Scream 4

Verfrozzelt, verspektakelt, stellenweise wie ein Fall aus der Serie TKKG, überfrachtet und überfüllt, so kommt diese Fortsetzung einer Fortsetzung der Fortsetzung daher. Oder: der Film fängt nach dem Vorspann zum Vorspann zum Vorspann des Vorspanns endlich an. Er verheddert sich dabei ständig in den Realitäts- und Zitatenebenen und der Zuschauer weiß nicht recht, wo er andocken soll. Dadurch will auch der Schrecken nicht recht in Gang kommen, denn immer wars nur der Schrecken vom Vorfilm oder aus dem Vorfilm zum Vorfilm oder aus dem Vorfilm zum Vorfilm zum Vorfilm. Der Horror fädelt sich somit äußerst verwirrend in die Handlung ein, schlägt dann aber, weil schon so viel Zeit mit Vor-Horror vergangen ist, überdosiert zu, dass man ihn weder ernst noch lustig nehmen kann. Die Horrorfete will nicht recht in Gang kommen.

Ein Bindeglied zur Realität wurde für mich erst in dem Moment der Auflösung der Geschichte, also der Enttarnung des Mordsgespenstes sichtbar: die psychologische Begründung für seine Taten aus Minderwertigkeitskomplexen heraus, aus der Gier nach Fame, nach Fans statt nach Freunden, vermutlich also aus existenzieller Einsamkeit. Das erinnert kurz an die seelische Einsamkeit Jugendlicher in bestbehüteten Verhältnissen, die zu Amokläufern werden. Doch wird diese Info über das Mordsgespenst während des Filmes dem Zuschauer vorenthalten, insofern reizlos.

5 Gedanken zu „Scream 4“

  1. „Ein Bindeglied zur Realität wurde für mich erst in dem Moment der Auflösung der Geschichte, also der Enttarnung des Mordsgespenstes sichtbar: die psychologische Begründung für seine Taten aus Minderwertigkeitskomplexen heraus, aus der Gier nach Fame, nach Fans statt nach Freunden, vermutlich also aus existenzieller Einsamkeit. Das erinnert kurz an die seelische Einsamkeit Jugendlicher in bestbehüteten Verhältnissen, die zu Amokläufern werden. Doch wird diese Info über das Mordsgespenst während des Filmes dem Zuschauer vorenthalten, insofern reizlos.“

    Ach du meine… *ächz*… X(

  2. Facepalm: schöner Ausdruck, habe ich das richtig verstanden, das ist die Gestik, die Menschen, aber auch Primaten, dann benutzen, nämlich sich vor den Kopf schlagen, wenn die Grenzen ihres kleinen geistigen Horizontes gesprengt werden, wenn sie mit einem Kontext konfrontiert werden, den zu parieren ihre Argumente nicht ausreichen?

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