Der Tod macht Engel aus uns allen (TV BR; Polizeiruf 110)

Todesfall in der Inspektion 25. Welche Dramen sie darum herum spielen, als ob sie ständig erklären wollen, wie furchtbar doch so ein möglicherweise von der Polizei zu verantwortender Tod in einer Arrestzelle ist.

Wackelkamera und undeutliches Wegsprechen der Texte durch die Schauspieler versuchen einen aufgeregten Live-Effekte zu erzeugen während der ersten Phase dieses Polizeirufes, die vor allem aus umfangreichen Erklärungen besteht über Überwachung und deren Ausfall in den Zellen, Info über die rüpelhaften Polizisten, und einen Todesfall im Polizeigewahrsam, die hier zum Thema werden sollen.

Inspiriert dürfte das Buch von Günter Schütter (Regie: Jan Bonny) von Vorfällen bei der Münchner Polizei sein; der Polizeipräsident, unter dessen Ägide der Skandal passiert ist, ist inzwischen mit einer höheren Position belohnt worden.

Brisantes Thema geht in Aliasnamen (Eiermeier und Ohne-Eiermeier plus überflüssiger, relativierender Kommentar des Kommissars dazu) und Erklärungswust unter, „Gehen Sie mal rein in den kollegialen Nahraum.“ „Ich habe geschaut, aber es ist echt schwer, so was wird ja bewusst selten richtig in die Akte genommen“. Brisant das Thema; wenig brisant die Behandlung; die Story als Thema ausgebreitet, grimmepreisverdächtig und insofern rundfunkauftragsverträglich; gleichzeitig der Klumpfuß so vieler deutscher Fernsehstories: es wird nicht von den Figuren ausgegangen, von deren Konflikten. Die Figuren interessieren nicht. Insofern ist die Besetzung von großer Beliebigkeit.

Statt das Problem der Möglichkeit polizeilicher Fehlleistungen mit einem missliebigen Gefangenen auf so einer Inspektion zu analysieren sowohl vom institutionellen als auch vom personellen (also charakterlichen) Standpunkt aus, wird eher nach- oder vorgespielt. Das nimmt der brisanten Angelegenheit viel von ihrer Glaubwürdigkeit und damit die Brisanz. Mehr oder weniger gelungene Theaterei statt schmerzhaftes Abbild einer verkommenen Realität. „Geile Sache eigentlich, aber nichts was den Marquis de Sade schockiert hätte“ (Streifenpolizistensprech!).

Keine Charaktere, gut geübte Wegsprechschauspielerei (wirkt gelegentlich so, als herrsche ein Wettbewerb unter den Akteuren, wer mehr Silben pro Atemzug schaffe bei den häufig zu komplizierten, verkopften, Schriftsprachsätzen), „Sag mal, in den Protokollen steht, dass es gerade aus der Todesnacht der Nicole Nuri keine Aufzeichnungen aus der Überwachungskamera gibt“, „Der Festgenommene zeigte keinerlei Krankheits- oder Ausfallerscheinung oder was sonst so eine Überwachungskamera hätte registrieren können und die Untersuchungsunterstelle für interne Angelegenheiten unserem Wochenende durch die Mangel dreht, 48 Stunden, bam oder“, „Lauter Sozialversorger, schon wieder oaner, hat das unmenschliche Schulsystem nicht ausgehalten.“ „Kann ich davon ausgehen, dass irgend etwas Ungesetzliches stattgefunden hat?“. „Kannst n privaten Wachdienst aufmachen, … (unverständlich) — vielleicht der Präsident von Tahiti irgend einen Vorkoster -“ „Weisst Du, warum die die Schwäne tot machen? – Wo sollen die denn im Winter hin?“

Also emotionale Zutat darf ein Männerchor singen, „ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin“ und eine Sängerin bei der Trauerfeier etwas von den Sternen singen.

Und immer wieder Overacting und wenig nachvollziehbare Schauspielerausbrüche aus der Konserve. Eine fett unglaubwürdig inszenierte Fensterspringszene. Oder völlig befremdliches Klaviergeklimpere unter einem Dialog. Schauspieler, die zu spielen versuchen, denen aber das verkopfte Buch immer wieder den Boden entzieht. Untertext des aufgekratzten Spieles, sicher gar nicht bös gemeint: seht, wir präsentieren ein brisantes Thema – letzteres stimmt ja auch.

Aufklärerisches Gespräch über Transgender, über die Umwandlung und die goldene Karrosse; Kommissar will Menschlichkeit und Interesse mimen. Liegt in seinem diffus präsentierten Charakter nicht unbedingt begründet, in seiner leicht gequälten Art, auf die der häufig selbstmitleidige Ton schließen lässt.

Es scheint mir eher, dass Buch und Regie gelegentlich etwas den Überblick verloren haben, sich an Nebensächlichkeiten aufhielten, statt streng den Fortgang der Handlung im Auge zu behalten (dann müssen sie noch zeigen, dass die Büroangestellte die Nase voll hat), vielleicht mehr den Bildungs- und Unterhaltungsauftrag des Fernsehens zu berücksichtigen versuchten, statt sich auf die Brisanz des Themas und die spannungserzeugende Funktion von Charakteren und deren Verhalten in staatlichen Machtinstitutionen zu verlassen. Kompensatorisch dazu wurden Leerstellen mit forciertem Spiel zu überbrücken versucht.

18 Gedanken zu „Der Tod macht Engel aus uns allen (TV BR; Polizeiruf 110)“

  1. Es gibt sicher viele Zuschauer, die diesen Polizeiruf nicht verstanden haben, glücklicherweise kommen die nicht auf die Idee darüber zu schreiben. Hier tut das jemand trotzdem. Ich habe selten einen handwerklich so schlecht gemachten Text gelesen, dessen Autor sich auch noch traut ihn zu veröffentlichen. Die Ansprüche die hier an einen Fernsehkrimi gestellt werden, stammen aus den achtziger Jahren, wo jedes Wort verständlich sein musste und jeder Charakter durchschaubar. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei, wie wir an anderen internationalen Serienbeispielen sehen können. Vieles an der Kritik ist einfach falsch und die Haltung tendenziös konservativ, die Polemik auf den Bildungsauftrag des Fernsehens grenzwertig paranoid. Das so genannte „Wegsprechen“ ist Teil eines Soundkonzept, das absichtlich Nebengeräusche zulässt, um den Zuschauer in das Geschen einzubinden. Das ist von dem Autor nicht einmal im Ansatz verstanden worden, sonst hätte er es erwähnen müssen. Aber immerhin wird hier deutlich, dass die Kunst ihre Kritiker zuweilen weit hinter sich lässt.

  2. Vielen Dank für Ihr Feedback, Clemente!

    hoffen wir, dass wenigstens die Macher ihr Konzept verstanden haben …. funktioniert hat es insofern bereits, als sie die Fernsehredaktion vereinnahmen und dafür Gebührengelder locker machen konnten; insofern hat es sich bereits ausbezahlt; und da scheint es offenbar egal zu sein, ob die Zuschauer das auch verstehen, habe ich Sie richtig verstanden? (Wobei es durchaus dem einen oder anderen Gebührenzahler aufstossen dürfte, wenn ihm Konzepte vorgesetzt werden, die er nicht versteht).

    Mit dem Hinweis auf das „Sound-Konzept“ geben Sie meiner Bemerkung über den Schnellsprechwettbewerb unter den Akteuren recht, der mir aufgefallen ist, leider hat er sich mir nicht als Sound-Konzept mitgeteilt, sondern eher als ein Schuljungenstreich, der nicht der Sache dienlich ist; die Polizisten wirken dadurch eher albern. Aber vielleicht waren es auch nur handwerkliche Mängel in der Durchführung des Sound-Konzeptes, dass dieses sich nicht so mitteilte (was dann allerdings zu rügen wäre, dürften doch dafür reichlich Subventionsgelder geflossen sein!).
    Da Sie offenbar den Film vollumfänglich verstanden haben, können Sie mir vielleicht erklären, was dieses Sound-Konzept zum Inhalt beitragen sollte – oder habe ich das falsch verstanden, dass der Film durchaus auf Missstände bei der Polizei hinweisen wollte?

    Wenn ich in den 80er Jahren stehen geblieben sein soll (immerhin großzügig von Ihnen, dass Sie mir zutrauen, dort vorbeigeschaut zu haben), dann sind Sie es mindestens in noch früheren Jahren, in solchen der Diktatur nämlich, die es nicht ertragen kann, wenn einer sich traut eine eigene Meinung zu formulieren und dem man gleich den Mund verbieten will.

    Leider gehen Sie in Ihrer Antwort nicht auf meinen Befund, nicht auf ein Argument meines Textes ein, Sie widerlegen auch nicht einen Gedanken; Sie werfen nur so um sich mit Pauschalurteilen von „paranoid“ bis „tendenziös“, Sie versuchen mich zu denunzieren; so dürfte es schwierig werden, eine Auseinandersetzung zu führen. Aber so ein Ansinnen halten Sie vermutlich auch für rückständig. Da müssen Konzepte über den Laufsteg getrieben werden und die Menge hat zu jubeln; wer sie nicht versteht, und wenn sie noch so malade sind, der soll den Mund halten. Eine Diskussion zu führen ohne den anderen abzukanzeln, das halten Sie vermutlich für rückständig.

    Abgesehen davon, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass dieses „Sound-Konzept“ recht neckisch sein könnte, und dem Film ein eigenes Couleur verliehen könnten, wenn es denn handwerklich gut gemacht wäre; das funktioniert meiner Meinung nach aber nur, wenn die Grundkonflikte der Charaktere analysiert sind, wenn hier ganz genau eruiert wird, was diesen merkwürdigen Gruppengeist in dieser Polizeieinheit ausmacht, dass es zu so mörderischen Exzessen kommen kann. Da die Macher des Filmes solches aber offenbar für rückständig halten, so bleibt das Konzept meines Erachtens eitel, leer, hohl. Es wirkt wie eine auffällig getunte Karosserie eines Autos, dem dummerweise der Motor und die Räder fehlen.

  3. Sie werfen mir Intoleranz und Denunziation vor, weil ich ihre Ansichten und mediale Prägung in den 80ern verorte und tun dies, indem sie mir Nazitendenzen vorwerfen. Da wedelt der Schwanz mit dem Hund. Die Ungeheuerlichkeit ihrer Anschuldigungen ist ihnen wahrscheinlich nicht mal bewusst. Sie werfen mit dicken Steinen, aber wenn jemand zurückwirft flüchten Sie in die Schmollecke.
    Es gibt in ihrem Text keinen Gedanken zu widerlegen, weil es keinen klaren Gedanken gibt. Ihre Auslassungen bestehen nur aus geschmäcklerischen Befindlichkeiten und haltlosen Behauptungen ohne Konzept und roten Faden. Schon der erste Satz ihres Textes ist absolut unverständlich.
    Es gibt keine handwerklichen Mängel in dem Konzept der Filmemacher, sondern Mängel in ihrer Rezeptionskompetenz und in der schriftlichen Ausführung Ihrer wie auch immer gearteten Gedanken. Was meinen Paranoiavorwurf betrifft, so bestätigt der sich hier erneut. Sie schreiben in ihren Texten immer und immer wieder von Gebührengeldern und Bildungsauftrag, nach dem Spießermotto „und das mit unseren Steuergelder“. Es gibt keine Verschwörung der Medienbranche! Aber dafür gibt es Menschen wie Sie, die es nicht ertragen können, dass andere Mernschen nach einem künstlerischen Ausdruck suchen und ein Publikum finden, das offen genug ist, ihr eigenes Ego zurückzustellen und sich auf etwa einzulassen.

  4. Ist denn der Film nicht mit Gebührengeldern finanziert worden?
    Hat der Rundfunk keinen öffentlichen Auftrag?
    Warum haben so wenig Leute eingeschaltet?
    Warum ist der Film beim Gebührenzahler so durchgefallen?
    Die produzierende Anstalt soll selbst zugegeben haben, dass wohl
    dieses Sound-Konzept noch nicht so richtig ausgereift sei.
    Die Automobilindustrie würde Autos mit solchen Mängeln wie diesem
    Sound-Konzept sofort zurückrufen oder erst gar nicht in Umlauf bringen.
    Eine Prestigeprodukt wie „Polizeiruf“ ist ja wohl kein Buddelkasten für unreife Möchtegernkünstler.
    Können Sie vielleicht auch noch etwas anderes als schimpfen?
    Übrigens macht es mir Spaß, wenn junge Leute nach künstlerischem Ausdruck suchen,
    ich mag auch Experimente, aber das bitte an seinem Ort und nicht auf der Prestigemeile.

  5. Gerade die künstlerischen Versuche brauchen die besten Sendezeiten und nicht die Spätnische! Nur so können sich Sehgewohnheiten und Ansprüche verändern. Experimentieren heißt Risiken eingehen, offen sein für ungewohntes. Wenn man wie Sie nur auf die Quote und den Mainstreamgeschmack verweist, unterstütz man das Althergebrachte und Gewöhnliche. Und noch mal: die Soundqualität des Films ist dem Freiraum geschuldet, die der Regisseur den Schauspielern im Spiel gewähren wollte, deshalb ist nicht jedes Wort glasklar zu verstehen. Selbst wenn es Ihnen nicht gefällt ist es Ihre journalistische Pflicht dies zu recherchieren und abzubilden, darüber hinaus können sie dann ihren persönlichen Standpunkt darlegen. Nur so entkommen sie in Zukunft vielleicht ihren selbstverliebten Plattitüden und gewinnen ein paar mehr Leser.

  6. Ein Mikroport ist übrigens so ein kleines Gerät, das man im Kostüm des Schaupielers verstecken kann, das seinen Ton mit einem kleinen Mikro einfängt und über eine Antenne dem Tonmeister sendet; hat den Vorteil, dass der Schauspieler frei beweglich ist.

    Clemente, Sie reagieren so herrlich widersprüchlich.

    Einerseits ist für Sie, wer eine verständliche Sprache in der Fernsehserie fordert, ein Stehengebliebener. Andererseits regen Sie sich darüber auf, dass Sie schon meinen ersten Satz nicht verstanden hätten (das ist übrigens Ihr einzig konkreter Verweis auf meinen Text – und gerne werde ich Ihnen den Satz erklären, falls Sie noch Interesse haben, siehe unten A). Sie scheinen also über Filmjournalismus eine ziemlich festgefahrene, Sie würden wohl sagen: stehengebliebene Meinung zu haben. Einerseits fordern sie eine Veränderung der Sehgewohnheiten der Zuschauer durch die Fernsehmacher, andererseits regen Sie sich auf, wenn ein Filmjournalist möglicherweise versucht die Lesegewohnheiten seine Leser zu verändern, deren Geist zu aktivieren. Wobei ich wohlverstanden weder einen öffentlichen Rundfunkauftrag noch die Wünsche bezahlender Leser oder bezahlender Inserenten zu erfüllen habe.

    Ferner fordern Sie, dass ein Filmjournalist, wenn er die Sprache an einem Film künstlich, misslungen und unverständlich findet, zu recherchieren habe, ob da möglicherweise ein geniales „Sound-Konzept“ dahinter stecke (um sich dann von den Machern des Fernsehfilmes den Kopf mit ihrer genialen Theorie, die sich in der Praxis als untauglich, als Flop erwiesen hat, zutexten zu lassen?) – ja wo sind wir denn? Haben Sie da nicht vielleicht eine etwas merkwürdig fixe Auffassung von Filmjournalismus?

    Ferner bezeichnen sie denjenigen, der ein von Ihnen als offenbar extraordinär empfundenes, innovatives „Sound-Konzept“ lediglich als mangelhaftes Handwerk bezeichnet, als paranoid. Sie sind wahrscheinlich auch der Meinung, dass Gustl Mollath zurecht in der Psychiatrie einsitzt?
    Sie fordern Offenheit für Ungewohntes, wenn aber eine Filmkritik nicht Ihrem gewohnten Gusto entspricht, dann regen Sie sich enorm auf.

    Und noch eine Frage: was hat die Mission „die Sehgewohnheiten“ der Zuschauer ändern zu wollen, mit dem Rundfunkauftrag zu tun? Mit vorliegendem Produkt hat der öffentliche Rundfunk offenbar jedoch nur die Wegzappgewohnheit seiner Zuschauer verstärkt.

    A) Bis zu diesem ersten Satz meiner Review hat der Leser folgende Information; dass es sich um eine Folge des Bayerischen Rundfunks der Fernsehserie Polizeiruf handelt, also um einen fiktionalen Film, in dem Schauspieler spielen. Ferner hat der Zuschauer die Info, im titelhaft vorausgesetzten, grammatikalisch nicht vollständigen Satz, dass es sich um einen Todesfall auf der Polizeistation 25 handelt. Wer dürften also nun diejenigen sein, die darum herum Dramen spielen, als ob..? Richtig, 5 Punkte für Clemente: es sind die Darsteller dieses Polizeirufes gemeint.
    Haben Sie noch Fragen zu anderen Sätzen?

  7. Sie halten sich also für einen Literaten, der die Lesegewohnheiten verändern möchte. Dann schreiben Sie doch einen Roman und keine Filmkritiken. Die oben stehende Wiedergabe meiner Kritik an Ihnen ist komplett falsch. Ein Beispiel: Ich habe Ihre Paranoia auf ihre gebetsmühlenatrig wiederholte Erwähnung der Gebührtengelder bezogen und nicht wie Sie jetzt behaupten auf das Soundkonzept. Und was zur Hölle hat Gustl Mollath damit zu tun????? Sie assoziieren bizarr.
    Die Mikroports sind wahrscheinlich deshalb nicht benutzt worden, weil die Schauspieler bei ihren improvisieren Bewegungen starke Stoß- und Raschelgeräusche mit Körper und Kleidung produziert hätten, deshalb wurde geangelt. Ihre Unkenntnis solche technischen Details betreffend sind offensichtlich ein Symptom für sehr grundlegenderes. Es reicht eben nicht, sich mit einem Film aus dem bequemen Kinosessel heraus zu beschäftigen. Es geht nicht um die „Aktivierung des Geistes“ (in ihrem Fall wohl eher die Aktivierung von Geistern), sondern um eine angemessene Auseinandersetzung mit Film. Eine andere Grundlage ist Sachkenntnis in Theorie und Praxis und de Respekt vor der Arbeit der Filmschaffenden. Das ist die Voraussetzung. Ihre Texte bestehen fast ausschließlich aus arroganten und überheblichen Besserwissereien, mit einer starken Tendenz zur Missgunst. Sehr schlechte Vorraussetzungen für einen neutralen Blick.
    Sie haben nicht verstanden, dass ich den Film nicht verteidige, weil ich ihn gut finde, das tue ich in vielen Teilen gar nicht, sondern weil ihre „Kritik“ so minderwertig ist, dass man den Film davor in Schutz nehmen muss. Aber die verschwindend geringen Kommentare zu Ihren schriftlichen Äußerungen zeugen davon, dass sich ohnehin kaum jemand dafür interessiert.

  8. Schön, dass Sie sich um unsere Leser kümmern, aber seien Sie versichert, diese Seite wird von einigen Lesern sehr aufmerksam registriert, die nicht meinen, sie müssen ihren Mist auch noch dazugeben.

    Das mit den Mikroports mag für die Rangeleistellen stimmen, da hams scho recht, aber das hätte man mit Nachsynchronisation klären können, das hieße: von den Amerikanern lernen.

    Kommen wir jedoch nochmal zum Thema, bevor wir uns auf Nebenstreitplätzen verzetteln: meine Haupteinwände gegen diesen Film sind zwei; der eine ist der generelle, dass es um das Thematische geht zuungunsten der Charaktere und der Analyse ihrer Konflikte, welche die Dynamik der Handlung in Gang setzt (hier betrifft es am schmerzlichsten die Einheit der Polizei, wie ist das möglich, dass so ein Todesfall passieren kann?), dass insofern die Besetzungen beliebig sein können. Mein fallspezifischer Haupteinwand gegen diesen Film ist nebst dem Buch diese unausgereifte Inszenierungart, über die wir uns kloppen, diese Sprechart wie Sound-Design, die dem bitterernsten Thema des Todesfalles in einer Polizeizelle den Ernst nimmt, damit dem brisanten Thema die Brisanz; damit die ganze Kunstbemühung obsolet werden lässt.

  9. Wozu ist denn die Kommentarfunktion da, wenn keiner seinen „Mist“ dazugeben soll?
    Wieder sind ihre zwei Haupteinwände nicht nachzuvollziehen, zum Teil weil man sie wieder kaum verstehen kann. Dass wie sie weiter oben behaupten nicht von den Figuren und deren Konflikten ausgegangen wird ist objektiv falsch. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet, jeder einzelner Polizist hat eine ganz eigene lesbare Haltung zu dem Fall. Durch die Beschreibungen ihrer persönlichen beruflich/persönlichen Probleme erlangen sie zusätzliche Tiefe. Es gelingt Autor und Regie diese homogene Gruppe extrem heterogen erscheine zu lassen.
    Was zum Teufel ist ein fallspezifischer Haupteinwand? Warum nicht einfach Einwand. Na egal. Die Inszenierung ist nicht unausgereift, sondern sehr durchdacht, mit dem Mut zum Experiment und der Fähigkeit den Figuren ganz nah zu kommen, wodurch ein extrem physischer Eindruck entsteht. Das intensive, zügellose Spiel der Schauspieler fügt sich nahtlos in dieses Konzept ein. Nur durch die uns nah gebrachten Charaktere und die mit viel Fingerspitzengefühl und doch großer Drastik geschriebene und inszenierte Zuspitzung des Konflikts entsteht zum Ende hin die enorme Spannung des Films. Das ist wild, grob und zärtlich zugleich, aufregend und ungewöhnlich.
    So ließe sich jede, aber wirklich JEDE Behauptung von Ihnen widerlegen, aber es bringt nichts. Aussichtlos. Sie benutzen alle ALLE filmtechnischen und dramaturgischen Termini falsch, es ist teilweise echt schmerzhaft. Dazu noch diese gekünstelte prätentiöse Sprache, hochtrabend aber schon auf den ersten Blick völlig hohl.

  10. Sie finden den Film toll, Sie schildern ihn in den höchsten Tönen, ohne jeden konkreten Beleg, so wie ein Autor vielleicht möchte, dass sein Werk gelobt wird. Ich habe meine Kritik mit konkreten Beispielen unterlegt. Sie die Ihrige nicht.

    Ihr Text liest sich so, als verteidigten Sie ein theoretisches Konzept, was dem Buch durchaus zugrunde liegen mag, was dem Zuschauer aber so nicht vermittelt worden ist. Das wären dann handwerkliche Unzulänglichkeiten der Umsetzung. Oder wie erklären Sie sich, dass so viele Zuschauer weggezappt haben, wenn das denn alles so klar und fein gearbeitet gewesen sein soll? Dazu passt vielleicht jene Zuschauerstimme, die fragte, ob diese „quälige-quängelige“ Grundstimmung so etwas wie Polizeialltag darstellen sollte. Oder jene andere Stimme, die an die „geradezu beklemmenden Intensität“ der alten Polizeirufe erinnerte.

    Der „fallspezifische Haupteinwand“ betrifft die hier verhandelte Folge der Serie, nicht das Seriengrundkonstrukt.

  11. Das ist falsch, wo sind Ihre Beispiele? Dem Zuschauer ist alles vermittelt worden. Wegzappende Zuschauer sagen nichts aus über die Qualität eines Films. Alles totaler Unsinn.

  12. Wenn es nicht an der Qualität des Filmes lag, dass die Zuschauer weggezappt haben, woran mag es dann gelegen haben?
    Warum diskutieren Sie überhaupt noch weiter, wenn meine Äußerungen für Sie nur totaler Unsinn sind?

  13. Also doch keine Beispiele als Beleg, das hab ich mir gedacht.
    Wenn sie wirklich glauben, dass die Quote etwas mit der Qualität zu tun hat, dann müssten ja im Umkehrschluss alle Sendungen mit hoher Quote ja ganz fantastisch sein. Das Medium Fernsehen wir zu einem Großteil von Konsumenten genutzt, die sich berieseln und auf mittlerem bis niedrigen Niveau unterhalten lassen wollen, dass die bei so etwas wegschalten ist doch nur folgerichtig.
    Es geht mir nicht darum, mit Ihnen zu diskutieren, Gott bewahre, das erscheint mir völlig sinnlos und auch nicht wirklich herausfordernd. Es geht mir zum eine darum, den Film vor objektiven Falschaussagen in Schutz zu nehmen und zum anderen darum, all jene, die als seriöse Filmschaffende und Filmkritiker tätig sind, von anderen die das nicht sind, klar abzugrenzen und dies kenntlich zu machen.

  14. Für die Beispiele bitte auf der Seite nach oben Scrollen, in der Review, da stehen sogar Satzzitate drin.

    Wo habe ich gesagt, dass Quote gleich Qualität sei?
    Ich habe lediglich gefragt, wie Sie sich erklären, dass die Zuseher massenhaft weggezappt haben. Gut, die haben Sie auch beantwortet, weil die Fernsehkonsumenten blöd sind, sich nur auf niedrigem Niveau berieseln lassen wollen und die große Kunst dieses Polizeirufs nicht begriffen haben. Ob mit einer so schlichten Ansage irgendwem geholfen ist, das bleibt allerdings offen.

    Ich wundere mich wirklich, warum Sie sich so reinhängen in diese Diskussion; da Sie doch davon überzeugt sind, dass eh keiner diese Seite liest. Da haben Sie sich wahrlich eine herkulische Aufgabe vorgenommen, einmal die Sehgewohnheiten der wegzappenden Zuseher verändern zu wollen (Ihr dritter Kommentar) und jetzt auch noch diesen Film vor mir in Schutz zu nehmen.

    Ich vermute, Sie nehmen mich einfach zu ernst, deshalb kommt diese Diskussion auch nur so holprig bis gar nicht in Gang. Sie verwenden zu viel Energie darauf, mich in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung zu stellen, indem Sie versuchen, mich möglichst unvorteilhaft darzustellen von tendenziös über paranoid (Ihr erste Beitrag) bis hin zu unseriös (Ihr letzter Beitrag) – wobei Sie den Beweis Ihrer eigenen Seriosität bislang schuldig geblieben sind, denn zu behaupten, es sei „alles totaler Unsinn“ (Ihr vorletzter Beitrag), ist nun wahrlich kein Beweis von Seriosität.

  15. Die Zitate sind eben nur Zitate ohne jede Belegkraft, Sie hätten auch jeden anderen Satz wählen können. Sie stellen keinen nachvollziehbaren Zusammenhang her!!!! Die Annahme, dass ich Sie ernst nehme, ist wirklich die Spitze der Selbstverblendung. Ich stelle Sie nicht in den Mittelpunkt der Betrachtung, sondern ich versuche die ganze Zeit Sie von dort wegzubekommen, denn im Mittelpunkt ihrer Texte stehen nur und ausschließlich sie selbst. Sie haben gar nicht verstanden worum es mir geht. Ihr Abstraktionsvermögen weg von Ihnen selbst ist gleich null.

  16. usw., wie offenbar auch Ihre Sätze über keinerlei Belegkraft verfügen, sondern nur noch der Obstruktion aus Prinzip dienen. Ich bedanke mich für Ihr Interesse an unserer Seite und möchte Sie nun höflich bitten, diese Anti-Diskussion zu verlassen.

  17. Es war mir wichtig, dass sie ihren eigenen Stil gespiegelt bekommen. Denn wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus. Das habe ich getan und verlasse Sie nun gerne.

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