Der König der Löwen in 3D

Ein bewährter Film, aufgefrischt in 3D.
Ich habe nicht den Eindruck, dass das dem Fim schadet. Die existenziellen Themen, die alle in diesem Kinderfilm, diesem Animationsfilm vorkommen, treten klar heraus durch die Geschichte, kindgerecht aber in keiner Weise verkindend oder verharmlosend: die Liebe und der Schutz des Kindes durch die Eltern; der Tod eines Elternteiles; der Bruch mit der Geborgenheit; der lügnerische, verführerische Onkel, der das Böse will; das Exil oder die Flucht aus der Heimat; die Lebensrettung in äußerster Not; der Aufbau eines neuen Lebens in gänzlich anderen Umständen; das Hereinbrechen des alten Lebens und die Besinnung auf die Berufung; die Rückkehr auf den einst bestimmten Weg; der Kampf um die Macht (in einem durch den Usurpator verlotterten Reich) und auch die Liebe fehlt nicht und dann noch ganz kurz die Kür des neuen Königs. Wobei jeder Mensch sich als König sehen darf.

Hier ist heftig und sehr konzentriert an einer Auffrischung der Geschichte gearbeitet worden, eine erhöhte Konzentration auf die Themen, die farblich, graphisch und mit Effekten extrem herausgestellt wurden. Also nicht unbedingt eine realistisches Setting, die Szene zeigt immer auch den Gefühlszustand, die politische Befindlichkeit, die Farbe des Glückes oder Unglückes, die Brisanz einer Situation; wenns etwas gemütlicher ist, kann der Hintergrund ruhig aquarellhaft aussehen, die Savanne, die Steppe, Königskür findet auf einem exponierten Felsvorsprung statt, die Herrschaft des Königsmörders und der Hyänen hinterlässt eine verödete Landschaft, das Leben bei Timon und Pumbää ist wie wir uns ein polynesisches Paradies vorstellen und auch zeit- und geschichtsvergessen, wenn Glück da ist oder der Sieg über den anderen, dann werden die Farben fast kitschig hell leuchtend, rötlich-gelblich, lichtig. Zwischendrin können sich Zebras, beim ersten Ausflug, den der kleine zum König bestimmte Löwe auf Anraten des bösen Onkels in das verbotene Gebiet des Elefantenfriedhofes unternimmt, zu rein dekorativen Anordnungen sich arrangieren, auch die Orchestrierung von Hans Zimmer, den ich an sich kaum mehr irgendwo ertragen kann, ist hier erstklassig eingesetzt, auf die jeweiligen Seins-Zustände zugeschnitten oder zukomponiert. Die Geographie signalisiert je nachdem Verlorenheit, Geborgenheit oder oft auch unüberwindliche Gebirgigkeit.

Die deutsche Vertonung hat mich, nach anfänglicher Skepsis wegen der Stimme des alten Königs, besonders mit dem Auftreten der Hyänen, (u.a. Hella von Sinnen) erwärmt und wie dann der Timon von Ilja Richter zu hören war, da schien mir generell die akustische Stimmung rund und er mit seiner unverschämten Jugendlichkeit in der Stimme, dem Pfiff und der Sorglosigkeit hat micht richtig eingenommen. Wenn man sich für die deutsche Vertonung nochmal 10 Prozent mehr Zeit (und also auch Geld!) sowohl für Auswahl der Stimmen als auch die Arbeit an deren Zusammenwirken nehmen würde, dann wäre das eine makellos runde Sache.

9 Gedanken zu „Der König der Löwen in 3D“

  1. Was noch nicht 3D war, muß auch nicht 3D werden.
    Der König der Löwen war so ein schöner, genialer Film. Ich finde nicht das er dadurch besser wird. Hier ist es echt nicht nötig.

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