I Am Slave (Filmfest München)

Ein eindrücklich, rührend-anrührender Appellativfilm, der auf die moderne Form von Sklaverei mit afrikanischen Dienstmädchen speziell in London aufmerksam machen will. Allein in der britischen Hauptstadt sollen 5000 junge Afrikanerinnen ein modernes Sklavinnendasein fristen, so wie Malia, die Hauptperson dieses Filmes von Jeremy Brock (Buch), Gabriel Range (Regie), Robbie Ryan (grandiose Kamera).

Bei Unruhen in ihrem Heimatland ist Malia verschleppt und auf einer Art Sklaven-Markt in Khartoum an feine Londoner Pinkels verschachert worden. Mit denen verliess sie offenbar vollkomen legal das Land, wurde nach London gebracht. Dort nahm ihr die Lady gleich den Pass ab, mit dem Hausherrn durfte sie nicht sprechen, sowieso zu niemandem in London oder ausserhalb Kontakt aufnehmen. Sie hatte den Haushalt zu machen, dabei kam sie aus dem selbstbewussten Stamm der Nubier aus adligem Geschlecht, war dort eine Prinzessin, die auch prima Englisch gelernt hatte; aber der Schock dieses Schicksals hatte ihr erst mal die Sprache verschlagen.

Der Film berichtet eindrücklich von ihren Alpträumen und wie sie langsam Fluchtfantsien entwickelt, die sie schliesslich mit Hilfe von mitfühlenden Menschen auch umsetzen kann.

Was die Intensität dieses Dramas erhöht, ist die Bildgestaltung, die in den aufregendsten Momenten an Goya erinnert, zum Beispiel, wie sie mit ihrer Herrin in Khartoum sich in einem Geschäft befindet und durch das Fenster ihren Vater bei der Müllabfuhr arbeiten sieht, sich ihm aber nicht bemerkbar machen kann, und wie sie ruft und schreit und dabei von Sicherheitsleuten überwältigt wird.

Ein aufregendes Filmgemälde, was einen nicht kalt lassen kann.

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