me the way to the next whisky bar“. Gary taucht bei seinen Kumpels unvermutet auf in ihren nur minimal skizzierten, bürgerlichen Lebensumständen.

Es wird viel gerannt und gehechtet, über Hecken und Autos und Kneipentheken.
Die Roboter: Simulatoren zur Durchsetzung friedlicher Ziele.
Immerhin die Macher und die Mitmacher dieser Sauftour ziehen ihre Sauftour gnadenlos und energievoll und mit viel Hektik und Lautstärke und Bewegung durch. Hauptsache, es tut sich was.
SciFi und Bierkultur liefern sich hier eine zwangsgaudihafte Fingerhakelei mit einem Schuss Apokalypse.

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