Janosch – Komm, wir finden einen Schatz

Einen Schatz suchen und über das Erlebnis des Abenteuers Freunde finden, das ist schon mal nicht schlecht und da kommt es gar nicht so darauf an, was am Ende mit dem Schatz, einem richtig schönen Seeräuber-Goldschatz, passiert.

Jochen Gummibär hat insofern ein Problem, als er zwar Gummibär heißt, aber eigentlich ein Hase ist und um in diesem Zwiespalt nicht so allein zu sein, Freunde sucht. Er lebt in dem wunderschönen Janoschland, das einen Wegweiser nach Panama hat. In diesem Land leben ganz gemütlich der Bär und der Tiger. Ihr oberstes Glück ist die Häuslichkeit. Gerne fahren sie in einem Boot zum Angeln. Und wenns den Bären an der Nase juckt, so ist es, wie er glaubt, garantiert kein Schnupfen, der sich ankündigt, dann, so ist er hundertprozentig überzeugt, wird er gleich was ganz Besonderes angeln.

Und in der Tat angeln er und Tiger, der gerne ein Holztigerentchen hinter sich her zieht, eine große Kiste. In der Kiste ist eine weitere Kiste und darin noch eine und noch eine. Und in der letzten ist ein kleines Holzmodell eines Segelbootes und als Segel dient eine zusammengefaltete Schatzkarte. Jetzt könnte man sich in Ruhe aufmachen, den Schatz zu suchen.

Nun leben aber in diesem herrlich-fröhlich-bunten Janosch-Land auch noch Gokatz und Kurt. Die vertreiben sich die Zeit mit Großtun und Bienenwerfen. Diese schleudern sie in gestreckter Form mit dem Stachel wie einem Pfeil voran in eine Zielscheibe. Gokatz hat auch ein Auto, das so zu manchen Kapriolen fähig ist, die lustig an frühe Disneyfilme erinnern; blinde Maulwürfe sollten sich vor solch rasenden Fahrzeugen hüten.

Gokatz und Rosa kommen nun dahinter, dass Tiger und Bär eine Schatzkarte haben. Sie wollen sich diese unter den Nagel reißen. Dem Jochen Gummibär haben sie inzwischen weisgemacht, wenn er sich an der Schatzsuche beteilige und den Schatz finde, dann werde er Freunde finden.

Jedenfalls sind jetzt die Voraussetzungen für eine wunderbare Abenteuer- und Entdeckungsreise inklusive Verfolgungsjagd geschaffen. Es gibt Schneeballschlachten, die die Kinder besonders amüsieren, oder die Überquerung des gefährlichen Tintensumpfes, hier sind sowohl Taktik, List als auch artistisches Geschick gefordert, um den Krokodilen nicht zum Opfer zu fallen. Im Schiff im ewigen Eis schließlich, wo sich der Schatz befindet, da ist keine normale Lebenslage möglich, denn das Schiff steckt im Eis fest wie das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia im Mittelmeer vor Italien. Auch das ist für die Kinder besonders lustig, wenn es dem Bär, dem Tiger oder Jochen Gummibär immer wieder nicht nur den Boden unter den Füssen wegzieht – das ist doch irgendwie auch ein Sinnbild für die Situation des Aufwachsens und Stehens und wieder Hinfallens und Trial und Error bis man die Dinge gerafft hat und wenn dann sogar noch Gegenstände aus Schränken und Schubladen über die Akteure kullern, da kennt das Vergnügen der Kleinen im Zuschauerraum keine Grenzen.

Aber Gokatz hat die Verfolgung aufgenommen und es wird nochmal sehr spannend und abenteuerlich und es braucht viel Einfallsreichtum der Abenteurer, bis alle wieder zuhause angelangt und dann endlich Freunde geworden sind.

Tiger und Bär, die vertreten von mir aus gesehen die guten Onkels von Kindern, die zwar am liebsten häuslich sind, mit denen man aber durchaus mal Pferde stehlen oder eben eine Schatzsuche veranstalten kann, und die nicht überall gleich den pädagogischen Zeigefinger ausstrecken müssen. Eine Verfilmung, die sich nicht vor dem Vorbild von Janosch zu verstecken braucht. Auch die Sprecher der Stimmen wurden ganz angenehm dem Charakter der Figuren entsprechend ausgesucht und haben etwas Vertrauenerweckendes.

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