Diesem Film würde ich doch eher regionale Bedeutung attestieren wollen: für Mannheim und seine Umgebung, auch wenn er sich im einen Erzählstrang, ich nenne das jetzt so, obwohl es sich um eine Dokumentation handelt, an die letzte Fussball-WM in Deutschland anhängt. Das ist nun leider der allerallgemeinplätzigste, nimmt viel zu viel Raum ein und erzählt grad gar nichts Neues.
Der zweite Erzählstrang, der kein langes Leben hat, wird am Anfang als ob er das Hauptaugenmerk des Filmes werden wolle, in Gang gesetzt mit Jugendlichen aus aller Herren Länder, die in der Jugendfussballmannschaft aus dem Stadtteil Jungbusch bei Mannheim spielen, um so, wie ihr Betreuer sagt, wenigstens aus dem Stadtteil rauszukommen. Aber diesen Erzählstrang verliert der Dokumentarist sehr schnell aus den Augen, vor lauter WM und dem dritten Erzählstrang.
Mit diesem wird der Versuch gestartet, ein Portrait des besagten Mannheimer Stadtteils zu bieten, eines Problemviertels wegen des grossen Ausländeranteils, der inzwischen auch von Künstlern, Studenten und Intellektuellen entdeckt wird. Dieser Portraitier-Versuch begnügt sich damit, die Art von Interviews zu bringen, die der schnellen, gerne auch oberflächlichen Strassenbefragung von TV-Schwatzsendungen entsprechen mögen, die aber auf der Kinoleinwand hauptsächlich und schonungslos als Blabla rüberkommen. Die Fragen sind leider genau in diese Richtung gestellt: Was stellen Sie sich unter einer Transnationalmannschaft vor? Was ist Freiheit? Oder dann lässt er ausländische Gesprächspartner den Text der deutschen Nationalhymne von einem Blatt Papier ablesen. Wobei Philipp Kohl, so heisst der Filmemacher, sowieso nur Gutmenschen vor die Kamera holt, Konflikten somit aus dem Wege geht.