planet RE:think (DVD)

Etwas muss sich ändern. Das ist der allgemeine Aufruf, den dieser Film von Eskil Hardt darstellt. Etwas muss sich ändern in der Politik, im Verhalten der Menschen, denn das Wachstum von Wirtschaft und Menschen geht auf Kosten der Natur, beschleunigt die CO2-Abgabe und damit direkt die rasante Zunahme des Tempos der Erderwärmung. Wenn es so weiter geht, dürfte bis Ende des Jahrhunderts der Meeresspiegel um 1,6 Meter gestiegen sein, was vor allem die Megacities betrifft, da die meisten davon am Meeresrand liegen.

Der Film ist ein bunter, allgemeinbildender Mix, wie er heutzutage für solche Filme gerne verwendet wird, aus in schwarz-weiß gehaltenen Statements von Wissenschaftlern (ein Professor für Nachhaltigkeit, ein Nachhaltigskeitsberater, eine Professorin für Ökosysteme, ein Professor für chemische Verfahrenstechnik und ein Ressourcenwissenschaftler), aus kursorisch gestreiften und in schönem Mäander um die Welt aneinandergereihten Einzelthemen, aus Graphics und Aufnahmen von Natur, wilder Natur, von Industrie und Städten und dazwischen noch Statements zu den einzelnen Bereichen.

Der Film fängt mit einem beachtenswerten Einwand gegen die gängige Definition des Begriffes BIP, Bruttoinlandprodukt an, welcher nicht mehr akzeptabel sei, da er den Ressourcenverbrauch nicht einberechne, da er eine ineffiziente und dysfunktionale Weltwirtschaft als Grundlage benutze, da er auf einer problematischen Wachstumsphilosophie beruhe, bei der die Löhne nicht adäquat steigen und die auf Verschuldung aufbaue.

Dagegen wird, was noch jedem Dokumentarfilm zum Thema einen exotischen Touch verleiht, ausführlich der Begriff des Bruttonationalglücks, des BNG aus Bhutan angeführt, der von einer volkswirtschaftlichen Gesamtverantwortung ausgeht und eine Balance zur spirituellen Entwicklung anstrebt.

Wir müssen etwas ändern. Denn die beiden wichtigsten Krisen, die Finanzkrise und der problematische Umgang mit den Ressourcen bedrohen die Wohlstandsentwicklung. Ziel wäre eine Wirtschaft, in der es keinen Abfall gibt, in dem jeder Abfall wieder gleich Rohstoff ist. Wobei die Städte heute teils bereits mehr Rohstoffe durch die Entsorgung von Altprodukten liefern als die Natur. Mehr Gold in Handys als im goldhaltigen Erz. Und der Peak Oil ist eh schon lange erreicht.

Jetzt schwenkt das Interesse des Filmes nach Grönland, das zum Bergbau-Eldorado wird durch das Abschmelzen des Eises, besonders die Seltenen Erden sind gesucht.

Es folgt ein Schwenk nach Indien, das Recycling von Elektroschrott, auf dem eine ganze Schattenwirtschaft aufbaut unter Inkaufnahme von Gesundheitsschäden für die Arbeiter. Gesucht wäre Clean-Tech-Stadtschürfung. Denn noch werden viel zu wenige Abwässer gereinigt.

In China hat das Austrocknen der Sümpfe am Gelben Fluss, die in der Natur eine Funktion wie die Nieren beim Menschen haben, zur Folge, dass das Land im Ausland Ackerflächen kaufen muss.

Die Förderung von Oel aus kanadischen Teersanden belastet die Ökobilanz gravierend, ein mehrfaches an CO2-Ausstoß als bei herkömmlicher Förderung.

Wir müssen unser Leben revolutionieren. Als Hoffnungsschimmer und ein Beispiel für diese Veränderung schaut der Film jetzt nach Afrika und stellt die Erfindung, Handhabung und Produktion des Wonderbags vor, eines vor Ort hergestellten Topfwarmhalters, der die Energiezufuhr beim Kochen deutlich reduziert und damit dessen Ökobilanz auffallend verbessert.

Mit der Zunahme der Bedrohung der Natur durch den Menschen, hat auch die Aufmunterung zur Rettung der Welt in Form von Dokumentarfilmen Konjunktur.

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