Blank City

Ein rasanter, dichter Abriss der New Yorker Underground-Filmgeschichte als einer Folge der Beat-Generation und bis zum Ende dieses „No Wave Cinema“ und des „Cinemas of Transgression“ mit dem Aufkommen von MTV und der Gentrifizierung des Lower-East-Side. Ein Appetizer und Anreger für Filmfans, Filmdenker, Filmforscher, künftige Filmemacher über ein Kino, was nur dem eigenen Urteil der Macher verantwortlich sein wollte.

Sie lebten gefährlich diese Super-8-Filmemacher. Meist ohne Geld in einer menschenleeren, verwahrlosten Gegend. Eines der Mottos war, nur kein Metier, nur nicht das tun, was man kann. Musik machen und Filme. Es ging um Spontaneität. Auch um Provokation, man wollte Reaktionen auslösen, explosive Momente herstellen und auf Film bannen.

Das Kino war das Leben. Unser Leben war das Kino. Wir wollten etwas anderes machen. Rebellion gegen das Erstarrte. Man war aufgewühlt durch den Tod von Kennedy und den von Martin Luther King. Die Kunst mit Nichts einen Film zu machen. Manchmal musste man auch was klauen dazu. Eine Community von Outsidern, Freaks, Misfits. Eine Community der Drogen, MDA, Ecstasy. Das Feeling einer Community, das, wie das Geld kam, einem der Konkurrenz wich.

Der Blackout von 1977, wie sofort die Gesetzlosigkeit herrschte. Lehrsatz von ennet dem Atlantik für diese Filmemacher war auch einer von Godard: man müsse Filme machen ohne Licht und feste Kamera. Sie interessierten sich nicht für das Narrative, sondern für die Wucht politischer Äußerung. Filme macht man für ein höheres Ziel, doch nicht um Geld zu verdienen. Aber man musste sich was einfallen lassen, um zu überleben. Das verlieh dem Ganzen einen „Sense of Urgency“ in diesem extraordinären Nihilismus. Man konnte alles zeigen und machen, das Lebensgefühl erlaubte alles.

Bis das Geld zu fließen begann. Bis die „celebrity-culture“ eindrang in diese Community. Und AIDS. Viele Tote dadurch und das Verdikt der Reaganschen Politik, diese Krankheit zu erforschen, was viele Tote hätte vermeiden können.

Fazit dieser Filmperiode: die Leute waren „passionate“ und hatten einen „sense of integrity“. Bis das Geld kam. Darum setzt die Filmemacherin Céline Danhier ans Ende doch noch eine Äußerung von Jim Jarmousch, der die Kraft der Ideen als allerwichtigstes betont.

Mit Interviews / Filmausschnitten von: Jim Jarmusch, Amos Poe, Jonas Mekas, Nick Zedd, Michael Oblowitz, Susan Seidelmann, John Waters, Steve Buscemi, Eric Mitchell u.v.a.

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