Thema dieses Filmes von Christine Repond ist der Rechtsradikalismus, der im Emmental in der Schweiz mindestens so prosperiert wie der dortige weltberühmte Käse. Das Vehikel zur Annäherung an dieses Phänomen ist die Jugendfreundschaft zwischen Sascha und Patrick.

Bestechend an diesem Film sind die Genauigkeit der Beobachtung und die feinfühlige Figurenführung, mit der Repond die vermeintlich unverbrüchliche Jugendfreundschaft von Sascha und Patrick beobachtet und ihr auf den Zahn fühlt.

Sascha und Patrick sind in einem Alter, wo sie Geheimnis spüren, aber noch nicht genau wissen welches, während sie die ihnen bekannte Welt, die sie als festgefahren empfinden, abstößt und sie diese demolieren möchten sei es mit Tritten gegen Laternenmasten, mit wilden Mofa-Fahrten, aber auch mittels Ertränken einer Katze. Aber nicht nur das verbindet sie und macht ihre Freundschaft so einzigartig, es kommt auch noch ein Schuldgefühl hinzu. Genau aus dieser absolut gesetzten Abhängigkeit der beiden von einander wird aber auch die Gefahr erwachsen, die die Freundschaft in Frage stellt.

Sascha und Patrick stoßen bei einem ihrer Streifzüge durch die Wälder auf eine Hütte im Wald, in der rechtsradikale Eierköpfe ihre Treffen und Übungen abhalten. Diese Welt übt vom Moment an einen unheimlichen, unwiderstehlichen Sog auf die Jungs aus.

Repond verfolgt nun mit dem Interesse einer Forscherin, wie die beiden wie magisch über das Band ihrer Freundschaft in diesen verhängnisvollen Strudel hineingezogen werden und wie sich durch ihre unterschiedlichen Haltungen dazu ihre Freundschaft schneller als gedacht als begrenzt haltbar erweisen wird.

Ein eindrückliche Mikrostudie, die die Faszination unter die Lupe nimmt, die rechtsradikales Männertum auf unausgegorene Jünglinge mit diffusen Sehnsüchten und ungefestigten Charakteren ausübt.

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