Ein düsterer Film. Düstere Bilder. Wenig Hoffnung. Ein Pessimismus-Gemälde aus Bulgarien mit deutscher Unterstützung. Drehbuch: Borislav Chouchkov und Viktor Chouchkov, Regie: Viktor Chouchkov.
Wenig Licht in den Szenen. Wenig Licht im Drehbuch. Wenig Licht in der deutschen Synchronisation, die wie der Sargdeckel auf das Ganze wirkt. Bulgarien 1989. Noch vor dem Fall der Mauer. Ein Film mit einer Hauptfigur, die eine für die dramaturgische Entwicklung entscheidende Liebesgeschichte durchmacht, die aber nicht als Hauptfigur geschrieben ist. Viel mehr werden alle Figuren wie in einem beamtenhaften Protokoll von außen betrachtet. Entsprechend unpersönlich wirken die Sätze. Das wirkt düster.
Stash, Gogo, B-Gum und Angel sind vier Freunde, just erwachsene Burschen, die im Sofia des Kommunismus zusammen abhängen, verbotene Geschäfte mit Pornos für Snake betreiben, eher soft, nach dem bayerischen Dirndl-Porno, der am Monitor ab Kassette läuft, soft oder hart ist immer die Frage. Sonst stehen sie auf Skate-Boards, ein im Osten gefragter West-Import. Nebenher haben sie Spielautomaten, solche, bei denen ein Tilt möglich ist, wenn du zu sehr rüttelst am Automaten, um der Kugel zu helfen, kann eine aussichtslose Situation entstehen, bei der man aufgeben muss.
Nicht so im Leben, findet am Ende unsere Hauptfigur. Das ist Stash. Der verliebt sich in Becky. Liebe auf den ersten Blick muss es sein, nicht aufgrund der Inszenierung, sondern aufgrund der Handlung, dass er nämlich auf seinem Skate-Board halsbrecherisch den Bus verfolgt, in dem Becky hinten drin am Fenster zu sehen ist, die Kopfhörer auf. Bis Stash einen Unfall baut. Ab da hat er einen Gips am Bein. Dumm an der Geschichte ist, dass B-Gum auch auf Becky steht und sie für seine Braut hält. Ferner, dass der Vater von Becky ein Oberst aus der Diktatur ist. Der ist strikt gegen die Liaison. Lässt die Boys auffliegen. Droht ihnen mit Gericht und jahrelangem Gefängnis. Aber wenn Stash sich von Becky fernhält, so will er ein Einsehen haben.
Es folgen viele Szenen, wie die vier Burschen in einen leeren Büroraum zitiert werden. Und warten, warten, warten. Nach Stunden taucht der Oberst, eine weitere deprimierende Figur, auf und entlässt sie. Vorladung als reine Schikane. Am nächsten Tag haben sie sich wieder zu melden.
Es folgt der Mauerfall. Die Jungs wollen über die DDR in den Westen. Allerdings ist inzwischen das Misstrauen gegen B-Gum, der ein unsauberes Spiel zu spielen scheint, gewachsen, so dass er nicht mit von der Partie ist. Aber Becky fährt mit im Zug. Grenzkontrolle. Becky wird aus dem Zug genommen. Die Jungs sind verraten worden. Düstere Welt. Sie arbeiten in Westdeutschland als Totengräber. Verdienen sich ein Geld. Leben in deprimierenden Unterkünften. Alkohol ist ihr Lebenselixir. Stash kann Becky nicht vergessen. Schreibt und versucht zu telefonieren. Keine Post kommt an. Die drei Jungs wollen zurückkehren. Sie haben ein bisschen Geld verdient.
Wie sie wieder in Sofia sind, haben sich ein paar Dinge geändert und einige nicht. Die Liebe von Stash zu Becky ist geblieben. Aber sie scheint kein richtiges Verhältnis zu dieser Liebe zu haben. So deprimierend protokollarisch, wie diese Story hier kurz zusammengefasst ist, so deprimierend wirkt sie im Film. Weil die Figuren nicht als solche mit Konflikten und Sehnsüchten dargestellt werden, sondern nur protokollarisch ihre Handlungen wiederkäuen nach Drehbuch.
Dieses Deproprodukt wurde von deutscher Seite von der Mitteldeutschen Medienförderung gefördert (Geschäftsführer Manfred Schmidt).