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Ich hatte Phasen im Leben mit wiederkehrenden Träumen mit wiederkehrenden Problemen, die ich nicht lösen konnte. Und die waren so intensiv und so bilderreich, dass es mir nie gelang, sie genau und in aller Ausführlichkeit zu beschreiben, das war mir zu komplex. Ben Ripley ist meiner Ansicht nach so etwas gelungen.

Der Protagonist erlebt mehrfach und in immer quälenderen Varianten eine Fahrt in einem Pendlerzug nach Chicago. Die Anfahrt geht über eine leere Ebene mit einem einsamen Bahnhof mit nichts als einem Parkplatz drumherum, die Skyline der Wolkenkratzer von Chicago im Hintergrund; das ist so surreal, wie ein solches Setting in einem Albtraum nur sein kann. Noch vor Chicago wird ein grauenhaftes Zugsunglück passieren, im Moment wo der Pendlerzug einen entgegenkommenden Güterzug mit Gefahrengut passieren wird, wird im Zug eine Bombe losgehen. Das weiss unser Protagonist längst und versucht jedes Mal, diese zu finden und zu entschärfen.

Diese Sequenz wird stets unterschnitten von einem todesnahen Erlebnis des Protagonisten, der sich in einer Art Pilotenuniform auf dem Boden eines Flugzeuges befindet und dort von der Pilotenkanzel aus offenbar manipuliert, kontrolliert und beobachtet wird. Es gibt von dort eine Kommunikation einer Dame und gelegentlich eines Herrn mit dem Protagonisten. Und immer wieder schicken sie ihn in diese Bedrohungslage mit dem Zug, der ab Anfang Experiment in genau acht Minuten explodieren wird. In manchen Momenten erinnert mich die Situation des Protagonisten auf diesem Flugzeugboden an jene des Protagonisten in BURIED. Versuch der Bebilderung eines existentiellen Albtraumes.

Der Film ist mir genau so sympathisch wie der Vorgängerfilm MOON desselben Regisseurs, Duncan Jones. Mir gefällt seine Haltung zum Kino, die viel von einer Liebhaberhaltung hat, die mir immer auch erzählt, welchen Spass ihm das Medium macht, mit welchem er diese Bilder aus seiner Fantasiewelt anderen Menschen zu kommunizieren versucht.

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