The Rum Diary: Eine Hommage an Hunter S. Thompson

Hunter S. Thompson war ein legendärer, wenn auch skandalöser Schriftsteller. Posthum wird ihm und seinem Alter Ego Gonzo ein weiterer Film gewidmet, der auf dem Filmfest München seine Deutschlandpremiere hatte: The Rum Diary. The Rum Diary war Thompsons erster Roman und galt lange als verschollen, bis er letztendlich veröffentlicht und nun verfilmt wurde.

Die Hauptrolle spielt – ähnlich schon wie in Fear and Loathing in Las Vegas – ein Alter Ego des Autors, “Paul Kemp”, der sich mit verschiedenen Jobs durch das Leben schlägt und auf diese Art und Weise um die Welt reist. Im Jahre 1959 heuert er in Puerto Rico bei der englischsprachigen Tageszeitung “The San Juan Star” an, wo er einem gutbezahlten Journalistenjob nachgeht. Doch in Puerto Rico, genauer gesagt auf San Juan, wird nicht nur gearbeitet. Es wird vor allem viel Rum getrunken, in Kneipen abgehangen und im Meer nach Hummer gejagt.

Bruce Robinson, der Regisseur des Filmes, entschied sich bei seiner Besetzung für Paul Kemp wieder für Johnny Depp, der auch in Fear and Loathing in Las Vegas den nur auf Drogen funktionierenden Raoul Duke spielte. Damals machte Thompsons Hauptrolle eine Odyssee durch Drogen, Casinos und LSD-Trips in der Stadt der bunten Neonlichter. Da hatte Depp schon auch ein wenig Erfahrung mit Casinos. Er war auch eine Weile einer der Inhaber des Night Club Viper Room auf dem Sunset Boulevard. Durchzechte Pokerrunden, bunte Trips und viel, viel Geld in ausgeflippten Flamingo-Hemden gehörten zur Fear and Loathing so, wie sie auch zu Depps Rollen gehören. Auch diesmal ist die Rolle eine dankbar unkonventionelle, wie perfekt also auf Johnny Depp geschneidert.

Der verstorbene Hunter S. Thompson hätte sich sicherlich über so viel Enthusiasmus gefreut. Johnny Depp galt bis zu seiner Lebenszeit im Jahre 2005 als enger Freund und vielleicht einer der wenigen, der seine fiktiven Figuren so gut darstellt. Auch in Rum Diary kann er davon überzeugen. Zwar besitzt der Film lange keine so immanente Durchschlagkraft wie Fear and Loathing in Las Vegas, dennoch ist er ein Produkt von wichtiger literarischer Kultur. In den amerikanischen Zeitungen fielen die Kritiken eher durchschnittlich aus, was allerdings nicht am Roman und auch nicht an der schauspielerischen Überzeugung liegt, sondern laut Metacritic und Rotten Tomatoes eher an dem fehlenden Fokus des Filmes.

In den USA ist The Rum Diary bereits im Jahre 2011 erschienen. In Deutschland wird er erstmals im Originaltitel beim Filmfest München gezeigt, danach erscheint er ab dem 2. August 2012 in den Kinos.

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