Das gibt Ärger

Das ist doch schon mal was, wenn man sich überhaupt was merken kann von einem Film. Wie hier die systematisch-ästhetische Symmetrie zwischen den beiden Protagonisten, die sich in die gleiche blauäugige Blondine (diese Eigenschaften von ihr werden in jedem Bild mit viel Aufheller hervorgehoben) verlieben und das bald auch herausfinden und sich versprechen, es bei der Anmache bleiben zu lassen. Da die Herren vom Geheimdienst sind und außerdem wegen eines diskreten Auftrages in Hongkong, der mit Toten, Fensterstürzen und viel Chaos ziemlich indiskret endete, zum Ruhigsitzen in Kalifornien verdonnert sind, so haben sie die besten Mittel, ihre Angebetete total zu überwachen und zu schauen, was jeder mit ihr treibt, wenn er mit ihr zusammen ist und wie weit er sich an die Verabredung hält.

Als Füllmaterial für die allzu schematisch skizzierte Grund-Konstellation, 2 Freunde – 1 Frau, wird viel oberflächliches Small- und Pointentstroh gedroschen.

Die beiden Männer und Freunde und gleichzeitig Rivalen sind ganz nette große Buben, überhaupt nicht verbrauchte Männer, in manchen Momenten fast linkisch in ihren Bewgungen, als ob sie gerade ihr erstes Vorsprechen für eine Rolle tätigten und kaum den Kinderschuhen entwachsen wären; kaum zu glauben, dass sie solche Kampfmaschienen sind, wie sie in einigen Action-Szenen vorgeben zu sein. Aber im Film ist alles möglich. Es soll ja auch eine Belustigung sein über das uralte unlösbare Thema, wer passt zu wem – worüber Eric Rohmer wunderschöne Filme gemacht hat. Aber hier werkelt die amerikanische Filmindustrie und die hat so ihre bewährten Versatzstücke, womit sie glaubt, ein Thema befriedigend abhandeln zu können; dazu muss es auch immer sehr laut sein, sehr schrill und die Darsteller dürfen nicht zu viel Denken und Charakter aufweisen. Die Chefin beim Geheimdienst darf eine plumpe Knallcharge sein. Und der böse Gegner ist ein Deutscher, der allen ans Leder will, der den Hongkonger Einsatz im Radau hat eskalieren lassen und der über London auf die Spur der beiden kalifornischen Sunny-Boys gekommen ist und vorher noch die Blondine samit ihrer Mutter, mit welcher Titulierung er deren ebenfalls blonde Begleiterin alt aussehen lassen will, zur Geisel nimmt. Das Problem lässt sich mit einer waghalsigen Verfolgungsjagd und vielen Schüssen, Detonationen und Explosionen lösen und der böse Deutsche lässt sich mit einem Autoüberschlag in der anschließenden Rauchwolke leicht entsorgen, das wird uns aber vor weiteren Keinohrhasen-Produktionen leider nicht verschonen, denn der Überschlag mit dem Auto ist so schlecht in den Film hineincomputeranimiert, dass für niemanden ernste Lebensgefahr bestanden haben kann und der Darsteller Til Schweiger in Deutschland weiter der größte Kassenmagnet für leichte Sublustfilme bleiben kann. Die bösen Deutschen, tja, tja. Das war wohl der Subtext im Film und vielleicht Ausdruck eines latenten Wirtschaftskrieges zwischen diesen beiden hochindustrialisierten Ländern mit ähnlichen Schuldenproblemen und verschiedenen Rezepten? Oder haben die nicht mal so weit gedacht?

Das Buch stammt von Timothy Dowling, Simon Kinberg, Markus Gautesen, die Regie besorgte McG.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.