Marcus Markou, ein in England naturalisierter Grieche, erzählt in seinem ersten Spielfilm die unschuldige Geschichte von einem ehrlichen Griechen, der es zwar in London zu einer Traumkarriere vom Imbissbuden- bis zum Großkettenbetreiber gebracht hat, und der, weil er ehrlich war und keine Gewinne in dubiose Steuersparländer transferiert hat, von der Finanzkrise hart erwischt wird.
Markou kommt vom Theater und dürfte Talent zum Geschichten erzählen haben. Er nimmt sich Zeit für die Figuren. In ruhigen Szenen wird die Familie von Harry Papadopoulos vorgestellt. Harry ist nicht der gestresste Manager. Eher wirken er und seine Kinder blasiert vor Reichtum. Man fährt Rolls Royce. Die Mutter ist vor einiger Zeit gestorben. Mrs. P hat sie ersetzt.
Die drei Kinder sind Katie, die älteste, die interessiert sich vor allem für ihren Freund, ist in der Familie schnippisch bis rotzfrech, James hat die Pubertät auch schon hinter sich, träumt von umweltfreundlichem Leben und hegt Pflanzen, während der Kleinste, Theo, nur hinter dem Computer hockt und sich für Börsenkurse interessiert, frühreifes Kerlchen.
Eben wird Harry zum „European Entrepreneur des Jahres“ gewählt. Die Familie kommt mit zu dieser festlichen Verleihung. Kaum zuhause bricht die Börsenkrise aus. Die Bank will dringend Kredite zurück, die er sich hat für ein Einkaufszentrum geben lassen, von welchem aber erst ein großer Bauplatz zu sehen ist. Die Familie wird gepfändet, alles wird ihr genommen, sie muss aus der feinen Villa raus.
Nicht gepfändet wird allerdings der kleine Fish&Chips-Shop der „3 Brüder“, den Harry einst mit seinem Bruder Spiros betrieben hat. Der dritte der Brüder ist vor langer Zeit bei einem Brand ums Leben gekommen. Unter tatkräftiger Mithilfe von Spiros überwindet sich die blasierte Familie, Hand anzulegen, den Imbiss wieder flott zu bekommen.
Parallel laufen die Gespräche mit der Finanzberatern, denn noch möchte Harry sein bisheriges Lebenswerk nicht aufgeben. Aber die gemeinsame Arbeit am Imbiss, das enge Zusammenwohnen in den kleinen Zimmern verändert die Lebenseinstellung aller Beteiligten. Die Frage ist nämlich, woran sich der Begriff Glück bemisst, ob an absoluten Umsatz- und Gewinnzahlen oder daran, ob man bei dem, was man tut, zufrieden ist. Das ist in etwa die Botschaft dieses ruhigen Filmes, in dem noch Platz für zwei Liebesgeschichten ist und bei dem das griechische Temperament und die griechische Lebensfreude, die zwar schon gelegentlich in Songs zum Ausdruck kam, erst richtig ausbrechen in der kleinen Straße vor dem Imbiss.
Sympathisch und gewinnend an dem Film ist auch die große Nähe, die Markou durch die Arbeit an den Figuren herstellt, und zu denen man sofort ein Beziehung entwickeln kann, wobei das in einer Phase des Filmes leicht ins Melodramatische abzurutschen droht.
Die Frage die explizit im Film gestellt wird: was ist Erfolg? (the joy you feel)