Dieser Film spielt verwegen auf den Tastaturen von Diskrepanz, Dissonanz und Discontinuity und kann dieses Disparate mit dem süßlichen Schlussbild einer Art „Heilige Familie“ („alles wird gut“) nur pseudomoralinisch verschweißen.
Diskrepanz zwischen der Perfektion der animierten Figuren, die Fische sind so perfekt, dass sie einem schier aus den Augen glitschen, und dem Konglomerat an Geschichten.
Diskrepanz von Geschichten der Macht der Massen (an Pinguinen, Seeelefanten, Raubvögeln oder Krillschwärmen), die eine beängstigende Massivität an den Tag legen können, und den minimalen Einzelschicksalen.
Diskrepanz zwischen Moral („alles wird gut“), Masse (Massen stampfen gnadenlos gegen die Naturgewalt; sind Massen eo ipso gut?) und Message (gegen den Strom schwimmen bringts nicht).
(Diskrepanz zwischen buntem Strickpullover und Pinguingefieder.)
Diskrepanz zwischen hemmungsloser graphischer Überzeichnung von Extremen, Höhenunterschieden, Gletscherabbrüchen und Massen einerseits, der Diskontinuität der Erzählung der einzelnen Geschichten andererseits, so dass sie eher für die ganz Kleinen, die noch nicht in Zusammenhängen denken können geeignet scheinen und andererseits dann wieder der Texte, die für die ganz Kleinen sicher wenig bringen und auch das undifferenzierte Lob des Volkes.
Discontinuity, indem dieser Film mindestens drei Geschichten ineinander verschneidet, die vom kleinen Pinguin Erik, der abhaut von zuhause, weil er nicht tanzen kann, und der dadurch dem fliegenden Pinguin Sven begegnet, die des Volkes der Königspinguine, die durch massive Eisverschiebungen ein- und von der Nahrungszufuhr ausgesperrt werden und schließlich die der beiden Krills, die die Lektion lernen, doch besser mit als gegen den Strom zu schwimmen.
Dissonanz zwischen den berühmten Melodien und Arien und Songs und den für den Film dazu „gedichteten“ deutlich schwächeren Texten, nochmals merklich geschwächt durch die deutsche Übersetzung und Sprech- oder Gesangsperformance.
Regie: George Miller. Buch: George Miller, Warren Colman.