Mama Africa – Miriam Makeba

Eine beeindruckende Dokumentation über die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba, die vor drei Jahren am Ende eines Konzerts in Italien gestorben ist.

Um mit dem Tod anzufangen. Einer aus ihrer Band erzählt von diesem letzten Konzert in Italien, wie sie sich am Schluss zu ihnen umgedreht habe und gesagt habe, heute würde sie sich nicht verbeugen, heute gehe sie woanders hin und wie sie dann abgegangen und im Abgehen zusammengebrochen sei.

Schon der Anfang des faszierenden Lebens dieser Frau (sie erzählt in einer frühen Sequenz minutenlang ihre ganzen Namen auf!) mit der einmaligen, grandiosen, anrührenden, bewegenden Stimme war nicht ganz comme il faut. Denn zwei Wochen nach der Geburt wurde ihre Mutter beim illegalen Bierbrauen erwischt und musste für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Vielleicht dass ihre Tochter dadurch besonders viel Zuneigung und diese innere Stärke, die traumwandlerische Sicherheit für ihren weiteren Lebensweg, der von Unglück und Schicksalsschlägen nicht verschont geblieben ist, gewonnen hat.

Miriam Makeba ist in einer Twonship von Lionel Rogosin für einen Dokumentarfilm über das Leben der Schwarzen im Südafrika der Apartheid für zwei Lieder entdeckt worden. Sie hatte nie Musik studiert. Singen gehörte zu ihrem Leben.

Der Film wurde in Venedig aufgeführt. Miriam reiste dorthin. Und weil der Erfolg immens war, durfte sie nicht mehr zurück nach Südafrika. Ein schwerer Schicksalsschlag. Der allerdings kompensiert wurde durch ein Engagement in New York. Und kaum war sie da, ist auch schon Harry Belafonte auf sie aufmerksam geworden, nahm sie unter seine Fittiche: der folgende Aufstieg war kometenhaft.

Sie engagierte sich mit ihren Liedern gegen die Apartheid (der Erfolg von „Pata Pata“ war ihr eher unangenehm, weil es kein politischer Text war). Sie verkehrte mit vielen afrikanischen Staatsoberhäuptern, sie sprach vor der UNO-Vollversammlung; sie freundete sich mit dem Führer der Black Panther, Stokely Carmichael an, heiratet ihn. Darauf gabs in Amerika einen Boykott ihrer Lieder. Sie wurde angefeindet. Sie fand Zuflucht in Conakry, Neu Guinea. Kaufte später ein Haus in Belgien. Familiäre Schicksalsschläge belasteten sie. Die Tochter starb sehr jung, nach dem Tod eines Enkelkindes.

Mika Kaurismäki, dem Dod Edkins beim Schreiben des Buches geholfen hat, hat aus vielem Archivmaterial mit mehr Konzertausschnitten als Interviewstatements und selbst gedrehten Begegnungen mit Verwandten, Bandmitgliedern und anderen Menschen, die ihr begegnet sind, einen leichten, flüssigen Bilderbogen zusammengestellt und vermittelt so einen direkt von der Leinwand herabspringenden Eindruck von dieser engagierten, hochintelligenten, wirkungsvollen Künstlerin, die sicher eine der wichtigsten Stimmen Afrikas der letzten Jahrzehnte gewesen ist.

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