Spielfilm über ein Pressefotografenquartett in den letzten Tagen der Apartheid in Südafrika.
Sie wurden BANG BANG CLUB genannt, sammelten Pulitzer-Preise ein und dürften mit ihren weltweit abgedruckten Fotos zum Ende der Aparatheid mit beigetragen haben. Es scheint aber auch der Versuch, mit diesem Film die Fotografengruppe, die nicht alle die Apartheid überlebten, auf ein Podest zu erheben.
Der Film ist angenehm geniessbar, in schönen Bildern gemacht, gut besetzt und gut gespielt und trotzdem werden die Massen wohl seinetwegen die Kinos nicht stürmen. Wieso?
Mir scheint das ein Problem der dramaturgischen Zubereitung des Stoffes und vielleicht auch der Absichten dahinter.
Die eine Absicht habe ich schon erwähnt, die ist sicher gut gemeint, aber bloss weil Leute gut dargestellt werden sollen, schier zu Helden gemacht, deswegen geht noch keiner ins Kino.
Das grössere Problem scheint mir die Übergewichtung der Gewissensproblematik zu sein, dies vielleicht als Folge des Versuches, diese Fotografen als gute, fast idealistische Menschen darzustellen, die aus diesem Grunde über Leichen gehen müssen. Ihr Geschäft ist nun mal die Bereitstellung von Fotomaterial über grausame, mörderische, menschenverachtende Ereignisse. Nur so können diese in die Öffentlichkeit getragen werden und zur Bewusstseinsbildung beitragen.
Mich würden vielmehr die Motive interessieren, warum einer sich so in Gefahr begibt – dass sie das tun, das wird ausgiebig geschildert bis sie selbst vor den Lauf von Heckenschützen geraten und einen der ihren verlieren.
Allerdings wage ich zu behaupten: kein Mench auf der Welt interessiert sich für allfällige Gewissensbisse eines Kriegsfotografen. Insofern dürfte die Regie falsche Akzente gesetzt haben, wenn sie die Fotografen anlässlich von Greueltaten ein leidendes Gesicht aufsetzen lässt. Denn der Fotograf ist in diesem Moment Jäger und darauf aus, das wichtige Bild aufzuspüren und zu schiessen.
Der Konflikt wird angesprochen, wie Kevin, der als zweiter der Gruppe den Pullitzerpreis erhält, im Interview gefragt wird, was denn aus dem Kind im Sudan, hinter dem schon der Geier wartet, dem Preisbild, geworden sei und Kevin keine Antwort hat. Auch die Reaktionen auf das Bild in der Redaktion sind ziemlich kitschig dargestellt, als reine Sentimentalität, die mit den spannenden Vorgängen um die Kriegsfotografie wenig zu tun haben.
Manche Filmemacher glauben, sie müssen immer eine Liebesgeschichte mitliefern, so auch Steven Silver, Autor und Regisseur dieses Filmes; die kommt meist sehr stereotyp daher, weil sie zum Vornherein nur als schmückendes Beiwerk gedacht war, was einer Liebesgeschichte selten bekommt; so auch hier: der Pullitzerpreisträger mit dem Bild eines vom Mob angezündeten Schwarzen, der entflammt herumtorkelt, fängt ein Verhältnis mit seiner Bildredakteurin an. Das hat, so billig wie das hier eingebaut wird, nichts mit der extremen Thematik der Kriegsfotografie zu tun, der allein der Autor/Regisseur offenbar misstraut. Und dann noch Aktfotografie von der Freundin. Ätsch.
Solche erfundenen Liebesnebengeschichten, und es ist nicht die einzige, verharmlosen vor allem die Geschichte, verwässsern sie, schaden dem eigentlichen Topos des Filmes; denn über die Hintergründe, warum diese Männer diesen Job machen, erfährt man nichts.
Gemauso billig der Versuch, die beginnende Prominenz der Gruppe nachzuzeichnen. Scheinheilige Auseinandersetzung mit dem Startum. Aber eben auch nicht richtig thematisiert, sondern billig- und massenblattmässig. Dürfte im Kino jedoch nicht verfangen. Der ganze Papparazzi-Shit. Statt dessen: Aussparung von Konflikten. Anschleimen an die Oberflächlichkeit – und vielleicht ans Publikum.