Nach dem Screening bleibt die Frage, was zum Teufel treibt Rowan Atkinson dazu, diesen Film zu drehen. Es gab 2003 einen Vorläufer von „Johnny English“ mit ihm. Der hatte sehr viel Geld in die Kassen gespült. Um was anderes scheint es hier nicht zu gehen. Es sei denn, Rowan Atkinson möchte die guten Erinnerungen, die man an frühere Sachen von ihm hat, irgendwie übertünchen.
Immerhin, er ist noch Rowan Atkinson, kann wenns denn sein muss, die Augen schön verdrehen, kann wunderbar verdattert gucken, kann je feiner eine Umgebung ist, desto mehr wie der Elefant im Porzellanladen alles verkehrt machen, die Katze der Chefin aus dem Hochhaus schmeißen und mitsamt einem modernen unförmigen Teil, was eine Sitzgelegenheit sein soll, nach hinten fallen. Er kann sich aber auch die Lippen rot schminken im Moment eines hochoffizellen, höchstgesicherten Staatsbesuches zwischen britischem Premier und dem von China und das in einem hochgesicherten Luxusrückzugsort in der Schweiz. Er kann sogar vorgeben, tibetanische Kampfsportarten zu lernen, denn in ein tibetanisches Kloster hatte er sich nach dem Flop der vorangegangenen Mission in Afrika zurückgezogen.
Der Film fängt ein bisschen an wie James Bond, der Film orientiert sich erklärtermaßen an James Bond, das sind Teile aus dem Titelbild und auch musikalische Elemente. Aber Atkinson ist natürlich nicht James Bond. Er ist auch ein bisschen älter geworden und gewiss ein bisschen bequemer und vielleicht auch etwas langsamer und dem scheint sich die Machart des Filmes anzuschließen, der wohl auch nicht über ein Budget von James Bond verfügte und trotzdem in aller Welt gedreht werden sollte, in Afrika, Asien, England und in der Schweiz.
Dafür gibt’s viele Dialogszenen im erprobten Schuss- Gegenschussverfahren, welche nicht viel Ausstattung drum herum und auch keine komplizierten Lichtsetzungen erfordern. Klar muss ein Rolls Royce, der auf Stimmerkennung reagiert, her und diverse andere technische Tüfteleien wie bei James Bond. Auch das Labor der Tüftler sehen wir und der Obertüftler sitzt im Rollstuhl – „ein misslungenes Experiment“, so erklärt er die Behinderung.
Atkinson soll zur Verhinderung eines geplanten Anschlages auf den chinesischen Premier bei einem Treffen mit seinem britischen Amtskollegen reaktiviert werden. Dazu bekommt er einen jungen Assistenten, der ihm die Kohlen aus dem Feuer holt. Und es gibt eine ganz kleine, alte Chinesin, die an den unmöglichsten Orten mit einem Staubsauger auftaucht und Mordanschläge auf Johnny English ausführen möchte, die aber nie gelingen, sonst wäre der Film zu kurz geworden. Diese Chinesin verkleidet sich immer so, dass Johnny sich auf die falschen Verdächtigen stürzt, die dummerweise ein Tuch auf dem Kopf und einen Staubsauger in der Hand haben, sogar auf die Queen.
Die Produzenten dürften für das Einbringen des Filmes ins Kino eher das Zeitfenster im Herbst im Auge gehabt haben, wo offenbar nicht allzuviel ähnliche Filme anlaufen, als dass sie viel Geist und Fantasie in die Entwicklung der Story und der Gags gesteckt hätten. Der Film kriegt auch an keiner Stelle richtigen Schwung. Die Lacher beruhen auf altbekannten Gags und Jokes und den Grimassen von Atkinson; der mit der hier erbrachten Leistung bestimmt niemals berühmt geworden wäre.